Königsberg gehörte einst zu Sachsen-Coburg-Gotha. Am 1. Juli 1920 wurde Coburg Teil des Freistaates Bayern, und damit kam auch die Stadt Königsberg zu Bayern. Einmal im Jahr kommt die Coburger Schülerverbindung "Casimiriana" nach Königsberg. Das geschieht immer am Vorabend des Feiertages "Christi Himmelfahrt".

Der Ursprung für diese Tradition liegt im Winter 1887/88. Damals - politisch war Königsberg eine Exklave Sachsen-Coburg-Gothas - nahmen zwei junge Königsberger Damen, Sophie Leis und Hulda Carl, an einer Tanzstunde in der Landeshauptstadt Coburg teil. Nachdem sie mit Schülern der "Casimiriana" Freundschaft geschlossen hatten, unternahm die Schülerverbindung im Sommer 1889 ihren ersten Ausflug nach Königsberg. Damit war der Grundstein einer Tradition gelegt, die bis zum heutigen Tag erhalten geblieben ist.

Jährlich am Vorabend zu "Christi Himmelfahrt" kommt seitdem die "Casimiriana" auf dem Schlossberg zusammen, um in einem feierlichen Kommers den bevorstehenden Schuljahresabschluss zu feiern. Im Anschluss an den Kommers, an dem in diesem Jahr neben Vertretern befreundeter Verbindungen und Mitgliedern der Schlossberggemeinde Königsberg auch die Stadtoberhäupter Erich Stubenrauch aus Königsberg und Norbert Kastner aus Coburg teilnahmen, zogen die Chargierten, Burschen, Füchse und Alte Herren der Verbindung mit einem Fackelzug die Schlosssteige und den Salzmarkt hinab zum Marktplatz und ließen dabei das Frankenlied durch die Altstadt hallen. Vor dem Regiomontanusbrunnen hielt "Fuchs" Max Kastner eine in lateinischer Sprache verfasste Laudatio auf den in Königsberg geborenen Mathematiker und Astronomen Regiomontanus.