Ebern
Schönheitswettbewerb

Der kleinste Hund kam ganz groß heraus

Der Dackel von Reinhold Meyer aus Ebern holte bei einer Rassehunde-Ausstellung in Nürnberg den Veteranentitel. Er bewährt sich nicht nur bei der Zucht, sondern auch auf der Jagd.
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Der "großen" Konkurrenz getrotzt: "Gerovom Nonnenschlag" mit Reinhold Meyer auf dem Siegertreppchen ganz oben (mit im Bild: Die Nächstplatzierten und Richter Winfried Peper (Zweiter von links).
Der "großen" Konkurrenz getrotzt: "Gerovom Nonnenschlag" mit Reinhold Meyer auf dem Siegertreppchen ganz oben (mit im Bild: Die Nächstplatzierten und Richter Winfried Peper (Zweiter von links).
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Im Grund sind sie beide Veteranen: "Gero vom Nonnenschlag" und sein "Herrchen", Reinhold Meyer. Doch der einstige Kompaniefeldwebel der Panzeraufklärer aus Ebern und sein treuer Begleiter sind noch munter unterwegs. So holte "Gero" nunmehr auf einer der größten Rassehunde-Ausstellungen Europas, der Cacib in Nürnberg, einen ganz besonderen Schönheitspreis: Der Rüde errang eine Auszeichnung, die für Dackel, ganz selten vergeben wird: Gero wurde Veteranensieger.

In diesem Wettbewerb dürfen nur Hunde antreten, die älter als acht Jahre sind. "Gero" wird in wenigen Wochen zehn Jahre und erfüllte somit die Startberechtigung. "Zunächst musste er sich im Dackellager gegen 106 Konkurrenten durchsetzen, um im Ehrenring gegen die anderen Rassehunde antreten zu dürfen", berichtet Meyer, ein passionierter Jäger im Bramberger Revier und Jagdhornbläser.

Große
Konkurrenz

Im Ehrenring zeigten 20 Hunde vom Berner Sennenhund über Riesenschnauzer bis zum Setter dann, dass sie sich auch im "Alter" noch hervorragend präsentieren. Sechs Hunde kamen in die Endausscheidung und "Gero" war dabei. Groß war die Freude bei Reinhold Meyer und Ehefrau Irmi als der Richterspruch verkündet wurde: "Der Kleinste war der Größte - auf Platz 1 der Rauhhaardackel", jubilierten die Hundezüchter.

Dabei sind die Eheleute, bei denen der Hund "wie ein Kind mit im Haus" lebt, Erfolge doch gewöhnt. Dutzende glänzender Pokale zieren die Wohnung in der Schönhengststraße. An rund 70 größeren Ausstellungen haben Jagdhund und Waidmann teilgenommen. 18 nationale und internationale Titel haben sie schon errungen. "Mehr geht in Deutschland nicht", verkündet Meyer nicht ohne Stolz.

201 Kinder

Dass solche Schönheit das weibliche Geschlecht anzieht, versteht sich von selbst. Neben seiner Hauptaufgabe als Jagdhund hat "Gero" noch eine andere Leidenschaft: der Rüde fungiert als Zuchthund. Und dies mit Erfolg. Schon 201 Mal hat er seine Schönheits-Gene an die nächste Generation weitergegeben. Er ist Erzeuger von 107 kleinen Rüden und 94 "Töchtern".

Die Nachkommenschaft verteilt sich auf ganz Europa, denn die deckungswilligen Damen kamen mitunter aus Belgien, Frankreich und der Schweiz. Kein Wunder bei diesem schönen (Draht-)Haar und schließlich hat sich "Gero" als Schönheits-Champion einen Namen gemacht, da ihm bereits 2007 dieser Titel schon in Jugendjahren verliehen worden war.

Weil Dackel im Regelfall 15 bis 16 Jahren alt werden, hat die Suche nach einem Nachfolger schon begonnen. "Wir haben sämtliche Welpen im Umkreis von 300 Kilometern schon angeschaut, aber vergleichen halt alle mit unserem Gero", fasst Irmi Meyer die bislang vergebliche Suche zusammen. Und Reinhold schwärmt von einem "Glücksfall: "Er ist ein hervorragender Jagdhund, der sämtliche Prüfungen des deutschen Teckelclub durchlaufen hat und aufs Wort hört." Ursprünglich als Schweißhund für die Jagd in einem Zwinger im Raum Rödental namens Nonnenschlag erworben - "er wollte uns, nicht wir ihn, weil er uns ständig nachgelaufen ist"- überzeugte er die Juroren durch sein Erscheinungsbild.
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