Ebern
Weihnachtsmarkt

Der Krippenbauer ist selbst ein "Christkindla"

Die Weihnachtsbotschaft wurde ihm buchstäblich in die Wiege gelegt: Krippenbauer Armin Dominka kam an Heiligabend zur Welt. Das war vor fast 65 Jahren. Der Geist des Hochfestes hat den Eberner eingefangen.
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Halb "Meister Eder", halb Werklehrer: Armin Dominka bestückt eine Wurzel-Krippe mit neuen Zäunen. Foto: Ralf Kestel
Halb "Meister Eder", halb Werklehrer: Armin Dominka bestückt eine Wurzel-Krippe mit neuen Zäunen. Foto: Ralf Kestel
Seit über 30 Jahren bastelt Dominka Krippen, zum 26. Mal organisiert der pensionierte und passionierte Werklehrer zum Weihnachtsmarkt eine Krippenausstellung im Saal der Raiffeisen-Volksbank. Die Veranstaltung ist damit so alt wie die damals neu gebaute Zentrale des Geldinstitutes.

Angefangen hat alles im Werkraum der Hauptschule. Dort unterrichtete der Pädagoge im Fach Werken und man machte sich in der Vorweihnachtszeit auch an den Krippenbau. Das hat allen Spaß gemacht und aus Stolz über das gelungene Werk beim Werkeln wurde Ausschau nach einer Präsentationsform gehalten.

Saal eröffnet Möglichkeiten

Die stand ab 1987 zur Verfügung. Die Raiffeisenbank hatte eben die neuen Gebäude in Klein Nürnberg bezogen, die im Dachgeschoss auch über einen großen Saal nebst Seiteneingang verfügten. Die Idee zündete und steckte an - und schon war der Weihnachtsmarkt um ein Attraktion reicher. Ein beliebter Rückzugs- und Meditationsraum bei all dem (kommerziellen) Getümmel auf dem Marktplatz.

Mitstreiter fand Dominka in seinen (ehemaligen) Schülern und Teilnehmern am VHS-Krippenbaukurs sowie weiteren "versteckten" Talente. "Bei jeder Ausstellung kommt jemand auf mich zu und fragt, ob er im nächsten Jahr auch seine Krippe zeigen darf?

15 Aussteller aus Ebern und Umgebung sind es heuer, die sich mit ihren Kunstwerken aus eigener Fertigung um Armin Domina scharen. Allein voran sein langjähriger Weggefährte Erich Wolfert aus Heubach, mit dem er zusammen auch sämtliche Vorarbeiten im Ausstellungssaal übernimmt, beide sind seit Dienstag zu Gange.

Einen Grundsatz haben die Organisatoren all die Jahre hochgehalten, um heuer damit zu brechen: "Wir haben keine Krippe zwei Mal gezeigt. Das hatten wir uns fest vorgenommen", betont Dominka. Heuer indes weicht er von diesem Dogma ab: "Es hat in früheren Jahren schon so viele schöne Exponate gegeben, die wir nun doch noch einmal präsentieren, obgleich an allen zwischenzeitlich auch viel verändert wurde."

Denn es gibt immer etwas zu verändern, zu reparieren oder zu ergänzen, versichert Dominka, weswegen Krippenbauer ein "Ganz-Jahres-Job" ist. Der 63-Jährige: "Wenn ich im Sommer spazieren gehe, halte ich nach geeigneten Wurzeln oder Hölzern Ausschau." Freilich beginne die Hochsaison in der Werkstatt immer erst ab September.

Mehrere Bilder wechseln sich in den Krippen ab: Maria Verkündigung, Heimsuchung mit Base Elisabeth, Herbergssuche, Christi Geburt, Dreikönigstag und Flucht nach Ägypten. "Wenn ich eine schöne Fluchtgruppe habe, kommt die auch länger dran", verweist auf Dominka auf ein "Besetzungsproblem".

Wanderung nach Vierzehnheiligen

Denn: Die Figuren müssen "passen". Sei es vom Format, vom Stil oder von der Ausführung her. Meist kauft sie der rastlose Lehrer beim Seßlacher Holzbildhauer Wolfgang Schott, aber auch in Bad Staffelstein und in der Rhön.
"Es gibt gute Kunststoff-Figuren, aber da ist auch viel Kitsch dabei", weiß Dominka aus Erfahrung. Dabei findet er für Kinder beispielsweise an Playmobil-Krippenfiguren durchaus Gefallen.

Einem ganz anderen Zeitgeist folgen Dominka und seine Mitstreiter am 5. Januar: Erneut starten sie zur Krippenwanderung nach Vierzehnheiligen. "Egal, bei welchem Wetter." Abmarsch ist um 8 Uhr an der Stadtpfarrkirche St. Laurentius.

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