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LKR Haßberge
Neujahrsgrußwort

Der Landkreis Haßberge blickt auf seine Schulen

Landrat Rudolf Handwerker nimmt den Jahreswechsel zum Anlass, auf 2013 und auf die nächsten zwölf Monate zu blicken.
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Das Heinrich-Thein-Berufsschulzentrum in Haßfurt (unten links) muss erneuert werden. Egal ob eine Generalsanierung oder ein Neubau realisiert wird - teuer wird es auf jeden Fall. Der Kreis geht von Kosten in Höhe von rund 20 Millionen Euro aus. Unser Bild zeigt den Schulkomplex.  Foto: Ralf Naumann/Archiv
Das Heinrich-Thein-Berufsschulzentrum in Haßfurt (unten links) muss erneuert werden. Egal ob eine Generalsanierung oder ein Neubau realisiert wird - teuer wird es auf jeden Fall. Der Kreis geht von Kosten in Höhe von rund 20 Millionen Euro aus. Unser Bild zeigt den Schulkomplex. Foto: Ralf Naumann/Archiv
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2013 war laut Handwerker ein Jahr wichtiger Weichenstellungen. "Ganz besonders freue ich mich darüber", schreibt er in seinem Neujahrsgruß, "dass wir den Neubau des Hallenbades in Ebern auf den Weg gebracht haben. Und noch eine weitere wichtige Entscheidung ist gefallen: Das Amtsgericht in Haßfurt wird neu gebaut. Damit geht für mich ein großer Wunsch in Erfüllung. Froh bin ich auch darüber, dass sich bei den Konflikten um den Betrieb Loacker in Wonfurt eine versöhnliche Lösung anbahnt. Die Mediation hat den Weg geöffnet, dass der Betrieb im nächsten Jahr eingehaust werden kann. "

Starker Wirtschaftsraum

Gemeinsam sei es 2013 gelungen, den Landkreis Haßberge wieder ein ordentliches Stück voranzubringen. Mit dauerhaft niedrigen Arbeitslosenquoten und einer Vielfalt an qualifizierten Arbeits- und Ausbildungsplätzen "stehen wir gut da.
Unsere Betriebe exportieren hochwertige Technik und innovative Entwicklungen. Viele Unternehmen spielen sogar in der Champions League mit. Der Landkreis Haßberge beweist Stärke als Lebens- und als Wirtschaftsraum", betont er.

Damit der Landkreis Haßberge zukunftsfähig bleibt, müssen nach seinen Angaben junge Menschen eine Perspektive haben. "Bildung und Ausbildung stehen daher im Mittelpunkt unseres Handelns. Deswegen werden wir die Investitionen im Bereich unserer Schulen fortsetzen. Über 50 Millionen Euro stecken wir in den nächsten Jahren in die Gebäude unserer Bildungseinrichtungen: Die Generalsanierung des Schulzentrums Haßfurt in fünf Bauabschnitten läuft bereits auf Hochtouren.

Bis September 2014 soll die Sanierung des Bauteils Mitte abgeschlossen sein. In eine Großbaustelle hat sich für mehrere Jahre auch die Realschule in Eltmann verwandelt. Begonnen haben wir jetzt mit der Generalsanierung im Bestand, die sich noch bis 2016 hinziehen wird. Ein weiteres bedeutendes Thema ist die Raumsituation an der Realschule Ebern. Diese hatten wir erst 2001 generalsaniert und erweitert. Leider viel zu klein. Damals glaubte man, dass sich die Zahl der Realschüler 2009/10 stabilisiert.

Viel mehr Realschüler als gedacht

Tatsächlich ist sie stark angestiegen: An Stelle der prognostizierten 480 Schüler im Jahr 2010 sind es tatsächlich 660. Die Folge: Bei der Erweiterung 2001 ging man von 17 Klassen aus, tatsächlich wurden im Jahr 2010/11 25 Klassen benötigt. Selbst nach Reduzierung der erforderlichen Klassenprognose hat die Realschule Ebern auf Grund fehlender Fach- und Nebenräume sowie auf Grund fehlender Fläche im Verwaltungs- und Lehrerbereich ein Flächendefizit von 900 Quadratmetern.

