Zeil am Main
Barrierefreiheit

Die Haßberger Rathäuser im großen Rolli-Check: Wie barrierefrei sind Eltmann, Zeil, Haßfurt und Co.?

Sie sind der Mittelpunkt der Gemeinde und Anlaufstelle für Bürger mit unterschiedlichsten Anliegen: die Rathäuser im Kreis Haßberge. Aber wie einfach ist der Eintritt in Ebelsbach, Eltmann oder Haßfurt für diejenigen, die auf Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind?
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Zeil am Main: Ganz weit weg von barrierefrei ist der Zustand des Zeiler Rathauses am Marktplatz. Dort gibt es weder einen barrierefreien Eingang noch einen Aufzug. Foto: Teresa Hirschberg
Zeil am Main: Ganz weit weg von barrierefrei ist der Zustand des Zeiler Rathauses am Marktplatz. Dort gibt es weder einen barrierefreien Eingang noch einen Aufzug. Foto: Teresa Hirschberg
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Sand am Main: Besser geht Barrierefreiheit nicht

Seit dem Komplettumbau im vergangenen Jahr ist das Sander Rathaus barrierefrei: Ein Aufzug bringt Rollstuhlfahrer und Besucher, denen das Treppensteigen schwer fällt, in den ersten und zweiten Stock, wo sich auch der Sitzungssaal und Trauraum befindet. Am Eingang von der Dorfplatzseite her wurde eine Rampe angebracht, die öffentliche Toilette behindertengerecht umgebaut und der Gang im Erdgeschoss hergerichtet. Auch am Eingang zur Sander Turnhalle wurde eine Rampe montiert und am Friedhof findet sich ein öffentliches barrierefreies WC. Laut Bürgermeister Bernhard Ruß spielt das Thema Barrierefreiheit auch beim Bau der neuen Kinderkrippe eine große Rolle.

Rauhenebrach: Rathaus-Sanierung lässt keine Wünsche offen

Die Stadtverwaltung ist erst kürzlich umgezogen. Das Gebäude in Untersteinbach wurde im vergangenen Jahr saniert und punktet nun mit einem barrierefreien Eingang, der über die Hintertür erreichbar ist. Ist diese mal nicht offen, können sich Besucher über eine Klingel bemerkbar machen. Der Eingang ist breit geschnitten und ebenerdig, die Toilette im Rathaus behindertengerecht. "Einen Aufzug haben wir nicht im Haus, weil alle Büros im Erdgeschoss sind", erklärt Heike Pfrang, die als Geschäftsführerin unter anderem für das Thema Bauwesen zuständig ist. Der Behindertenbeauftragte schreibe bei neuen Bauvorhaben eine Einschätzung für den Stadtrat, damit barrierefreie Zugänge gleich in den Bauplan aufgenommen werden.

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Ebern: Verwaltung seit 2008 behindertengerecht

Im einstigen fürstbischöflichen Schüttbau in Ebern ist seit 1979 die Verwaltungsgemeinschaft angesiedelt. Das Gebäude verfügt seit einem Umbau vor gut zehn Jahren über eine Rollstuhlrampe auf der Rückseite. Manko: Rollstuhlfahrer können die Tür nicht allein öffnen und sind auf Hilfe angewiesen. Deswegen soll laut Auskunft des Bürgermeisters ein Rollstuhlknopf (automatischer Türöffner) installiert werden. Im Erdgeschoss sind das Bürgerbüro, die Kfz-Zulassungsstelle, und das Standesamt untergebracht. Barrierefrei gelangt man via Aufzug zu allen weiteren Büros, zum Sitzungssaal in zweiten Stock und bei Bedarf auch bis zum Dachgeschoss. Das "alte Rathaus" am Marktplatz der Stadt hat seine eigentliche Funktion verloren. Heute hat sich dort die Landesbaudirektion eingemietet.

Zeil am Main: Rathaus ganz weit weg von barrierefrei

"Da gibt es nichts zu beschönigen", macht Bürgermeister Thomas Stadelmann (SPD) deutlich. "Es wäre eine große Investition, einen Aufzug einzubauen, und das haben wir momentan nicht auf dem Schirm." Am Außeneingang könne bei Bedarf eine Rampe montiert werden, ansonsten sei das Rathaus für Menschen mit Gehbehinderung nur schlecht zugänglich. 2011 wurden Bürgerbüro und Bauamt in die Bamberger Straße ausgelagert und damit auch der größte Besucheransturm. Hier führt ein neuer Pflasterstreifen im Innenhof Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwägen nun bequem zum Hintereingang. Der ist ebenerdig und mit einem automatischen Türöffner ausgestattet. Im Bauhof gibt es eine behindertengerechte Toilette, der Aufzug sei aber nur intern nutzbar. "Bei Nachfragen kommen die Mitarbeiter der Stadtwerke eben nach unten", sagt Stadelmann. Als nächstes soll auch der Vordereingang des Bürgerbüros barrierefrei werden. Für mehr Barrierefreiheit in der Stadt werden zur Zeit einige Stolpersteine in der Langen Gasse begradigt, die öffentliche Toilette im Rudolf-Winkler-Haus wurde bereits vom Keller nach oben verlagert.

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Haßfurt: Barrierefreies Bauen schon immer wichtig

"Wir haben das Thema Barrierefreiheit schon lange und bei jedem neuen Bauprojekt im Blick", macht Bürgermeister Günther Werner (WG) deutlich. "Und nicht etwa erst seit Seehofers Bayern-barrierefrei-Initiative." Das neue Rathaus an der Haßfurter Stadthalle soll durch den Umbau komplett barrierefrei werden. Am Eingang über den Innenhof gibt es eine Rampe und eine Automatiktür, der Aufzug wird gerade ausgemessen. Altes Rathaus und VHS sind bereits damit ausgestattet. Am Dokumentationszentrum bei der Ritterkapelle oder am Marktplatz finden Fußgänger nicht nur gut begehbare Bereiche, sondern beispielsweise auch öffentliche und behindertengerechte WCs. Die nächsten Baustellen sind laut Werner das Bahnhofsumfeld sowie die Engelmeßgasse und die Lucengasse.

Ebelsbach: Der Verwaltungsumbau läuft gerade

Viel Baustaub wird derzeit bei der Ebelsbacher Verwaltungsgemeinschaft im Schloss Gleisenau aufgewirbelt. Im Zuge der Sanierungsarbeiten wird das Gebäude barrierefrei. Der Eingang bekommt eine Rampe, das WC wird behindertengerecht und ein Aufzug im Treppenhaus soll den Aufstieg in höhere Etagen erleichtern. "Das Schloss ist ein historisches Gebäude und steht unter Denkmalschutz", erklärt Geschäftsleiter Matthias Klauda. "Den Eingang einfach ebenerdig zu machen, wäre nicht erlaubt." Seit dem Frühjahr 2018 läuft die energetische Sanierung (mit dem Dach ging es los). Sie dauert noch bis Ende 2019.

Eltmann: Rathaus-Neubau eröffnet ab 2020 neue Wege

Das Rathaus in Eltmann hat zwar einen barrierefreien Eingang, das Standesamt im Rathaus ist es allerdings nicht. Das soll sich mit einem Neubau in direkter Nachbarschaft ändern. Immerhin: die öffentliche Toilette im Rathaus ist behindertengerecht. Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung händigen Besuchern bei Bedarf den Schlüssel dafür aus. Weitere Planungen zur Barrierefreiheit sind für 2020 ins Auge gefasst.

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