Untersteinbach
Abschiebung

Die Nykonchuks möchten in Untersteinbach bleiben

Der ukrainischen Familie Nykonchuk in Untersteinbach droht die Abschiebung nach Spanien. Ihre deutschen Freunde in der Steigerwaldgemeinde Rauhenebrach möchten aber, dass die vier Flüchtlinge bleiben. Von dem Fall berichtet die Untersteinbacherin Lena Schuster, die sich im Helferkreis engagiert.
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Die Töchter Albina und Ella, Mutter Lena und Vater Sergej Nykonchuk möchten gerne bleiben. Gegenwärtig hängt aber die drohende Abschiebung wie ein Damoklesschwert über der Familie. Foto: Lena Schuster
Die Töchter Albina und Ella, Mutter Lena und Vater Sergej Nykonchuk möchten gerne bleiben. Gegenwärtig hängt aber die drohende Abschiebung wie ein Damoklesschwert über der Familie. Foto: Lena Schuster
In Rauhenebrach hat seit fünf Monaten die Familie Nykonchuk aus dem Kriegsgebiet Donezk in der Ukraine eine neue Heimat gefunden. Sie ist in Untersteinbach untergebracht. Durch ihr höfliches Auftreten sind Lena und Sergej mit ihren zwei Kindern Albina (16) und Ella (14) durchaus in der Steigerwald-Gemeinde integriert.


Feste Arbeitsstelle

Die Familie ist, seit Vater Sergej einen festen Arbeitsplatz bei einer deutschen Baufirma hat, finanziell vom Staat unabhängig und zahlt ihre Steuern, wie jeder andere deutsche Mitbürger. Mutter Lena hat in Donezk als Web-Designerin gearbeitet und ist so gesehen auch für den deutschen Arbeitsmarkt qualifiziert.

Tochter Albina wurde nach drei Monaten in die Berufsschule eingegliedert und ist Klassenbeste. Tochter Ella ist als einzige Asylsuchende in einer reinen Deutschklasse integriert und übt dort das Amt der Klassensprecherin aus. Nebenbei arbeiten beide Töchter samstags in der örtlichen Bäckerei. Die Familie hat zweimal die Woche Deutsch-Unterricht bei den ehrenamtlichen Lehrern Friedrich Klasu aus Koppenwind und Lena Schuster aus Untersteinbach, die beide den Fortschritt und viel Motivation erkennen, wie sie angeben.


Gute Freundschaften

Eltern wie Kinder haben sich hier einen Freundeskreis aufgebaut. Die Mitarbeiter des Helferkreises sind sich einig darüber, welch großes Potenzial die Familie besitzt. Eine Abschiebung nach Spanien würde für die Familie Nykonchuk ein Leben zerstören, das sich für sie so hoffnungsvoll entwickelt hat.

Bei der Abschiebung berufen sich die Verantwortlichen auf das Visum, das den Eltern - die Töchter waren in der Zeit bei einem Schüleraufenthalt bereits in Deutschland - in der Ukraine in der Hauptstadt Kiew angeboten worden war. Dabei gab es nur die Wahl zwischen Griechenland und Spanien. Die Eltern akzeptierten das Visa nach Spanien, wählten aber den Flieger nach Deutschland, um zu ihren Töchtern zu gelangen. Hier stellten sie den Asylantrag, gaben ihre Fingerabdrücke in Deutschland ab, wie sie schildern.

Rückendeckung bekommt die Familie von dem Arbeitgeber Sergejs: Er hat ihm ein Zeugnis ausgestellt und will ihn behalten - nach wie vor findet sich kein anderer Interessent für die Stelle. Die Familie kann jederzeit abgeschoben werden. Nicht nur sie, sondern auch viele Freunde in Untersteinbach hoffen, dass sich noch eine bessere Lösung in Deutschland ergibt.

Lena Schuster hat bei change.org eine Petition in die Wege geleitet, bei der Unterschriften gesammelt werden, damit Familie Nykonchuk in Deutschland, vor allem in Untersteinbach, bleiben darf.

Hier geht's zur Petition bei Change.org


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