Burgpreppach
Gemeinderat

Die Verschuldung steigt weiter

Zum Jahresende steigt die Pro-Kopf-Verschuldung in Burgpreppach auf über 1300 Euro. Das Gremium verabschiedete den Haushalt 2018 bei drei Gegenstimmen.
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Noch ist man in Burgpreppach nicht so weit, dass jeder Euro einzeln umgedreht werden müsste. Die Verschuldung der Gemeinde aber steigt weiter.Boris Rössler, dpa
Noch ist man in Burgpreppach nicht so weit, dass jeder Euro einzeln umgedreht werden müsste. Die Verschuldung der Gemeinde aber steigt weiter.Boris Rössler, dpa
Die Marktgemeinde hat für 2018 einen Haushalt mit einem Gesamtvolumen von 3 991 442 Euro, 2 598 992 Euro im Verwaltungs- und 1 392 450 Euro im Vermögenshaushalt. Andreas Dellert von der VG Hofheim stellte das Zahlenwerk dem Gemeinderat in der jüngsten Sitzung vor und benannte die Spitzen bei Einnahmen und Ausgaben.

Haupteinnahmen sind demnach die Gewerbesteuer mit 350 000 Euro, der Gemeindeanteil an der Umsatzsteuer mit 600 000 Euro und die Schlüsselzuweisungen vom Land mit 541 100 Euro. Auf der Ausgabenseite schlagen die Kreisumlage (555 500), die Betriebskostenförderung für den Kindergarten (230 000), der Unterhalt von Gemeindestraßen (177 000), die Gewerbesteuerumlage (160 000) und die Umlagen für Zweckverbände, VG und dergleichen (201 000) zu Buche. Die Zuführung zum Vermögenshaushalt beträgt rund 45 000 Euro, doch müsste die Mindestzuführung bei 103 000 Euro liegen, um die ordentliche Schuldentilgung leisten zu können.


Viel Geld fließt in den Tiefbau

Auf der Ausgabenseite stellen, so Dellert, Tiefbaumaßnahmen (Trink- und Abwasser) in Hohnhausen mit zusammen etwa einer halben Million Euro die größten Brocken dar. Der Schuldenstand des Marktes Burgpreppach betrug zum Jahresbeginn 1,6 Millionen Euro, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1163,07 Euro entspricht. Die Zahlen werden sich bis zum Ende des Jahres auf 1,8 Millionen bzw. 1305,97 Euro erhöhen.

Der Haushalt wurde vom Gemeinderat beschlossen - aber nicht einstimmig, sondern bei drei Gegenstimmen. Helmut Schwappach begründete, warum seine Fraktion "Gemeinwohl" dem Zahlenwerk nicht zustimmen kann. Zum einen sei es, so Schwappach, die steigende Verschuldung. Diese sei von 2014 bis 2018 um rund eine Million gestiegen, die Pro-Kopf-Verschuldung habe sich dabei verdoppelt. Und für 2019 seien für den Ausbau des Wegenetzes und eines Radweges weitere Kredite nötig.

Ein zweiter Grund sei der, dass nicht alle Gelder eingenommen werden, die der Gemeindekasse zustünden. Schwappach nannte hierbei die Abwasserbeseitigung, deren Kalkulation eigentlich kostendeckend gestaltetet werden müsse. Hier aber entstünden erhebliche Defizite. Außerdem gingen Beitragsbescheide einfach viel zu spät raus.


Gebühren werden neu kalkuliert

Bürgermeister Hermann Niediek entgegnete: "Ich habe ein gutes Gefühl für die Marktgemeinde." Wenn man etwas vorwärtsbringen wolle, dann koste das eben Geld. Schließlich müssten die Straßen gemacht werden, und für die Lebensqualität der Bürger müsse man auch etwas tun. Dellert ergänzte, dass die Friedhofgebühren zum 1.November und die Abwassergebühren zum 1. Januar neu kalkuliert würden. Bei der Trinkwasserversorgung entstünden keine Defizite.

Zur Sprache kamen auf Nachfrage von Gemeinderat Jörg Denninger die Personalkosten für die Märkte an Kirchweih und Weihnachten. Hier weise der Plan 16 000 Euro aus, vorher waren es 4000 Euro. AlsErklärung gaben Dellert und Niediek an, dass man vorher lediglich eine Pauschale angesetzt habe, wohl wissend, dass diese zu niedrig sei. Jetzt müsse der Bauhof für seine Mitarbeiter eine klar definierte Kostenstellenrechnung auflisten. Einig war man sich, dass die Märkte für Burgpreppach einen hohen Imagewert darstellten und der Aufwand sich lohne.


Mittagsbetreuung wird ausgebaut

So gut angenommen wird in Burgpreppach an der Grundschule die Mittagsbetreuung, dass für das kommende Schuljahr eine weitere Gruppe benötigt wird. 26 Kinder wurden hierfür angemeldet, mindesten zwölf sind für die Bildung einer Gruppe nötig. Bürgermeister Niediek stellte einen Antrag des Kooperationspartners Awo vor, in dem auch eine Finanzierungsberechnung für zwei Gruppen enthalten war. Vom Staat werden insgesamt im Jahr 7000 Euro beigesteuert, die Gemeinde muss einen Pflichtanteil von 6646 Euro, die Eltern 8500 Euro und die Awo will 2500 Euro aufbringen. Ein Defizit von etwa 3.000 Euro käme zusätzlich auf die Gemeinde zu. Das Gremium stimmte zu, spricht sich aber dafür aus, für das darauffolgende Jahr eine offene Ganztagsklasse anzustreben.


Auf Anregung von Bürgermeister Niediek einigte sich der Gemeinderat darauf, in Burgpreppach vor dem Dorfladen eine sogenannte Mitfahrbank aufzustellen. Wie in den anderen Kommunen der Hofheimer Allianz können sich weniger mobile Personen auf diese Bank setzen und damit signalisieren, dass sie gerne in Richtung Ebern oder Hofheim mitfahren.

Niediek zufolge die Gemeinde zwei Ladestation für Elektroautos beantragt, eine für den Platz am Dorfladen, eine für Ibind.


Aufruf zum Aktionstag

Dritter Bürgermeister Reinhold Klein berichtete von einem Arbeitsgruppentreffen zum Thema Widerstand gegen eine mögliche Stromtrasse durch die Region. Es sei noch schwer, etwas über einen möglichen Verlauf zu erfahren. Voraussichtlich Ende 2019 könne mit einer Entscheidung, die in Berlin fallen werde, gerechnet werden. Besonders schlimm für den Landkreis wäre eine Trassenführung entlang der B 303. Dagegen habe man bereits Unterschriftenlisten aufgelegt und Plakate errichtet. Am 9. September sei nun ein erster Aktionstag geplant. Dann startet um 11 Uhr in Ermershausen ein "Marsch gegen Stromtrassen", der in Pfaffendorf enden wird. Der Bürgermeister appellierte, jetzt aktiv zu werden und nicht im Nachhinein zu jammern. Deshalb soll seitens der Gemeinde ein Bus eingesetzt werden.


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