Ebern
Neujahrsempfang

Der "Baumeister" von Ebern

Die Stadt Ebern ernannte Altbürgermeister Robert Herrmann zum Ehrenbürger. Die Kommune trägt heute die Handschrift des früheren Stadtoberhauptes.
Artikel drucken Artikel einbetten
Bürgermeister Jürgen Hennemann (rechts) überreicht an  Robert Herrmann die Ehrenurkunde zur Ernennung als Ehrenbürger der Stadt Ebern. Helmut Will
Bürgermeister Jürgen Hennemann (rechts) überreicht an Robert Herrmann die Ehrenurkunde zur Ernennung als Ehrenbürger der Stadt Ebern. Helmut Will
+8 Bilder

Robert Herrmann, der die Geschicke der Stadt Ebern über drei Wahlperioden 18 Jahre lang erfolgreich geleitet hatte, wurde beim Neujahrsempfang der Stadt Ebern am Donnerstagabend zum Ehrenbürger ernannt. Er ist damit neben Altbürgermeister Rolf Feulner der zweite noch lebende Ehrenbürger.

Der amtierende Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) zitierte in seiner Rede aus dem Büchlein "Amtsreden des Landbürgermeisters" aus dem Jahr 1914, das Robert Herrmann schon bemüht hatte, als er seinen Vorgänger, Altbürgermeister Rolf Feulner, verabschiedete. Zu Robert Herrmann sagte der Bürgermeister: "Das Ehrenbürgerrecht ist die höchste Auszeichnung, die eine Stadt vergeben kann. Die Verdienste von Robert Herrmann stehen im Einklang mit dieser Auszeichnung. Als erfahrener und weitsichtiger Mann haben Sie Anregungen zu den besten Einrichtungen unserer Stadt gegeben und ihre Durchführung geleitet." Unschätzbar sei, was er in seiner Amtszeit geleistet habe. Die Stadt Ebern könne durch die Verleihung des Ehrenbürgerrechts nur äußerlich den Dank für große Verdienste ausdrücken. Hennemann und die geladenen Gäste ließen Robert Herrmann hoch leben.

Der Stadtrat hatte in seiner Sitzung am 7. Juni 2018 beschlossen, Herrmann zum Ehrenbürger zu ernennen. Hennemann blickte zurück und sagte, dass Robert Herrmann im März 1996 zum Bürgermeister der Stadt Ebern gewählt wurde und in den Jahren 2002 und 2008 in diesem Amt bestätigt wurde, bevor er am 30. April 2014 aus dem Amt aus Altersgründen ausschied. Hennemann: "Anerkennend darf ich sagen, Sie haben die Stadt Ebern in Ihrer Funktion als Erster Bürgermeister entscheidend geprägt. Besonders am Herzen lag Ihnen dabei die Verbesserung der städtischen Infrastruktur und natürlich Baumaßnahmen aller Art, was Ihrer beruflichen Ausbildung als Mann vom Fach, vom Bau, entsprach. Sie haben deshalb auch in Ihrer Funktion als Bürgermeister öfter zum Zeichenstift gegriffen und Entwürfe für Baumaßnahmen der Stadt gefertigt. Ich darf hier nur an den Anbau des Feuerwehrgerätehauses in Ebern exemplarisch erinnern." Der amtierende Bürgermeister zeigte sich sicher, dass man noch lange von Robert Herrmann als "Baumeister" von Ebern sprechen werde.

Hennemann zählte viele Projekte auf, die unter Robert Herrmann als Bürgermeister angepackt und verwirklicht wurden. Einige sollen genannt werden: die Vermarktung und Umwandlung der ehemaligen Bundeswehrkaserne, Ausbau der Infrastruktur und des Abwassernetzes mit Kläranlage, Dorferneuerung, verkehrsberuhigte Zone in der Altstadt, Verteilerspange, Anbindung der Stadt Ebern an den VGN (Verkehrsverbund Großraum Nürnberg), Schaffung von Gewerbegebieten mit vielen Arbeitsplätzen, Errichtung der ersten kommunalen Kinderkrippe im Landkreis, Ausbau der Ganztagesbetreuung, Sanierung der Grund- und Mittelschule. Herrmann habe in all seinen Funktionen stets großen Einsatz zum Wohle der Bürger gezeigt. "Sie haben sich um Ebern verdient gemacht", betonte Hennemann und überreichte die Ehrenbürgerschaft an den Altbürgermeister, bevor sich der Geehrte in das Goldene Buch der Stadt Ebern eintrug.

