Ebern
Bildung

Der Funke sprang schnell über

Mädchen und Buben an der Eberner Realschule setzten sich intensiv mit Technik auseinander - und hatten viel Spaß.
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Lehrerin Anja Kilian hilft dem zehnjährigen Lukas Beck aus Baunach bei seiner Arbeit an der Platine. Helmut Will
Lehrerin Anja Kilian hilft dem zehnjährigen Lukas Beck aus Baunach bei seiner Arbeit an der Platine. Helmut Will
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Eines hatten sie an diesem Tag ganz offensichtlich gemeinsam, die Schülerinnen und Schüler der fünften und sechsten Klassen der Dr.-Ernst-Schmidt-Realschule Ebern: das Interesse an technischen Schaltvorgängen. Im Übungsraum Physik saßen die Kinder konzentriert und angespannt an den Tischen.

"Technik für Kinder" bot die Realschule in Zusammenarbeit mit dem "Bayernwerk" an sechs Projekttagen für jeweils zwei Stunden an und die Kinder waren mit Begeisterung dabei. Wie Realschullehrerin Anja Kilian, Betreuerin des Technikbegeisterungsprogramms "Schüler entdecken Technik" (SET) sagte, nahmen an dem Projekt jeweils 18 Kinder aus den fünften Klassen erstmals und 18 Kinder aus den sechsten Klassen an einem Fortgeschrittenen-Kurs teil.

Anja Kilian ist ganz nah bei den Schülern, beobachtet deren konzentriertes Arbeiten, gibt Tipps, beantwortet Fragen. Sie zeigt auf drei Mädchen in der ersten Reihe. "Die drei brauchen fast keine Hilfe, sie arbeiten absolut selbstständig nach dem vorliegenden Schaltplan", freut sich die Lehrerin. Diese drei jungen Damen sind Frida Weber, Mia Eller und Daniela Eckstein, die sich dem Anschein nach nur ungern stören lassen. Mia Eller hat eine Platine vor sich, aus der infolge von verschiedenen Verbindungen ein "Lagerfeuer" entstehen soll. Sie spricht für die drei Schülerinnen: "Da steck' ich die einzelnen Dioden in die Löcher und löte deren Drähte auf der Rückseite an." Das sei eigentlich leicht, meint die Zehnjährige aus Gräfenholz, die die Klasse 5c an der Realschule besucht. Sie zeigt auf einen Schaltplan. "Da ist alles erläutert mit Nummern und Farben und man muss nur aufpassen, dass man die Drähte nicht falsch anlötet, sonst brennt das Lagerfeuer nicht", lacht sie. Sie und die Schülerinnen links und rechts von ihr finden das Projekt toll. "Das sollte öfters stattfinden", sagen Frida Weber aus Reckenneusig und Daniela Eckstein aus Hafenpreppach unisono.

Mit dabei sind als "echte Fachkräfte" Linda Fenn und Paul Schlößer. Beide sind Auszubildende beim Energieversorger "Bayernwerk" im dritten Lehrjahr. Linda Fenn selbst war Schülerin an der Realschule Ebern. "Für Elektronik interessiere ich mich schon immer, auch durch meinen Vater, der so was macht. Deshalb habe ich mich zu einer Ausbildung beim ,Bayernwerk' als Elektronikerin entschlossen. Ich freue mich, dass ich als Azubi im dritten Lehrjahr mit in die Schule darf; es macht total Spaß, mit den Kindern zu arbeiten und mit ihnen aus den Bausätzen etwas Funktionsfähiges zu gestalten, was am Ende noch blinkt", sagt Linda Fenn, die aus Weißenbrunn kommt.

Sie steht zwischen Elias Herold und Max Jones, um ihnen Hilfestellung zu geben. Elias Herold kommt aus Baunach und ist ebenso wie sein Tischnachbar Max Jones konzentriert bei der Sache. Beide haben keine Probleme, nach Anleitung ihr elektronisches Lagerfeuer zu bauen. Auch Vanessa Bäuerlein aus Gerach und Lara Sauer aus Reckendorf blicken durch ihre Schutzbrillen auf die vor ihnen liegenden Platinen. Die beiden Fünftklässlerinnen fertigen ebenso wie alle im Raum ein "Lagerfeuer." Vanessa erläutert ihr Projekt: "Ich löte die LEDs auf der Platine an und die wechseln sich halt dann immer ab und blinken", sagt sie. Schwer ist das nach ihrer Meinung nicht, weil es eine Anleitung dazu gibt. "Da sieht man, wohin man die Widerstände machen muss und da klappt das ganz gut und macht ganz viel Spaß und ich interessiere mich für Technik", so Vanessa. Hat sie eventuell schon eine Vorstellung, was sie einmal beruflich machen möchte? Ohne Zögern sagt die Elfjährige: "Ich werde wohl etwas Handwerkliches machen."

Lara Sauer, die neben Vanessa sitzt, ist auch begeistert. "Vor allem weil man hier selber was machen kann und das dann auch mit nach Hause nehmen darf", sagt die Zehnjährige. Wenn man etwas nicht wisse, könne man den Paul fragen. Paul ist Paul Schlößer, der als Azubi zum Elektroniker beim "Bayernwerk" tätig ist. Er kommt aus Bamberg. "Wir machen hier zusammen mit den Kindern Technik für Kinder." Das Interesse der Kinder schätzt Paul als "sehr hoch" ein. Er ist zum ersten Mal bei solch einem Projekt dabei und es ist auch für ihn eine neue Erfahrung. "Bisher war ich immer derjenige, dem etwas erzählt wird, jetzt bin ich es, der den Kindern mir beigebrachtes Wissen weitergeben kann", sagt er.

Am Ende der "Technikstunde" haben alle ihre Arbeit erledigt. Es blinkt und rauscht im Unterrichtssaal, als Schulleiter Hartmut Weis in den Raum kommt. Max Jones zeigt dem Chef und Lehrerin Anja Kilian stolz sein blinkendes "Lagerfeuer" und erklärt, was es alles zu tun gab, bis das Projekt fertig war. Stolz nehmen die Schüler aus Händen der Betreuungslehrerin Anja Kilian Urkunden entgegen, mit denen ihnen bescheinigt wird, am Projekt "Schüler entdecken Technik" teilgenommen zu haben.

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