Eltmann
Sicherheit

Die Wächter im Morgengrauen

Eltmanns Schüler kommen gut an: Lange, bevor morgens der Unterricht beginnt, schützen die Schülerlotsen Leon, Emily, Ben-Louis, Ann-Sophie, Michelle und Sophie ihre Mitschüler vor schlaftrunkenen Autofahrern.
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Schüler haben Vorfahrt: Ben-Louis und Michelle und die anderen Schülerlotsen der Mittelschule Eltmann sorgen jeden Morgen dafür, dass ihre Mitschüler gut ankommen. MS Eltmann
Schüler haben Vorfahrt: Ben-Louis und Michelle und die anderen Schülerlotsen der Mittelschule Eltmann sorgen jeden Morgen dafür, dass ihre Mitschüler gut ankommen. MS Eltmann
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"Halt, warte noch einen Moment, das blaue Auto lassen wir noch durch." Ruhig, aber bestimmt, stoppt Ben-Louis die ankommenden Schüler. Ein letzter Blick nach beiden Seiten und die Lotsen, Ann-Sophie, Emily, Michelle und Ben-Louis halten ihre Kellen heraus und treten auf die Fahrbahn. Konzentriert lotsen sie die wartenden Schüler über die Straße.
"Das klappt meistens prima", meint Sophie. "Nur machen uns leider manche ältere Schüler und auch Erwachsene das Leben schwer. Es ist ätzend, wenn sie in unserer Sichtweite schnell selbst über die Straße gehen. Das kann gefährlich werden."
Die Lotsen geben die Straße wieder frei und warten auf die nächsten Schüler. So wird eine Gruppe nach der anderen sicher über die Fahrbahn begleitet. "Schön ist es, wenn sich Eltern von kleineren Kindern bei und bedanken oder uns anlächeln", meint Emily.


Schülerlotsen brauchen manchmal ein dickes Fell

Ben-Louis ist der "Chef" der Schülerlotsen und koordiniert den Einsatz zusammen mit Brigitte Müller. Ihm ist es ein Anliegen, dass, gerade während der Lotsenzeit, alle ihren Dienst zuverlässig versehen. "Aber am wichtigsten ist immer, dass alle Verkehrsteilnehmer rücksichtsvoll miteinander umgehen."
Und Leon ergänzt: "Zuverlässigkeit, Durchhaltevermögen und ein dickes Fell braucht man schon als Lotse."
An von Schülerlotsen gesicherten Übergängen gab es noch keine schweren Unfälle. Doch im vergangenen Herbst ist nahe der Schule ein Jugendlicher angefahren worden: Jonas ging, lange bevor die Lotsen Dienst taten, über die Straße. "Ich bin so froh, dass wir Lotsen haben, denn meine Schmerzen sollte niemand erleiden müssen. Jetzt gehe ich immer bei den Lotsen über den Übergang."


Zum Dank geht's ins Freibad und nach Geiselwind

Im Schnitt sind die Schülerlotsen zwei Jahre lang im Dienst. Nach der Ausbildung durch die Verkehrserzieher der Polizei versehen sie ihre Aufgaben in der zweiten Hälfte ihrer siebten Jahrgangsstufe. Zwei Jahre später werden sie abgelöst durch ihre Nachfolger. Dieses Rotationsprinzip hat sich an der Mittelschule in Eltmann seit Jahren bewährt.
Auch die Stadt mit ihrem Bürgermeister Michael Ziegler (CSU) honoriert den Einsatz der Lotsen: Eine kleine finanzielle Anerkennung und eine Sechserkarte für das städtische Freibad gibt es als Dankeschön. Und die Kreisverkehrswacht schenkt allen Lotsen des Landkreises Haßberge einen Ausflug in den Freizeitpark Geiselwind.
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