Haßfurt
Porträt

Der Chefarzt fühlt sich "als Teil eines Teams"

Anfang Mai nimmt die Abteilung für Akutgeriatrie am Haßfurter Krankenhaus offiziell den Betrieb auf. Chefarzt ist Dr. Frank Schröder.
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Der Chefarzt im Gespräch mit einer Patientin Foto: privat
Der Chefarzt im Gespräch mit einer Patientin Foto: privat
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Er stammt aus dem hohen Norden und ist aus dem tiefen Süden der Republik nach Haßfurt gekommen - Dr. Frank Schröder, der Chef der Abteilung für Akutgeriatrie, die in einem Anbau an das Haus Haßfurt der "Haßberg-Kliniken" eingerichtet wurde.

Ein Satz, der den 47-Jährigen am besten beschreibt? Schröder muss nicht lange überlegen. "Ich fühle mich als Teil eines Teams", gibt er zur Protokoll. "Es war ungemein spannend im Team etwas Neues gestalten zu können", blickt er auf seine Anfangszeit in der Kreisstadt zurück. Aus Altötting, wo er seit 2009 Sektionsleiter Angiologie und Diabetologie am Kreisklinikum war und sich besonders in der Geriatrie in Burghausen engagiert hat, ist er zum Jahreswechsel nach Unterfranken gekommen.

Vor allem der Reiz, die Abteilung neu aufzubauen habe den Ausschlag gegeben, aus dem Süden in den Norden von Bayern umzusiedeln. "Das ist noch einmal eine ganz andere Herausforderung als bei einem Chefarztwechsel."

In vielen Gesprächen hat er seit Januar sein Team gebildet und die Entstehung des Neubaus mitbetreut. Bis hin zu den Farben der Wände oder Türen oder den Zimmernummern, die nicht nur außen, sondern auch innen an den Türen stehen. "Das dient der besseren Orientierung für die Patienten", erläutert der Chefarzt.

Sein medizinischer Werdegang begann einst in der Pflege. Als Zivildienstleistender arbeitete er in einem Lübecker Krankenhaus. "Damals, unmittelbar nach dem Abitur, war mir noch nicht klar, dass ich einmal Arzt werden will", erinnert er sich an die Zeit zurück. Die Aufgaben auf Station und der Umgang mit den Patienten weckte aber das Interesse an der Medizin. "Es hat Spaß gemacht. Menschlich und fachlich", fasst Schröder die Monate in Lübeck zusammen.

Über Forschungsaufgaben in Kiel und Köln ("Das Wissenschaftliche in der Medizin hat mich vor allem in den ersten Jahren sehr interessiert."), eine Assistenzarztstelle in der Kardiologie in Hannover und eine Oberarztstelle in Augsburg ging es nach Burghausen. Bereits 2003 legte er den Facharzt für Innere Medizin ab, drei Jahre später kam der Schwerpunkt Angiologie dazu und noch einmal zwei Jahre später die Zusatzbezeichnung Diabetologie. Seit 2006 ist Schröder Privatdozent an der Medizinischen Hochschule Hannover, seit 2013 Geriater.
"Ältere Menschen haben mich schon immer interessiert. Sie haben eine Geschichte, die sie anderen erzählen können", beschreibt der Familienvater - seine Frau ist ebenfalls Ärztin, die beiden Kinder sind 14 und 18 Jahre alt -, einen Aspekt, der bei seiner Entscheidung für Geriatrie wichtig war.

Schnell ist Schröder in seiner neuen Heimat heimisch geworden. "Ich mag die Landschaft", sagt der Chefarzt. Auch und vor allem die vielen Hügel im Steigerwald und den Haßbergen. "Das ist für mich als Radler ein neues Revier." Zwar nicht vergleichbar mit den Bergen um Burghausen, dafür aber dem Norden - der früheren Heimat - deutlich näher. "Nach Lübeck oder Kiel ist es jetzt nur noch halb so weit."


Geriatrie

Mit Geriatrie umschreibt man die Medizin für ältere Menschen, die altersbedingt meist unter mehreren Erkrankungen gleichzeitig leiden. Ziel der Geriatrie ist einer Verbesserung der medizinischen Versorgung und eine weitgehende Selbstständigkeit der Lebensführung.


Vortrag

"Geriatrie - Medizin für ältere Menschen" lautet der Titel eines Vortrags des Chefarztes der neuen Akutgeriatrie der Haßberg-Klinikenmit, Dr. Frank Schröder, am Montag, 28. April, 19 Uhr. im Konferenzraum des Ärztehauses 1 am Haus Haßfurt der Haßberg-Kliniken. Schröder spricht in der kostenlosen Veranstaltung, die in Zusammenarbeit mit der VHS Haßberge angeboten wird, über die Behandlungs- und Versorgungsmöglichkeiten durch das therapeutische Team der neuen Abteilung am Haßfurter Krankenhaus. Die Anmeldung zu dem Vortrag ist möglich unter Telefon 09521 / 94 20-0 oder unter www.vhs-hassberge.de.

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