Lußberg
Einweihung

Die Lußberger Feuerwehr feiert neue Errungenschaften

In Lußberg erhielten ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug und das sanierte Feuerwehrhaus den Segen. Inzwischen ist es ein Bürgertreff.
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Pfarrer Mathias Rusin segnete das neue Tragkraftspritzenfahrzeug vor dem sanierten Feuerwehrhaus.
Pfarrer Mathias Rusin segnete das neue Tragkraftspritzenfahrzeug vor dem sanierten Feuerwehrhaus.
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Das Aufgabenspektrum wächst. Dementsprechend müssen die Ausstattung und die Ausbildung der Feuerwehren stets den Ansprüchen der Zeit angepasst werden. "In den vergangenen 140 Jahren hat sich im Feuerwehrwesen ein großer Wandel vollzogen", stellte Landrat Wilhelm Schneider (CSU) bei der Feier zur Übergabe des neuen Tragkraftspritzenfahrzeuges und des sanierten und ausgebauten Feuerwehrhauses in Lußberg fest.

Pfarrer Mathias Rusin sagte, Gott habe die Menschen zwar als Individuum geschaffen, aber gerade in der Feuerwehr sei die Gemeinschaft wichtig. Rusin zog Vergleiche zwischen der Feuerwehr und Gott: Beide hätten Dauerbereitschaft, die Feuerwehr mit der Rufnummer 112 und Gott sei nur ein Gebet von den Menschen entfernt. Beide zeichne die Opferbereitschaft aus, bis zur Hingabe des eigenen Lebens, und für beide sei das Wasser wichtig, Spritzwasser hier, Weihwasser dort. Mit Letzterem segnete er das Fahrzeug und das Feuerwehrhaus.

Bürgermeisterin Gertrud Bühl (Freie Wähler) stellte heraus, dass das alte Tragspritzenfahrzeug der Lußberger Wehr nach 37 Jahren ausgedient habe. Zusätzlich hätte die Feuerwehr nun ein Haus, das nahezu rundum erneuert worden sei.

Historische Pumpe existiert noch

Alten Berichten zufolge sollen die Lußberger bereits 1865 eine eigene Feuerwehr organisiert haben. Im Staatsarchiv sei nachzulesen, dass in Lußberg offiziell die Feuerwehr im Jahre 1875 als eine der ersten Wehren im damaligen Landkreis Ebern gegründet wurde. Man habe sogar noch die erste Pumpe aus dem Anschaffungsjahr 1876.

1964 sei ein Feuerwehrverein ins Leben gerufen worden und im gleichen Jahr habe man mit dem Bau des Gerätehauses mit Schlauchturm begonnen. Unter Leitung des damaligen Kommandanten Josef Pirzer sei es mit einem Kostenaufwand von 10 000 DM (etwa 5000 Euro) erstellt worden.

Auch diesmal hätten 15 Helfer mit rund 700 Stunden ehrenamtlichem Arbeitseinsatz dazu beigetragen, die Kosten zu senken, so die Bürgermeisterin. Frank Fella und Zweiter Bürgermeister Thomas Schlee koordinierten die Arbeiten.

Viel Eigenleistung

Die Kosten der Sanierung liegen bisher bei 133 000 Euro, 23 000 Euro mehr als zunächst geschätzt. Das liege daran, dass im Lauf des Ausbaues noch einige Dinge mit aufgenommen wurden. Die Treppe fehle noch. Die Kosten habe die Gemeinde komplett übernommen, weil es keine Zuschüsse gab.

Anders sei es jedoch bei der Anschaffung des Tragkraftspritzenfahrzeuges, das 67 760 Euro kostete, abzüglich des Zuschusses des Freistaats von 26 500 Euro. Damit habe die Gemeinde rund 200 000 Euro in die Feuerwehr Lußberg investiert. Das neue Feuerwehrgerätehaus sei schon zu einem beliebten Treffpunkt und einem richtigen Gemeinschaftshaus geworden. Außerdem habe man dadurch wieder junge Mitbürger für die Jugendfeuerwehr gewinnen können.

Landrat Wilhelm Schneider meinte, dass 140 Jahre FFW Lußberg ein guter Grund zum Feiern seien. "Mit diesen beiden Investitionen haben sie optimale Voraussetzungen geschaffen, um im Ernstfall noch besser und schneller helfen zu können", sagte er. "Was ich besonders schön finde: Bei dieser Maßnahme haben die Feuerwehrleute nicht tatenlos zugesehen, sondern sie haben ihre Ärmel hochgekrempelt und fleißig mit angepackt."

Ehrungen

Bei der Verleihung von Feuerwehrehrenzeichen stellte Kreisbrandrat Ralf Dressel den hohen Einsatz der Floriansjünger heraus. Genauso wichtig sei es, dass kleinere Wehren für die Basisarbeit solche Fahrzeuge erhielten. Für 40 Jahre geehrt wurden Alfons Griebel, Andreas Griebel und Edwin Strauß (FFW Kottendorf) sowie Harald Funk (FFW Breitbrunn). 25 Jahre dabei sind Dietmar Reinwand, Joachim Welz, Heiko Derra, Michael Hoch (FFW Breitbrunn) sowie an Marcel Knoblach, Roland Lüdtke, Rainer Frank (FFW Lußberg).

Hermann Lüdtke wurde zum Ehrenkommandanten ernannt. Gertrud Bühl würdigte seinen 52-jährigen Einsatz, davon 36 Jahre in der Feuerwehrführung, zwölf Jahre als Zweiter und 24 Jahre als Erster Kommandant.

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