Ebern
Gesundheit

Die Klinik in Ebern ist auf einem guten Weg

In Ebern formiert sich ein Förderkreis zur Unterstützung des Krankenhauses. Man will vorbeugen, akute Probleme gibt es mit dem Haus nicht. Das Vorbild für die Aktion ist Hofheim.
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Der Förderkreis will dem Krankenhaus in Ebern einen Weg in die Zukunft weisen. Foto: Eckehard Kiesewetter (Archiv)
Der Förderkreis will dem Krankenhaus in Ebern einen Weg in die Zukunft weisen. Foto: Eckehard Kiesewetter (Archiv)
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Ein erster Schritt für eine Initiative zur Unterstützung des Krankenhauses Ebern ist getan. Im Gasthof "Frankenstuben" fanden sich gut 40 Personen ein, die Interesse an der von Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) angestoßenen Initiative zeigten. Sie folgt dem Grundsatz Vorbeugen ist besser als heilen, denn akut laboriert das Haus Ebern der Haßbergkliniken an nichts. Aber Sicherheit ist im Gesundheitswesen trügerisch.

Dass die Versammlungsteilnehmer großes Interesse an dieser Veranstaltung hatten, die ein erster Schritt sein sollte, einen Verein oder Unterstützergruppe für das Krankenhaus in Ebern zu gründen, zeigte sich nicht nur daran, dass sie gekommen waren, sondern darin, dass die Fragen der Besucher zu diesem Thema in die Tiefe gingen.

Hennemann sagte: "Wir müssen uns hinter unser Krankenhaus stellen, damit es Bestand hat.
In Hofheim hat sich vor Jahren eine Initiative gebildet, als das dortige Krankenhaus auf der Kippe stand. Davon sind wir in Ebern weit entfernt, aber wir sollten präventiv tätig werden."

Oft benachteiligt

Bei diesen Bemühungen sollte die Stadt an erster Stelle stehen. Ziel müsse es sein, die "für unsere Region wichtige Einrichtung Krankenhaus herauszustellen". Kleinere Krankenhäuser würden bei der Förderung oft benachteiligt.
Erfreulich sei, dass der Einzugsbereich für das Krankenhaus Ebern relativ weit gestreut sei und das Haus Ebern im Innenverhältnis der Haßbergkliniken gut da stehe.

Der Vorstandsvorsitzende der Haßbergkliniken, Stephan Kolck, begrüße die Initiative. Man könne mit der Ausstattung und dem medizinischen Angebot im Krankenhaus Ebern, dem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) und der dort seit geraumer Zeit vorhandenen Palliativstation zufrieden sein. Allerdings: "Ein kleines Krankenhaus kann für sich selbständig nicht bestehen", weshalb man Kooperationen eingehen müsse, so mit dem Leopoldina-Krankenhaus in Schweinfurt.

Erfahrungen in Hofheim

Alfred Hahn, niedergelassener Arzt in Burgpreppach, berichtete über die Gründung des Förderkreises zur Unterstützung des Hofheimer Krankenhauses (Fuks), dessen Vorsitzender er ist. "Im Jahr 2002 sollte das Krankenhaus in Hofheim geschlossen werden, da es laut drei unabhängigen Gutachten nicht rentabel war und den Bestand der Krankenhäuser in Haßfurt und Ebern gefährden konnte", sagte Hahn.

Ein Bürgerschaftsbegehren war die Folge mit dem Ziel, das Haus zu erhalten. "4103 Stimmen waren nötig, bekommen haben wir über 12 000", sagte der Mediziner. Im Januar 2004 wurde Fuks gegründet, mit dem Ziel der Unterstützung für die Einrichtung. "Die ideelle Unterstützung war damals wichtiger als das Finanzielle", so Hahn. Es bestanden bei den Mitarbeitern des Krankenhauses Zukunftsängste, die durch Fuks gemildert werden konnten. Hahn sagte auf eine Frage: "Ja, ich glaube ohne die Unterstützung von Fuks, hinter dem ja die Bevölkerung stand, wäre das Krankenhaus Hofheim geschlossen worden."

Beeindruckt

Das sah auch Kolck so, wenngleich er gestand, aus wirtschaftlichen Gründen für eine Schließung gewesen zu sein. "Es hat uns schon beeindruckt, wie die Hofheimer hinter ihrem Krankenhaus standen", bekannte Kolck. Die Initiative in Hofheim hat derzeit 280 Mitglieder.

Der Landtagsabgeordnete Steffen Vogel (CSU) begrüßte den Vorstoß von Bürgermeister Jürgen Hennemann, in Ebern einen Unterstützerkreis ins Leben zu rufen. Auch wenn es derzeit kein Thema sei, am Bestand des Krankenhauses zu rütteln, wisse man nicht, was morgen ist. In Deutschland würden stetig Krankenhausbetten abgebaut.

"Es ist eine gute Geschichte, was hier in Ebern anläuft, und wichtig ist das besondere Vertrauen der Bevölkerung zu ihren Krankenhaus- und niedergelassenen Ärzten, auch werden wir uns darauf einstellen müssen, dass die großen Kliniken gegen die Kleinen angehen."

Viele gute Gründe

"Wir haben heute viele gute Gründe für einen Förderkreis für unser Krankenhaus gehört", zog Bürgermeister Jürgen Hennemann sein Resümee. Nun würden Vorschläge erarbeitet, um in die nächste Versammlung mit konkreten Vorstellungen zu gehen. "Ich bitte alle, die sich hier engagieren möchten, sich gedanklich damit zu befassen, wie sie sich einbringen können oder möchten", schloss Hennemann die Veranstaltung.

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