Eltmann
Veranstaltung

Die fränkischen Botschafter: Gankino Circus begeistert in Eltmann

Die berühmte Gruppe "Gankino Circus" führte die Besucher der Eltmanner Stadthalle mit ihrem Bühnenprogramm "Die Letzten ihrer Art" auf eine Reise ins Wirtshaus "Zur heiligen Gans" in ihrem Heimatort Dietenhofen.
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Die vielseitigen Künstler begeisterten mit ihrer unbändigen Spielfreude und sogar halsbrechender Akrobatik. Günther Geiling
Die vielseitigen Künstler begeisterten mit ihrer unbändigen Spielfreude und sogar halsbrechender Akrobatik. Günther Geiling

"Die Letzten ihrer Art" heißt das Bühnenprogramm, mit dem die Gruppe "Gankino Circus" am Wochenende auch in Eltmann für Furore sorgte. Was die vier schrägen Musiker aus Dietenhofen mit einer großen Portion provinziellem Wahnsinn, rasanten Melodien und raffiniertem Wortwitz boten, war schräg-genial und ein kabarettistisches Spektakel. Die vielen Besucher in der Stadthalle waren begeistert, standen, klatschten und tanzten dann zum "fränkischen Rock`n Roll".

Auftritte weit über Europa hinaus

Schon bei ihrem musikalischen Auftakt zeigten die vier Musiker, dass aus den lustigen Straßenmusikanten inzwischen eine professionelle Band geworden ist, die weit über die Grenzen ihres Heimatortes hinaus bekannt ist. Zahllose Konzerte in ganz Europa, aber auch in der Ukraine, Serbien oder Armenien haben sie zu einem Botschafter der fränkischen Volksmusik gemacht und haben ihnen Preise eingebracht.

Dreh- und Angelpunkt war ihr Heimatort Dietenhofen mit dem Wirtshaus "Zur heiligen Gans", das nicht nur von den Künstlern in ihrer Jugendzeit frequentiert wurde, sondern auch von illustren Gästen. "Wir haben unsere Jugend im Alter zwischen 15 bis 25 Jahren hier im Gasthaus verbracht und haben dieses Haus nur in Notfällen verlassen", betonte Gitarrist und Gruppenleiter Ralf Wieland, der mit seinen skurrilen Geschichten den roten Faden durch das Bühnengeschehen zog. Gastwirt "Weizen-Charlie" spielte dabei eine besondere Rolle, und das erste Lied "Hat sich denn der Wirt erhängt, weil er uns kein Bier einschenkt", entwickelte sich zu einem Ohrwurm.

Schräge Gestalten bevölkern immer wieder Dietenhofen, und diese bringen die vier Protagonisten auch dem Publikum ganz nah. Man bekommt Einblick in die Jugendzeit von Schlagzeuger Johannes Sens mit seinem Titel "Marie, Marie, warum glaub ich dir immer und du glaubst mir nie". Er zeigt sich als Percussion-Tausendsassa und begeisterte mit seiner Trommel-Akrobatik. Da ist dann auch noch Dietenhofens begehrtester Junggeselle, der Arztsohn Simon Schorndanner Junior als Sänger, der seiner Klarinette und seinem Saxophon alles abverlangt. Und Maximilian Eder vermag seinem Akkordeon Töne von zartem Ausdruck, aber auch die Bassbegleitung zu entlocken.Ja selbst Florian Silbereisen suchte das Örtchen als Kurgast auf und wird prompt von Gankino Circus in die Geheimnisse des fränkischen Yogas eingeweiht.

Geschichtenerzähler Wieland zeigte sich immer wieder als wahrer Meister auf seiner Gitarre, erinnerte aber auch an den Tod des Wirtes der "heiligen Gans, der auf seinem Weizenglas einschlief und in einer Lache von Rest-Bier ertrank. "So oder So" erklang es, "am Anfang war's a Seidla, am Ende a Rausch, von der ana Seiten furchtbar, von der anderen Seite schön - so oder so". Den Tod würdigte dann Maximilian Eder auf dem "Bonophon", einem Glockenspiel, das angeblich aus den Knochen des Wirtes Charly bestand.

Spannende Showeinlagen

Nach dem "Wunder von Dietenhofen" mussten die vier Jungs in die nächste Kneipe ausweichen, zum Griechen "Waskostdas". Dabei erfuhren sie, dass der Sirtaki in den 60er Jahren an nur einem Tag mit der Bohrmaschine aufgenommen und dann in Deutschland für alle Melodien verwendet wurde. Auch ihnen sei der Umstieg von Bier auf Uso sofort gelungen.Die Besucher kamen aus den Staunen nicht heraus, als Ralf Wieland dann seiner Gitarre mit einer Bohrmaschine zu Leibe rückte und die Saiten anschlug, dass der Sirtaki originell erklang. Dabei lüftete man auch das Geheimnis von "Gankino", das nichts mit Kino zu tun habe, sondern im Rhythmus ein bulgarischer Volkstanz wäre. "Alles was bei uns im Drei-Viertel-Takt gespielt wird, kommt hier im Elf-Achtel-Takt, und das kommt bei unserem Publikum sehr gut an, "nur der bayerische Rundfunk hat das noch nicht verstanden". Prompt wurde das ausprobiert, indem man Ohrwürmer wie den "Zillertaler Hochzeitsmarsch" im Elf-Achtel-Takt spielte. Sogar halsbrecherische Akrobatik gab es auf der Bühne zu sehen mit Klarinettisten Simon, und mit dem Blick auf die Ami-Kaserne in Ansbach-Katterbach erinnerte man an die Verständigungsschwierigkeiten der Eltern mit den Amerikanern, die man nur unter dem Motto "wir machen Musik" beseitigen konnte.

Das Gasthaus sei auch hier Keimzelle des fränkischen Rock`n Roll und des Twist`s gewesen, und die Besucher machten dabei im Saal kräftig mit. Um für den Nachhauseweg den Blutdruck zu senken, spielte "Gankino Cirkus" dann in allen Variationen das Lied "Kein schöner Land", musste dann aber noch bei langanhaltendem Beifall einige Zugaben geben.

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