Haßfurt
Ernennung

Die Kreisstadt maßgeblich geprägt

Der Haßfurter Stadtrat verlieh Rudi Eck die Würde des Altbürgermeisters. Dieser kommentierte es humorvoll.
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Als besondere Überraschung für den frischgebackenen Altbürgermeister der Stadt Haßfurt, Rudi Eck, wartete der Chor der Ganztagesklassen an der Grundschule Haßfurt unter der Leitung von Anja Ruff mit Liedern und Geschenken auf.Ulrike Langer
Als besondere Überraschung für den frischgebackenen Altbürgermeister der Stadt Haßfurt, Rudi Eck, wartete der Chor der Ganztagesklassen an der Grundschule Haßfurt unter der Leitung von Anja Ruff mit Liedern und Geschenken auf.Ulrike Langer
"Altbürgermeister, das ist klar und deutlich. Er bedeutet zum einen, dass meine Leistung, mein Engagement erneut Anerkennung finden, und zum anderen habe ich damit das Gefühl, dass ich dazugehöre." Mit diesen Worten drückte der ehemalige Bürgermeister von Haßfurt, Rudi Eck, seine Freude über die Auszeichnung aus, die er am gestrigen Dienstag aus der Hand von Bürgermeister Günther Werner (SPD) erhielt. Und Rudi Eck hatte gleich doppelten Grund zur Freude, feierte er doch gestern 70. Geburtstag. Petra Schlosser von der Theaterwerkstatt umrahmte den Festakt im Trausaal im alten Rathaus am Klavier, an der Querflöte sowie mit Gesang und Texten.
Vor einer großen Schar geladener Gäste erinnerte Bürgermeister Werner daran, dass mit dem Amtsantritt von Rudi Eck als Bürgermeister der Stadt Haßfurt 1997 ein neues Zeitalter für Haßfurt begonnen hatte. "17 Jahre als Erster Bürgermeister und 19 Jahre als Stadtrat, davon sieben Jahre als Zweiter Bürgermeister, haben Dich, haben ganz Haßfurt geprägt", betonte er. Rudi Eck sei temperamentvoll, hartnäckig und durchsetzungsstark, begeisterungsfähig für Neues, immer bestens informiert, innovativ, manchmal auch visionär gewesen. Als streitbarer Geist, wenn es um seine Stadt ging, sei er aber auch immer ein umsichtiger Politiker und ein versöhnlicher Partner gewesen.


Leidenschaft und Umsicht

"Der Stadtrat als Vertreter aller Bürger und ich als Dein Nachfolger möchten Dir heute mit der Auszeichnung Altbürgermeister noch einmal herzlich dafür danken, dass Du diese Stadt mit Leidenschaft und Umsicht, mit Weitblick und großem Engagement geführt hast", sagte er. Besonders erwähnte Günther Werner, dass das kulturelle Leben in Haßfurt aus der Initiative von Rudi Eck hervorgehe. "Du hast es von Anfang an unterstützt und als Stadtoberhaupt den Aufbau des Haßfurter Kulturamtes kontinuierlich gefördert", sagte er und gratulierte Rudi Eck zum 70. Geburtstag.
Da der Laudator Karl-Heinz Eppelein, an diesem Tag krank war, verlas der Fraktionsführer der CSU/JL, Norbert Geier, dessen Rede. Darin hieß es: "Am 18.12.2017 hat der Stadtrat unserer schönen Stadt Haßfurt wieder einmal eine weise Entscheidung getroffen, und zwar einstimmig: Auf Antrag der CSU/JL-Fraktion soll unserem früheren Bürgermeister Rudi Eck heute die Ehrenbezeichnung ,Altbürgermeister‘ verliehen werden."
Zur Begründung führte Eppelein an, dass Rudi Eck sich immer voll der Sache gewidmet und dadurch die Bürger überzeugt habe. Sein Hauptengagement habe der Schaffung von Arbeitsplätzen und der Verbindung zur Wirtschaft gegolten. Zu seinen Verdiensten zählten die Ausweisung von Gewerbe- und Wohngebieten, die Umgestaltung brachliegender Flächen in belebte Einkaufs- und Wohnzentren, die positive Entwicklung der Innenstadt, der Denkmalschutz, die Altstadtsanierung und die Verbesserung der örtlichen Verkehrsverhältnisse. Die Sanierung des Abwassersystems und die Anbindung aller Stadtteile an die zentrale Abwasserentsorgungsanlage, der Ausbau der Strom-, Gas- und Wasserversorgung mit dem Stadtwerk, der Einstieg in erneuerbare Energien, die Versorgung der Bevölkerung mit möglichst schnellem Internet, die Herausgabe der Stadtchronik von Stephan Diller, die Kultur, der Aus- und Neubau der Kindertagesstätten, die Errichtung des Jugendtreffs "Dragon", die Entwicklung der Stadtteile, die Förderung der Vereine, vor allem der Sportvereine, die Durchführung der lokalen Agenda 21 und die Bildung eines Seniorenbeirates habe er ebenfalls in die Hand genommen. Er habe zudem in das Gremium des Stadtrates und in die Verwaltung wirtschaftliches Denken gebracht", schrieb Eppelein. Das alles habe nicht unmaßgeblich dazu beigetragen, dass die Stadt auch heute in schwierigerer Zeit finanziell noch so gut dastehe. "Du kannst stolz darauf sein, was Du für Haßfurt geleistet hast, und ganz Haßfurt ist stolz darauf, Dich als Bürgermeister 17 Jahre lang gehabt zu haben. Wir wünschen Dir für die Zukunft alles erdenklich Gute. Wenn jemand den Ehrentitel ,Altbürgermeister‘ verdient hat, dann Du", schrieb Eppelein. "Haßfurt wäre nicht Haßfurt ohne Dich!"
Anschließend überreichte Bürgermeister Werner Rudi Eck die Ernennungsurkunde, verbunden mit einem Geschenk, einem Bild von Jana Liebender-Volz mit der Stadtansicht, und bat ihn, sich im Goldenen Buch der Stadt Haßfurt einzutragen.


