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Haßfurt
Hochwasser

Der Landkreis Haßberge geht baden

Die Flusspegel steigen weiter. Der Main etwa hat voraussichtlich am Dienstag (4. Juni) den Scheitelpunkt erreicht. Nur wenn es wieder regnen sollte, wird die Lage brisant.
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Fische versuchten gestern, die Sander Seestraße vom strömungsreichen Untermain-Gewässer zum tieferen Baggersee zu überqueren.
Fische versuchten gestern, die Sander Seestraße vom strömungsreichen Untermain-Gewässer zum tieferen Baggersee zu überqueren.
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Die gute Nachricht für alle vom Hochwasser betroffenen Gebiete im Landkreis ist die, dass in den kommenden Tagen der Regen eine Pause macht. Sagt zumindest der Wetterbericht. Sollte der nicht stimmen, hat der Landkreis ein Problem: "Dann wird es kritisch", meint Roland Grabowski, Wasserbaumeister bei der Außenstelle Haßfurt des Wasser- und Schifffahrtsamts Schweinfurt. Zwei bis drei weitere Regentage würden die Hochwassersituation extrem verschärfen, darüber sind sich die Behörden einig. Auch bei der Stadt Haßfurt ist man auf der Hut: "Aus dem Schneider sind wir noch nicht", hieß es dort aus der Verwaltung.

Derzeit sind in der Stadt ufernahe Großparkplätze überflutet. In Augsfeld dagegen war am Montagnachmittag von Hochwasser noch nichts zu sehen, was die Stadtverantwortlichen überraschte, denn Altaugsfeld ist erfahrungsgemäß mit als erstes betroffen. Die Sportgelände des FC und des TV Haßfurt dagegen standen teilweise unter Wasser. Noch bewegt sich das Hochwasser auf einem überschaubaren Level. Allerdings hält man sich bereit, falls sich die Situation ändern sollte - was wohl der Fall wäre, wenn es stark regnet.
Im Bereich Ebern standen Wiesen und Straßen entlang der Baunach und der Itz unter Wasser. Auch hier aber hat sich die Situation im Vergleich zum Wochenende nicht verschlimmert.

Knapp unter sechs Meter

Die Lage am Main schätzte Roland Grabowski am Montag so ein: "Wir gehen davon aus, dass der Pegel noch 30 bis 40 Zentimeter steigt." Gestern Nachmittag (15 Uhr) stand der Main in Trunstadt bei 5,42 Meter, was der Meldestufe zwei entspricht (4,50 bis sechs Meter). Insgesamt gibt es vier Meldestufen, wobei die letzte ab einem Pegel von sieben Metern gilt. Sie steht für "Bebaute Gebiete in größerem Umfang überflutet oder Einsatz der Wasser- oder Dammwehr in großem Umfang erforderlich".

Den Hochwasserscheitel erwartet Grabowski für den Dienstag (4. Juni) zwischen 5,80 und 5,90 Meter. Allerdings seien Voraussagen schwierig, da die Entwicklung stark von aktuellen Wetterbedingungen abhänge. Solange aber in den nächsten Tagen kein Dauerregen einsetze, werde sich die Situation für den Landkreis wieder beruhigen: "Am Obermain ist derzeit alles im grünen Bereich." Zum Vergleich: Bei dem letzten größeren Hochwasser im Januar 2011 stand der Pegel in Trunstadt bei 6,80 Meter.
Die Schifffahrt auf dem Main bleibt eingestellt. Laut Schifffahrtsamt dürfte die Wasserstraße frühestens Freitag oder Samstag wieder freigegeben werden.

Bleibt der Wörth frei?

In Sand war während der vergangenen Tage und wegen des stetig steigenden Mainpegels zu befürchten, dass der Ortsteil Wörth vom Rest des Dorfes abgeschnitten würde. Zwar waren die innerörtlichen Zufahrtsstraßen zum Wörth überflutet, die Straße aus Richtung Zeil jedoch blieb am Montag befahrbar.

Bürgermeister Bernhard Ruß (SPD), der sich der Hochwasserbeobachtung persönlich angenommen hatte, vermutete am Nachmittag, dass das bis zum Abend so bleiben werde. Da jedoch der Pegel in Trunstadt weiter anstieg, wollte die Gemeinde nicht ausschließen, dass es zu Überschwemmungen auf der Kreisstraße zwischen dem Wörth und Zeil kommt. Ruß wies auf die mehrfach täglich aktualisierten Wasserstandsmeldungen auf der Homepage der Gemeinde hin ( www.sand-am-main.de unter dem Menüpunkt "Aktuelles").

Für die Feuerwehren im Landkreis gestaltete sich der Montag laut Kreisbrandrat Ralf Dressel ruhig, nachdem die Woche zuvor etwa in Tretzendorf (Oberaurach) an den Fischweihern oder in Wustviel (Rauhenebrach) teils Tag und Nacht mit Sandsäcken und Pumpen gegen das Hochwasser vorgegangen werden musste. "Es flacht alles ab, größere Probleme gibt es derzeit nicht." Die Feuerwehrleute stellten sich zwar prinzipiell auf weitere Einsätze ein, eine erhöhte Alarmbereitschaft gibt es aber nicht: "Wir beobachten den Wetterbericht und den Pegel der Flüsse", sagte Ralf Dressel.

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