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Nahverkehr

Die Fahrpreise für VGN-Tickets sollen 2020 stabil bleiben

Mit einem Maßnahmenpaket will der VGN attraktiver und digitaler werden. Der Haßfurter Kreistag gab grünes Licht.
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Statt Fahrkarten am Ticketautomaten auszudrucken und zu bezahlen, können die Tickets  mobil mit wenigen Klicks durch die App auf dem Smartphone gebucht werden. Foto: Jutta Rudel
Statt Fahrkarten am Ticketautomaten auszudrucken und zu bezahlen, können die Tickets mobil mit wenigen Klicks durch die App auf dem Smartphone gebucht werden. Foto: Jutta Rudel

Keine Erhöhung der Fahrpreise im kommenden Jahr, günstigere Tickets für Fahrgäste, die digitale Angebote nutzen, oder eine automatische Fahrpreisberechnung via Smartphone und GPS. Der VGN (Verkehrsverbund Großraum Nürnberg) will bis 2024 für Kunden attraktiver werden und digital aufrüsten.

Das Unternehmen hat hierzu ein Bündel an Maßnahmen erarbeitet, das in den kommenden fünf Jahren umgesetzt werden soll. So ist unter anderem geplant, 2020 - anders als in den vergangenen Jahren - die Fahrpreise nicht zu erhöhen.

Kostenvorteile für die Kunden und ein Ausbau der digitalen Angebote sind nicht umsonst zu haben. Aktuell besteht jedoch die Möglichkeit Fördermittel vom Freistaat Bayern zu erhalten. Dies erläuterte Andreas Mäder, einer der beiden VGN-Geschäftsführer, am gestrigen Montag in der Sitzung des Kreistags Haßberge in Haßfurt. "Wir hätten die Maßnahmen ohnehin umsetzen müssen, mit eigenen Mitteln. Jetzt besteht die Chance auf Förderung. Der Freistaat investiert erstmalig in Betriebskostenverluste." Auch Landrat Wilhelm Schneider (CSU) unterstrich, dass die Förderung durch den Freistaat ein "Glücksfall" sei.

Fördergelder vom Freistaat

Der Freistaat hat zugesagt, die Maßnahmen - analog zu seiner Beteiligung an der Tarifreform des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds - zu unterstützen. Für den VGN-Raum wurde eine Finanzspritze von ursprünglich bis zu 12,8 Millionen Euro jährlich für die kommenden fünf Jahre zugesagt, wie Susanne Lutz erklärte. Sie ist am Landratsamt für den Bereich Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) zuständig.

516 500 Euro trägt der Landkreis

Analog der Handhabung im Münchner Verbund war zunächst eine 50-prozentige Beteiligung der Grundvertragspartner, zu denen auch der Landkreis Haßberge zählt, vorgesehen. Inzwischen hat sich, wie Lutz berichtete, eine Kostenaufteilung von rund 61 (Freistaat) zu 39 Prozent (Grundvertragspartner) ergeben. Der Landkreis Haßberge wiederum müsste sich an dem Paket insgesamt mit rund 0,5 Prozent beteiligen. In Summe entspricht das in den Jahren 2020 bis 2024 rund 516 500 Euro. Dem VGN stehen bis 2024 insgesamt 25,6 Millionen pro Jahr zur Verfügung.

Wie Mäder erläuterte, fällt der finanziell größte Brocken für die Aussetzung der Tariferhöhung 2020 an.

Kreistagsmitglied Stephan Schneider (SPD) wollte wissen, ob tarifliche Maßnahmen und die Digitalisierung nicht alle Verkehrsverbünde beträfen - und es deswegen nicht sinnvoll sei, Projekte übergreifend anzugehen, so dass Geld nicht doppelt investiert werde. Mäder erklärte, dass dies aufgrund unterschiedlicher Tarifmodelle - wie etwa Waben, Zonen und Kreise - schwierig sei. Man sich aber zum Beispiel über Entwicklungen im IT-Bereich regelmäßig untereinander austausche.

Der Kreistag sprach sich anschließend einstimmig für das Paket aus. Zunächst müssen auch alle weiteren beteiligten Landkreise und Städte dem Paket zustimmen.

Weitere Maßnahmen aus dem VGN-Paket im Überblick:

9-Uhr-Ticket Das bislang nur für die Preisstufen A und B (Nürnberg-Fürth-Stein und Fürth) angebotene 9-Uhr-Abo soll auf das gesamte Verbundgebiet, also auch im Kreis, erweitert werden. Es handelt sich hierbei um ein Ticket, das erst ab 9 Uhr genutzt werden kann, also außerhalb der morgendlichen Hauptverkehrszeit, dafür aber günstiger ist.

Schülertickets Weiter will der VGN neben Einzel- und Tagestickets künftig auch das Solo-31-Ticket und die Schülerwertmarken für Selbstzahler als Handy-Tickets anbieten. Außerdem soll in den kommenden Jahren eine digitale Plattform aufgebaut werden, auf der alle Vertriebsvorgänge im Schülerverkehr zusammenlaufen.

Anschlussticketrechner Ebenfalls Bestandteile des Maßnahmenpakets sind ein Gutscheinmodul im Onlineshop des Verkehrsunternehmens und ein Rechner für Anschlussfahrscheine, die an den Gültigkeitsbereich der jeweiligen Zeitkarte anknüpfen. Wer die Anschlussfahrscheine digital erwirbt, soll zudem rund 25 Prozent im Vergleich zum Analogfahrschein sparen.

Digitale Rabatte Der VGN plant außerdem, digitale Einzelfahrscheine zu günstigeren Preisen anzubieten als analoge Papierfahrkarten. In den Preisstufen A bis F orientiert sich der Preisnachlass am aktuellen Mehrfahrtenkartenrabatt. In den Preisstufen 2 bis 10 soll der Rabatt auf digitale Einzelfahrkarten rund sieben Prozent betragen. Für das Jahr 2022 ist zudem vorgesehen, den Fahrgästen eine automatische Fahrpreisfindung zu ermöglichen: Mit dem Smartphone kann ein- und ausgecheckt werden, das GPS ermittelt Start- und Endhaltestelle.

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