Elf Feuerwehrautos waren am Samstagvormittag im Konvoi von Ebern in den südlichen Landkreis unterwegs. Ihr Ziel war der Eltmanner Stadtteil Eschenbach, wo praktisch als Generalprobe die erste Übung der Dispogruppe "Wasserförderung" aus dem Inspektionsbezirk I (Ebern, Pfarrweisach, Untermerzbach, Rentweinsdorf) stattfand.

Vom Main bei Eschenbach wurde eine 2700 Meter lange Schlauchleitung verlegt, durch einen Wasserdurchlass unter der Bundesstraße 26 hindurch, den Berg hinauf Richtung Eltmann und dann den Feldweg entlang bis zur Wallburg. Hierbei galt es, über 100 Höhenmeter zu überwinden. Dabei halfen sieben Tragkraftspritzen verschiedener Feuerwehren, die gewährleisteten, dass der Druck von acht bar auf der gesamten Strecke konstant blieb.

Die Schläuche mit einer Einzellänge von 20 Metern waren bereits zusammengekuppelt auf dem Einsatzfahrzeug der Feuerwehr Unterpreppach (700 Meter) und dem Schlauchwagen des Katastrophenschutzes (2000 Meter) , der bei der Feuerwehr Pfarrweisach stationiert ist. Trotzdem bedurfte es einer großen Kraftanstrengung der Floriansjünger, da die Schlauchleitung sorgfältig am Wegesrand verlegt werden musste.

Nach einem zügigen Aufbau der Wasserversorgung, die durch den Fach-Kreisbrandmeister Klaus Oster unterstützt wurde, hieß es dann: "Wasser marsch!". Das Mainwasser fand seinen Weg problemlos zur Wallburg. Auch einige Kinder mit ihren Müttern waren als Zaungäste vor Ort und bestaunten die großen Geräte und die Leistungsfähigkeit der Freiwilligen Feuerwehr.

Die beiden Kreisbrandmeister Jonas Ludewig und Ralph Morgenroth waren die Einsatzleiter bei dieser Großübung. Sie waren es auch, die die Planungen im Vorfeld übernommen hatten und sozusagen das "Baby" Dispogruppe "Wasserförderung" auf die Welt brachten. Kreisbrandrat Ralf Dressel hatte Ludewig und Morgenroth beauftragt, diese Dispogruppe zu gründen. Bereits am Kreisfeuerwehrtag dieses Jahres in Haßfurt war das Vorhaben kurz vorgestellt worden.

In anderen Landkreisen gibt es schon solche Dispogruppen, nun will auch der Landkreis Haßberge nachziehen. Es ist geplant, in jedem der vier Inspektionsbezirke eine Gruppe zu gründen, so dass im Ernstfall jeder jedem helfen kann. Das wäre nötig, wenn es sich um ein großes Einsatzszenario handelt, zum Beispiel bei einem ausgedehnten Waldbrand, wo eben eine lange Schlauchstrecke gebraucht wird. Aber auch zur Unterstützung der örtlichen Wehr mit frischen Einsatzkräften bei größeren Einsätzen, die über Tage dauern, ist die Dispogruppe gedacht. Die Einsatzbereitschaft wird bei der Integrierten Leitstelle (ILS) in Schweinfurt gemeldet, so dass jeder Einsatzleiter bei Bedarf über dieses Mittel verfügen kann. "Das sind zusätzliche Kontingente und der Feuerschutz bleibt natürlich trotzdem in jeder Gemeinde bestehen", erläuterte Kreisbrandmeister Jonas Ludewig.

Sehr zufrieden mit dem Verlauf der Übung war Kreisbrandrat Ralf Dressel, der zusammen mit dem örtlichen Kreisbrandmeister Thomas Neeb die gesamte Strecke zu Fuß ablief. "Wir werden die Übung reflektieren lassen und dann auch in den drei anderen Inspektionsbezirken jeweils eine Dispogruppe aufbauen. So sind wir bestens für die Zukunft gerüstet", sagte Dressel bei der Schlussbesprechung.

Kreisbrandinspektor Thomas Habermann lobte die ehrenamtlichen Feuerwehrleute für ihren selbstlosen Einsatz und die Tatsache, dass sie 365 Tage im Jahr zum Wohle der Allgemeinheit zur Verfügung stehen. Insgesamt waren an der Übung 65 Männer und Frauen von den Feuerwehren Ebern, Rentweinsdorf, Untermerzbach, Obermerzbach, Gereuth, Unterpreppach, Pfarrweisach, Eichelberg und Reutersbrunn beteiligt.