Auch der Innen-Staatssekretär Gerhard Eck vom bayerischen Innenministerium, Landrat Wilhelm Schneider (beide CSU) und der Eberner Türmer Armin Dominka stießen ein "Loblied" auf Robert Herrmann und würdigten seine Leistungen für die Stadt Ebern und den Landkreis Haßberge. "Herausragende Leistungen verdienen eine besondere Ehrung", sagte der Landrat und freute sich, dass Robert Herrmann zum Ehrenbürger ernannt wurde. Herrmann habe nicht nur für Ebern, sondern als Kreisrat auch 18 Jahre in herausragender Weise für den Landkreis gewirkt. Die Ära Herrmann sei in der Stadt unübersehbar.

Robert Herrmann brachte zunächst ein "Wow" hervor. Er war sichtlich beeindruckt ob der vielen lobenden Worte und der Verleihung der Ehrenbürgerschaft. "Was ich gehört habe, hat mich fast von den Socken gehauen, und man kommt auch in ein Alter, in dem man die Tränen zurückhalten muss." Sein Dank galt seiner Ehefrau Christiane für die Unterstützung in all den Jahren. Er habe gerne im Team seiner Mitarbeiter in der Stadtverwaltung und mit dem Stadtrat zusammengearbeitet. "Es war schön, dass ich mich einbringen konnte. Es hat mir großen Spaß gemacht und ich hoffe, dass die Geschicke der Stadt Ebern auch weiterhin in guten Händen sind."

Er ging kurz auf die Verwirrungen in der Welt und in Europa ein und forderte auf, bei der Europawahl alle Parteien zu unterstützen, die pro Europa sind. "Nur gemeinsam kann man eine gute Zukunft für Europa erreichen", sagte der neue Ehrenbürger.

Beim Neujahrsempfang blickte Bürgermeister Jürgen Hennemann auf das vergangene Jahr zurück und warf einen Blick nach vorne. Musikalisch begleitete das Blasorchester Ebern unter Leitung von Sebastian Saffer die Veranstaltung. In seinem Rückblick sprach Hennemann die gute Zusammenarbeit mit allen Gemeinden in der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Ebern an und nannte viele Projekte, die angepackt und vollendet wurden. Dank guter Steuereinnahmen sei der Schuldenstand der Stadt gesenkt worden. "Aber ständige Investitionen und Maßnahmen lassen die Arbeit nicht ausgehen", sagte der Bürgermeister. An vollenden Maßnahmen sprach er den Kanalbau in Kurzewind und in der ehemaligen Kaserne an, die Ausstattung der Feuerwehren, den Breitbandausbau und Freizeiteinrichtungen. Er ging auf die Gründung der Baunach-Allianz ein, die Biodiversität und die Verleihung als Fair-Trade-Stadt. Als kommende Aufgaben der Stadt und des Landkreises bezeichnete er den Neubau des Gymnasiums und die Fertigstellung des Umbaus der Realschule. Besondere Priorität habe der Erhalt des Krankenhauses.

Staatssekretär Gerhard Eck ging in seiner Rede auf die Sicherheit im Freistaat Bayern ein, wobei er besonders der Polizei und allen Hilfsdiensten seine Wertschätzung entgegenbrachte. "Innere Sicherheit ist keine Selbstverständlichkeit", sondern sie bedürfe des Einsatzes aller Sicherheitsbehörden. Weiter sollten alle, die jammern, darüber nachdenken, was "um uns herum passiert. Wir leben in einem sicheren Land und in Wohlstand und ich will nicht verhehlen, dass es manchen auch bei uns nicht so gut geht", sagte Eck. Er brach eine Lanze für ein vereintes Europa und dankte allen, die sich ehrenamtlich einbringen. Der Redner hob die gute Zusammenarbeit im Landkreis und in Unterfranken zwischen allen Behörden, Gemeinden und Städten hervor. Der Bürgermeister der Eberner Partnergemeinde Strass im Zillertal, Karl Eberharter, hob seine Verbundenheit mit der Partnerstadt Ebern und mit dem Ehrenbürger Robert Herrmann hervor. Eberharter sagte ein "Grüß Gott aus Tirol." Er selber hatte als Bürgermeister keinen Kontakt mit Robert Herrmann, da er erst seit drei Jahren im Amt ist. Er kenne ihn allerdings schon viele Jahre durch gegenseitige Besuche.

Verabschiedet wurde Alfred Walz aus Reutersbrunn als Gemeindediener, der viele Jahre für Ordnung und Sauberkeit auf dem dortigen Zeltplatz gesorgt hat und dort die "gute Seele" war. "Die Zusammenarbeit mit dir war perfekt und auf dich war immer Verlass", sagte Bürgermeister Hennemann.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren