Ebern
Porträt

Der Weiße unter Eberns Stadtweisen

Manfred Fausten, Senior im Stadtrat, engagiert sich vielseitig. Bevorzugt bringt er sein Fachwissen im Bauausschuss ein. Ein Leben im Unruhestand.
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Manfred Fausten ist in der vierten Periode im Stadtrat Ebern vertreten. Dort ist er der Senior im Gremium, der sich zu Hause gewissenhaft auf alle Sitzungen vorbereitet. Foto: Helmut Will
Manfred Fausten ist in der vierten Periode im Stadtrat Ebern vertreten. Dort ist er der Senior im Gremium, der sich zu Hause gewissenhaft auf alle Sitzungen vorbereitet. Foto: Helmut Will
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Sein schlohweißes Haupt leuchtet von Weitem und zeugt davon, dass Manfred Fausten schon einiges an Jahren und Lebenserfahrung "auf dem Buckel" hat. Der Eberner, den viele durch seine ehrenamtlichen Tätigkeiten in verschiedensten Bereichen kennen, ist auch mit 73 Jahren noch vielseitig engagiert. Er ist verheiratet, hat eine Tochter und zwei Enkelkinder.
Mehrere ehrenamtliche Tätigkeiten kennzeichnen das Leben des am März 1944 in Weißenbrunn Geborenen, der die einklassige Volksschule in Jesserndorf besucht hat.

Die BayWa hatte Faustens Leben über 50 Jahre hinweg bestimmt. Mit 14 Jahren hat er dort eine Lehre als Landmaschinenmechaniker begonnen und diese nach dreieinhalb Jahren Lehrzeit abgeschlossen. Einige Jahre hat er dort als Landmaschinenmechaniker gearbeitet. 1968 wurde ihm kommissarisch die Leitung der Werkstätte in Ebern übertragen. Die Meisterprüfung hat er im Jahr 1970 bei der Handwerkskammer in Würzburg erfolgreich abgeschlossen. Bis 1990 war er Werkstattleiter und im Jahr 1992 kam er in den Außendienst, um dort bei den Bauern Landmaschinen zu verkaufen. "Das Gebiet der BayWa Ebern hat sich damals erweitert und auf die Gemeinden Ebelsbach, Seßlach, Kaltenbrunn und Pfarrweisach ausgedehnt", erinnert sich der Senior. "Es war ein rasanter Wandel in der Technik, die Betriebe der Landwirte wurden weniger, aber größer", erzählt Fausten.


In Vereinen engagiert

Insgesamt sei er mit den Landwirten ausgekommen, wenn man auch manchmal auf "Sturköpfe" gestoßen ist, lacht er, der bis zum Abschied in die Rente 2009 "Außendienstler" und Betriebsleiter blieb.
Als knapp 30-Jähriger hatte Manfred Fausten die Theatergruppe Jesserndorf im Jahr 1972 als deren Leiter übernommen und bis 1992 als Regisseur geführt. In diese Gruppe hat er über 20 Jahre hinweg viel Zeit investiert. "Jedes Jahr zu Weihnachten hatten wir vier Auftritte, die etwa vier Wochen vor den Auftritten wöchentlich bis zu vier Probenabende erforderten", erzählt der Laienregisseur. Spenden aus den Erlösen der Theateraufführungen gab es auch schon damals für die aus Jesserndorf stammende Schwester Dagmar Walz für deren Missionsarbeit.


In Vereinen und Kirche aktiv

In Jesserndorf, wo sich ein Großteil von Faustens Leben abspielte, hat er sich außerdem unter anderem im Haßbergverein eingebracht. Auch im Obst- und Gartenbauverein Jesserndorf und im Imkerverein Jesserndorf war oder ist er Mitglied, auch wenn er seinen Wohnort mittlerweile nach Ebern verlegt und dort ein Haus gebaut hatte. Seit 25 Jahren ist er Mitglied in der Kolpingsfamilie Ebern, gehört dem Musikverein Blasorchester Ebern an und steht in der katholischen Kirchenverwaltung seinen Mann. Als Mesner ist er vor allem bei Beerdigungen im Einsatz und auch dem Förderverein des städtischen Kindergartens gehört er an.

Seine "politische Laufbahn" hat 1972 begonnen, als er 28-jährig in den CSU-Ortsverband eintrat. Für die CSU wurde er 1996 in den Stadtrat Ebern gewählt, dem er seither ohne Unterbrechung angehört. Im CSU-Ortsverband war er zeitweise stellvertretender Ortsvorsitzender und ist seit einiger Zeit dessen Geschäftsführer. Im Stadtrat von Ebern sitzt Fausten gegenwärtig in der vierten Periode und ist der Senior im Gremium.
Manfred Fausten war schon Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses, war im Fremdenverkehrsausschuss tätig und ist heute ein "weiterer Vertreter des Bürgermeisters" und sieht seine Aufgabe vor allem im Gremium des Bauausschusses. "Ich bin sehr gerne im Bauausschuss vertreten, weil ich da im Sinne der Bevölkerung meine Entscheidungen mit einbringen kann. Im Bauausschuss haben wir ein gutes Miteinander über Parteigrenzen hinweg", betont Fausten.
Rückblickend zeigt sich Fausten mit seiner Arbeit als Stadtrat zufrieden. "Ich konnte vieles mit entscheiden und mittragen", sagt er. Als großen Erfolg sieht er die Verteilerspange an, die Ebern auf kurzem Weg mit Unterpreppach und den Einkaufsmärkten beziehungsweise den Firmen in der ehemaligen Kaserne verbindet. "Auch bin ich ein Befürworter von Kreisverkehren."


Große Erfolge

Ganz stolz sei er, "dass wir die Konversion in der ehemaligen Kaserne positiv gestalten konnten, so dass derzeit fast alle Gebäude eine neue Nutzung gefunden haben und dadurch auch Arbeitszeitplätze geschaffen werden konnten". Hier lobt er die Leistung von Altbürgermeister, Robert Herrmann (CSU). Ebenso zählt er den Bau des neuen Hallenbads in Ebern, wobei die Stadt einen erheblichen Anteil geleistet habe, zu den großen Erfolgen.
Auch wenn derzeit im Stadtrat und unter SPD-Bürgermeister Jürgen Hennemann nicht immer alles nach seinen Vorstellungen laufe, müsse man als Demokrat mehrheitlich getroffene Entscheidungen akzeptieren. Sein Fazit: "Mit meinem bisherigen Leben bin ich insgesamt in jeder Hinsicht zufrieden."

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