Die fehlenden Unterrichtsräume sollen jetzt in einem dreigeschossigen Anbau an den bestehenden Hauptbau untergebracht werden. Gleichzeitig werden auf Grund der Neueinteilung von Räumen und Durchbrüchen zum Altbau Umbaumaßnahmen im Hauptgebäude durchgeführt werden. Unser Ziel ist es, mit dem Bau im kommenden Frühjahr zu beginnen.

Die Heinrich-Thein-Schule bedarf dringend einer Generalsanierung. Wie beim Hallenbad Ebern stellt sich hier die Frage, ob es nicht wirtschaftlicher wäre, die vorhandenen Gebäude abzubrechen und durch einen Neubau zu ersetzen. Darüber entscheidet die Regierung von Unterfranken. Auch das Gymnasium Ebern ist in die Jahre gekommen und muss generalsaniert werden. Laut Gutachten werden die Gesamtkosten bei 13 Millionen Euro liegen", rechnet der Landrat vor.

Umbau der Gesellschaft

Die Herausforderungen, die der demografische Wandel mit sich bringt, werden den Landkreis in Zukunft beschäftigen. Über das seniorenpolitische Gesamtkonzept versuchten der Landkreis und die Gemeinden, den altersgerechten Umbau der Gesellschaft zu planen und zu steuern. "Ein Patentrezept hierfür gibt es nicht", räumt der Landrat ein. Ob ein Landstrich in einigen Jahrzehnten noch lebendig sein wird, hänge von der Pfiffigkeit und vom Engagement der Bürger und ihren gewählten Vertretern ab. Erforderlich seien neue Konzepte, Projekte und Engagement, um die Lebensqualität für alle Generationen in den Städten und Gemeinden zu erhalten. Dazu gehörten die Erhaltung der Nahversorgung und Mobilität genauso wie die Schaffung von generationsübergreifenden Treffpunkten oder die Gestaltung eines familienfreundlichen Wohnumfeldes.

Die Versorgung mit Krippen- und Kindergartenplätzen "in unseren Städten, Märkten und Gemeinden ist weit überdurchschnittlich". Mit aktuell 528 Krippenplätzen - 132 sind noch in der Entstehung - konnte unser Landkreis mit 44 Prozent (im Gegensatz zu anderen Kommunen) die vom Gesetzgeber empfohlene Ausbauquote mehr als erfüllen. Den am 1. August eingetretenen Rechtsanspruch können wir erfüllen", unterstreicht der Landrat.

Ein weiteres dominierendes Thema seien die Asylbewerber. Der Flüchtlingsstrom aus den Krisenregionen dieser Welt reiße nicht ab und deshalb seien das ganze Jahr über Asylbewerber in den Landkreis Haßberge gekommen. Der Landkreis suchte nach seinen Angaben "unentwegt nach Unterbringungsmöglichkeiten und ist auch weiterhin auf der Suche nach Wohnraum. Ich bedanke mich bei allen, die mithelfen, dass sich die Asylbewerber bei uns im Landkreis willkommen fühlen und sich gut einleben können."

Viele Hände sind notwendig

Um Zukunft erfolgreich zu gestalten, brauche es viele helfende Hände. Handwerker: "Zu Beginn des neuen Jahres möchte ich deshalb all denen ein herzliches Dankeschön aussprechen, die sich in den zurückliegenden 365 Tagen aktiv zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger in unserem Kreis engagiert haben. Insbesondere den vielen Ehrenamtlichen möchte ich danken für ihren Einsatz in Vereinen, Verbänden, in den Hilfsdiensten, in Kirche, Gesellschaft und Politik. Auf ihr Engagement bauen wir auch in Zukunft."

Handwerker weiter: "Vor uns liegt ein spannendes Wahljahr. Nicht nur meine Amtszeit als Landrat geht zu Ende, auch in vielen Rathäusern unserer 26 Städte und Gemeinden steht ein Generationenwechsel bevor ... Für die heiße Phase des Wahlkampfes wünsche ich mir, weiterhin daran zu denken, dass wir im Haßberge-Kreis alle in einem Boot sitzen. Unser gemeinsames Ziel ist es, unsere Region zukunftsfähig zu gestalten."

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