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LKR Haßberge
Kommunalwahl

Die Plätze im neuen Kreistag Haßberge Kreistag sind besetzt

Die Wähler im Landkreis Haßberge haben das 60-köpfige Gremium neu durchgemischt. Die Gewinner sind die Naturschutzparteien. Großer Verlierer ist die SPD.
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Kreis Haßberge Im neuen Kreistag Haßberge werden Ökologie und nachhaltige Gedanken ein stärkeres Gewicht erhalten. Dies hängt nicht nur damit zusammen, dass die CSU als Regierungspartei sich bayernweit zunehmend ein grünes Mäntelchen überstreift und Naturschutz und alternative Energieformen in den Fokus ihrer politischen Arbeit rückt. Umweltbewusstsein liegt allgemein im Trend und dies spiegelt sich auch im Ergebnis der Kreistagswahl am vergangenen Sonntag wider.

Die Sieger

Deutlich wird dies an den Stimmenzuwächsen von Grünen und ÖDP. Die Grünen gewinnen mit 10,61 Prozent der Stimmen rund vier Prozent hinzu. Das bringt ihnen zwei weitere Sitze ein. Sie kommen nun auf sechs Mandate. Die Ökologischen Demokraten (4,32 Prozent), im vergangenen Jahr Initiator des erfolgreichen Bienenvolksbegehrens, verbessern sich um gut ein Prozent und entsenden fortan drei (bislang zwei) Mitglieder ins Gremium.

Als Sieger feiert sich auch die CSU, wenn auch sie gegenüber der Wahl von vor sechs Jahren einen Sitz abgeben muss. Ihr Stimmenanteil sank geringfügig von 36,41 auf 35,34 Prozent. weit entfernt vom 50-Prozent-Anspruch früherer Jahre.

Vergleicht man das Ergebnis hingegen mit den Stimmenverlusten vergangener Wahlen, etwa bei der Landtagswahl 2018, dann haben die Christsozialen den Abwärtstrend offensichtlich überwunden - kreisweit punkteten sie vermutlich auch im Sog des starken Abschneidens von Landrat Wilhelm Schneider. Mit nunmehr 21 Mandaten bleibt die CSU die mit Abstand größte Fraktion im 60-köpfigen Kreistag. Dazu kommt, dass der CSU-Nachwuchs, die Junge Liste (9,46 Prozent), sich von bislang fünf auf sechs Mandate verbessern kann.

Der große Verlierer

Klarer Verlierer ist die SPD, die drei ihrer bislang elf Mandate abgeben muss. Ursprünglich waren die Sozialdemokraten sogar mit einem Dutzend Vertretern in die zu Ende gehende Amtsperiode gestartet, doch Herbert Baum aus Maroldsweisach hatte der Fraktion vor gut einem Jahr den Rücken gekehrt und dem Kreistag fortan als fraktionsloses Mitglied angehört. Gegenüber 2014 (20,99 Prozent) hat die SPD rund sechs Prozent an Zuspruch verloren und kommt aktuell noch auf 14,9 Prozent. Ihr bleiben nurmehr neun Mandate. Damit trägt die zweitstärkste Fraktion im Kreistag Haßberge nicht mehr die Farbe Rot. Diesen Rang haben nun die Freien Wähler (Wählergemeinschaft) inne (17,08 Prozent der Stimmen), die wie bisher zehn Sitze haben werden. Beim Stimmenanteil haben die "Freien" gegenüber der letzten Kommunalwahl (16,47 Prozent) leicht zugelegt.

Aufwärts geht es auch mit den Liberalen: FDP/Freie Bürger (6,21 Prozent gegenüber 5,58 Prozent vor sechs Jahren) ) gewinnen einen Sitz hinzu und kommen nun auf vier Vertreter im Kreistag. Weiterhin mit einem Mandat vertreten ist die Linke, die kreisweit 2,07 Prozent (minus 0,20 Prozent im Vergleich zu 2014) der Wählerstimmen erhielt.

Rundblick im Kreis

Als Hochburgen der CSU mit jeweils über 40 Prozent der Stimmen erwiesen sich am Sonntag die Gemeinden Theres, Wonfurt, Gädheim und Riedbach; die wenigsten Stimmen gab es für die Christsozialen in Rentweinsdorf und in Breitbrunn mit 29 und 27 Prozent.

In Aidhausen (über 18 Prozent) konnte die Junge Liste am meisten punkten, während sie in Zeil nur fünf Prozent der Stimmen einheimsen konnte.

Die Freien Wähler erreichten in Rauhenebrach mehr als 40 Prozent. Demgegenüber haben sie in Theres mit etwas über neun Prozent keinen guten Stand. Für die SPD bedeuteten 26 Prozent in Maroldsweisach, 24 in Untermerzbach und 23 in Kirchlauter die besten Ergebnisse. In Aidhausen und Riedbach dagegen hätte sie nicht einmal die Fünf-Prozent-Hürde geschafft. Grünen-Hochburg ist die Kreisstadt Haßfurt mit über 15 Prozent, während die Burgpreppacher mit 3,68 Prozent mit der Naturschutz-Partei offenkundig am wenigsten grün sind.

Die ÖDP holte in Pfarrweisach, Riedbach und Theres mehr als acht Prozent, in Rauhenebrach dagegen blieb sie deutlich unter zwei Prozent. Eine tabellarische Übersicht über die Stimmenverteilung in den einzelnen Kommunen des Landkreises finden Sie auf der Seite 9.

Das Wetter war am Wahlsonntag optimal, jedoch mag die Verunsicherung um das Corona-Virus manchen Wahlberechtigten vom Urnengang abgehalten haben. Mit 67,35 Prozent lag die Wahlbeteiligung jedenfalls unter der im Jahr 2014 (damals genau 69,25 Prozent). Aber damals ging es auch darum, einen Nachfolger für den nicht mehr angetretenen Landrat Rudolf Handwerker zu bestimmen.

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