Fiktiven Brief verlesen

Rudi Eck, der auch 17 Jahre Faschingspräsident der Elf weisen Hasen war, kommentierte die Auszeichnung humorvoll. Er verlas einen fiktiven Brief des Stadtrats, der Verwaltung und der Bürgermeister, mit dem sie ihm die Verleihung der Ehrenbezeichnung "Altbürgermeister" ankündigten: "Lange haben Sie auf diesen Tag warten müssen. Nachdem wir über einen längeren Zeitraum Ihre Lebensgewohnheiten, Ihr Verhalten gegenüber Ihren Mitmenschen, vor allen Dingen aber Ihren Umgang mit Ihren ehemaligen Kollegen im Stadtrat und der Verwaltung beobachtet und für ausreichend empfunden haben, hat der Stadtrat Sie für würdig befunden, Ihrem ständigen Drängen nach diesem Ehrentitel nachzugeben", hieß es darin. Ferner wurde angemerkt, dass seine Ehefrau Rosi dafür zu sorgen habe, dass ihm ab sofort unaufgefordert Zeitungen, Hausschuhe, Speisen und Getränke nach seiner Wahl sowie bei Verlassen der Wohnung Geldmittel in ausreichender Höhe zur Verfügung gestellt würden.
Nach diesem humoristischen Ausflug betonte der Altbürgermeister, dass er die ihm von der Bürgerschaft aufgetragene Aufgabe sehr gerne erledigt habe: "Bürgermeister zu sein, war für mich nie irgendein Job, sondern eine ganz besonders schöne und spannende Aufgabe."
Mit großer Freude nahm er auch das Geschenk seiner Familie an: Hosenträger mit der Aufschrift "Altbürgermeister", die er nun endlich tragen darf.


Politischer Steckbrief von Rudi Eck

Stadtrat Rudi Eck wurde 1978 im Alter von 30 Jahren erstmals in den Stadtrat gewählt und war damit jüngstes Mitglied des Haßfurter Rates. Damals hatte er Positionen im Verwaltungs-, Werk- und Rechnungsprüfungsausschuss, im Sonderausschuss für die Errichtung eines Freizeitzentrums, eines Freibades und der Stadthalle inne. Außerdem war er kommunaler Jugendbeauftragter.

Bürgermeister Ab 1. Mai 1990 agierte er als 2. Bürgermeister, von 1997 bis 2014 war er Erster Bürgermeister der Kreisstadt.

Kreisrat Außerdem gehörte er von 2002 bis 2014 dem Kreistag Haßberge an.

Auszeichnung Seit 2011 ist er Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.


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