Pfaffendorf
Bürgerversammlung

Der alten Schule schlägt die letzte Stunde

Nach dem Gemeinderat Maroldsweisach votieren auch die Einwohner für den Abriss der alten Pfaffendorfer Schule. Danach soll hier ein Spielplatz entstehen.
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Noch steht die alte Schule an der Don-Bosco-Allee in Pfaffendorf. Aber es wird "dunkel" um sie herum. Sie soll noch heuer abgerissen werden und 2018 soll an gleicher Stelle ein Spielplatz entstehen.Helmut Will
Noch steht die alte Schule an der Don-Bosco-Allee in Pfaffendorf. Aber es wird "dunkel" um sie herum. Sie soll noch heuer abgerissen werden und 2018 soll an gleicher Stelle ein Spielplatz entstehen.Helmut Will
Bei der Bürgerversammlung am Montagabend in Pfaffendorf stellte Bürgermeister Wolfram Thein (SPD) die Baumaßnahme für die alte Schule vor. Hier gab es unterschiedliche Meinungen für eine künftige Nutzung. Weitere Informationen über die Finanzen und Bevölkerungsentwicklung standen auf der Tagesordnung.
"Die alte Schule ist in Pfaffendorf schon seit etwa 20 Jahren ein Thema", sagte Wolfram Thein. Es sei schon ein Verkauf im Jahr 2009 gescheitert. Nun habe der Gemeinderat beschlossen, dass die Schule abgerissen und an gleicher Stelle ein Spielplatz errichtet werden soll. Architekt Jürgen Bergmann habe sich die alte Schule und den Keller angesehen und sei zu dem Schluss gekommen, dass es ein "riesengroßer finanzieller Aufwand" wäre, diese, einschließlich des Kellergewölbes, zu sanieren. "Deshalb haben wir nach Fördermöglichkeiten gesucht und werden vom Amt für Ländliche Entwicklung eine Förderung mit 30 000 Euro für den Abriss der Schule und das Anlegen eines Spielplatzes erhalten", sagte Thein.
Der Bürgermeister weiter: "Wir hätten uns Gedanken gemacht, das Kellergewölbe oder die Schule zu erhalten, wenn von irgendeiner Seite her Interesse bekundet worden wäre." Der Aufwand sei jedoch viel zu groß und rechtfertige einen Erhalt nicht. Einen Bedarf für Pfaffendorf sah das Gemeindeoberhaupt auch nicht: "Wir haben hier zwei Gastwirtschaften und ein Sportheim, so dass weiterer räumlicher Bedarf nicht erkennbar ist."
Sein Fazit: "Wir reißen die Schule möglichst noch heuer ab, um dort im kommenden Jahr einen Spielplatz anzulegen."
Ludwig Möller gab zu bedenken, dass das "schöne Kreuzgewölbe" des Kellers dann für immer verloren wäre. Er gab zu überlegen, ob dieses nicht erhalten werden könnte.
Die Kosten hierfür können wir noch gar nicht einschätzen, auch wegen der Substanz. Man könne nicht sagen, was auf einen zukäme, sagte der Bürgermeister.
Er wurde durch einen Versammlungsteilnehmer unterstützt: "Ich bin für Abreißen, das würde sonst für uns ein Fass ohne Boden."
Robert Klein wollte wissen, ob die Pfaffendorfer überhaupt noch eine Chance hätten, wenn sie den Keller erhalten wollten. Doch da gab es sofort "Gegenwind" von einem anderen Versammlungsteilnehmer, der meinte, dass das für keinen Verein finanzierbar sei.
Verwaltungsleiter Renè Schäd konnte auch keine Summe für den Erhalt nennen. Die Kosten für den Abbruch bezifferten er und der Bürgermeister auf etwa 30 000 Euro; dies sei die Summe, die vom Amt für Ländliche Entwicklung in Aussicht gestellt wurde. Drei Angebote habe man eingeholt, die eng beieinander lägen, sagte Schäd und verwies darauf, dass es bei Erhalt des Kellers keine Förderung geben würde.
Ludwig Möller, der einen Erhalt in die Waagschale geworfen hatte, merkte, dass die Mehrheit dagegen ist, und fasste es so zusammen: "Wenn keiner verliebt ist in die Braut, dann heiratet sie keiner."
Auch eine Oma beklagte, dass weder ihre Kinder einen Spielplatz gehabt hätten noch hätten ihre Enkel bisher einen.
Schließlich forderte Gemeinderat Nikolaus Schober eine Abstimmung. 25 Bürger sprachen sich für den Abriss der Schule und des Kellers aus und dafür, einen Spielplatz anzulegen; vier waren dagegen.
Der Bürgermeister hatte auch schon einen Plan dabei, wie der Spielplatz aussehen könnte. Das hörte sich an wie ein Spielplatz "de luxe." So sollen dort, auf einer Fläche von etwa 45 mal 28 Metern, eine Kinderrutsche, ein Spielhaus, ein Trampolin, zwei Federspiele, eine Kombischaukel und eine Turmkombination entstehen.


Einwohnerzahl und Pro-Kopf-Verschuldung sinken

Thein ging auf die Entwicklung der Einwohnerzahl ein. Nach seinen Worten zählt die Marktgemeinde derzeit 3296 Einwohner. Das sind 52 weniger als im Vorjahr, als noch 3348 Menschen im Gemeindegebiet wohnten. "Im Jahr 2007, also vor zehn Jahren, hatten wir noch 3613 Einwohner. Seitdem ist ein stetig langsamer Abwärtstrend vorhanden", bedauerte er und versicherte, dass die Gemeinde bemüht sei, durch verschiedene Maßnahmen diesem Trend entgegenzuwirken.
Auch die finanzielle Seite der Marktgemeinde beleuchtete Wolfram Thein. Demnach beträgt 2016 die Pro-Kopf-Verschuldung 556 Euro. Der Landesdurchschnitt vergleichbarer Gemeinden beläuft sich auf 678 Euro. Auch hier machte er einen stetigen Abwärtstrend aus, der allerdings positiv sei. "Im Jahr 2011 lagen wir mit unserer Pro-Kopf-Verschuldung noch bei 801 Euro und konnten diese, bis auf einen Ausrutscher im Jahr 2015 (602 Euro) kontinuierlich abbauen. "Wir wollen weiter gut wirtschaften, uns nicht übernehmen und nicht mehr ausgeben, als wir einnehmen, sagte der Bürgermeister. Das hänge von verschiedenen Faktoren ab, "aber wir wollen alle Maßnahmen durchziehen, zu denen wir als Gemeinde verpflichtet sind, erklärte das Gemeindeoberhaupt. Dank sagte er den örtlichen Vereinen, die sich mit Tatkraft bei verschiedenen Projekten - er nannte den Friedhof und den Dorfplatz - mit einbrachten.
Josef Wagner sprach ein Ärgernis an: "An den Altglascontainern sind Sachen zu sehen, die da nicht hingehören", schimpfte er. Fremde würden dort solche Gegenstände ablagern. Auch ein Sack mit Schafwolle sei dort gelagert worden. Geschäftsleiter Renè Schäd forderte die Bürger auf, ein waches Auge zu haben und "Sünder" der Gemeinde zu melden. "Dann können wir dagegen vorgehen."
Als weiteres Ärgernis wurde die Verschmutzung mit Hundekot am Kriegerdenkmal von einer Frau angeführt. Hier ging der Appell der Gemeinde an alle Hundebesitzer, die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner in Tüten zu entsorgen. Angeregt wurde, einen Spender für Tüten aufzustellen, damit die Leute den Kot entsorgen können.
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