Kirchlauter
Abwasserentsorgung

Das Pettstadter Abwasser fließt künftig nach Kirchlauter

Der Gemeinderat Kirchlauter beschloss einmütig, den Ortsteil Pettstadt an die Kläranlage in Kirchlauter anzuschließen.
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Idyllisch liegt Pettstadt in den Haßbergen unterhalb des "Stachels". Jetzt rückt das Dorf - im übertragenen Sinn - näher an Kirchlauter heran. Das Abwasser aus Pettstadt fließt künftig in die Kläranlage Kirchlauter und wird dort gereinigt. Das Pettstadter Klärwerk wird aufgegeben. Foto: gg
Idyllisch liegt Pettstadt in den Haßbergen unterhalb des "Stachels". Jetzt rückt das Dorf - im übertragenen Sinn - näher an Kirchlauter heran. Das Abwasser aus Pettstadt fließt künftig in die Kläranlage Kirchlauter und wird dort gereinigt. Das Pettstadter Klärwerk wird aufgegeben. Foto: gg

Die Kleinkläranlage im Kirchlauterer Gemeindeteil Pettstadt wird nicht mehr ertüchtigt und saniert. Vielmehr wird der kleine Ort in den Haßbergen an die Kläranlage in Kirchlauter angeschlossen. Dies beschloss der Gemeinderat bei seiner Sitzung einstimmig und machte damit den Weg frei für eine Planung, die aber bis 2021 umgesetzt werden muss, um in den Genuss entsprechender Fördergelder zu kommen.

Bürgermeister Karl-Heinz Kandler (SPD erinnerte noch einmal an die Diskussionen bei den Gemeinderatssitzungen, aber auch an die Bürgerversammlung, in der das Projekt vorgestellt worden sei. Die Scheibentauchkörper-Kläranlage sei in die Jahre gekommen und der Rotationskörper müsste saniert werden. In diesem Zusammenhang habe man mehrere Varianten erörtert und Vergleichsberechnungen angestellt.

Drei Varianten berechnet

Die Variante 1 mit der Erneuerung der Scheibentauchkörper mit Betonbauwerk käme nach der Kostenschätzung auf 421 818 Euro und bei einer Berechnung über den Aufwand in 25 Jahren sogar auf 445 481 Euro. Mit Erhalt des Betonbauwerkes lande man bei 371 243 Euro.

Die Variante 2 (Anschluss nach Kirchlauter in offener Bauweise) käme auf 347 845 Euro.

Am günstigsten käme aber die Variante 3 mit einem Anschluss an Kirchlauter in geschlossener Bauweise und Einpflügen. Hier gehe man von Kosten von 226 465 Euro aus.

Alle Varianten sprächen damit für den Anschluss an die Kläranlage Kirchlauter.

Bei einem Vorgespräch mit dem Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen, sagte Bürgermeister Kandler, sei auch eine Förderung von 150 Euro pro laufenden Meter für die Anschlussleitung nach Kirchlauter in Aussicht gestellt worden. Hierfür sei eine prüffähige Entwurfsplanung im Vorfeld einzureichen. Der Förderzeitraum laufe hier allerdings nur bis zum 31. Dezember 2021. Bis zu diesem Zeitpunkt müsse nach derzeitigem Kenntnisstand die Maßnahme gebaut und abgerechnet sein. Für eine Ertüchtigung der bestehenden Kläranlage stünden hingegen keine Fördermöglichkeiten bereit.

Aspekt Klärschlammentsorgung

Gemeinderat Reinhold Stöhr stellte fest, dass bei der Bürgerversammlung keine Gegenwehr gekommen und die Meinung für einen Anschluss nach Kirchlauter sehr positiv ausgefallen sei.

Gemeinderat Uwe Derra brachte die künftige Entsorgung des Klärschlamms ins Gespräch. Auch für dieses Problem wäre es besser, wenn man nicht zwei Kläranlagen hätte, sondern nur über die Kläranlage Kirchlauter der Klärschlamm entsorgt werden müsste.

Der Gemeinderat beschloss dann einmütig, Pettstadt an die Kläranlage in Kirchlauter anzuschließen. Er beauftragte gleichzeitig die Verwaltung, ein Honorarangebot mit stufenweiser Beauftragung bei einem geeigneten Planungsbüro anzufordern.

Erdaushubdeponie "Bocksholz" auf Eis gelegt

Zum wiederholten Mal stand die Erdaushubdeponie "Bocksholz" bei Goggelgereuth auf der Tagesordnung der Sitzung des Kirchlauterer Gemeinderates. Für diesen Bereich lag bereits im Jahr 2003 eine Planung für eine Erd- und Bauschuttdeponie vor. Bei einem Ortstermin im Jahr 2013 wurde dann die geplante Erdauffüllungsdeponie besprochen, die dann 2014 doch nicht genehmigungsfähig war. 2016 wurde dann wieder ein Ingenieurbüro mit der Planung beauftragt, die sich bis vor kurzem hinzog und für die Baugrunduntersuchungen erfolgten und hydrogeologische Gutachten eingeholt wurden.

Bei einem Besprechungstermin im Februar 2019 seien dann, wie Bürgermeister Karl-Heinz Kandler erklärte, die weiteren Schritte besprochen worden. Dabei habe sich ergeben, dass die Erdaushubdeponie nur mit einem sehr hohen Kostenaufwand für den Einbau einer künstlichen Abdichtung und die Beprobung aller später angelieferten Materialien realisiert werden könne. Die dabei anfallenden Kosten von circa 100 000 Euro, die jeweils auf den Kubikmeter Boden umzulegen wären, stünden aber in keinem Verhältnis zum Nutzen der Bürger.

Gemeinderat Horst Gehring zweifelte so manches von den Behörden an und war der Meinung, dass diese Schwierigkeiten an einzelnen Personen lägen. Deswegen sei er der Meinung, dass man im Beschluss das "nicht weiterzuverfolgen" durch "momentan nicht zu verfolgen" austauschen sollte. Ähnlich sah es Gemeinderat Uwe Derra, der sagte: "Man wird aus den Worten des Wasserwirtschaftsamtes nicht schlau. Das kann sich bei Behörden aber schnell wieder ändern. Deshalb sollte man eine flexible Formulierung wählen, die man bei Änderung der Gesetzeslage wieder aufgreifen kann." So beschloss das Gremium, die geplante Errichtung der Erdaushubdeponie "Bocksholz" "momentan nicht weiterzuverfolgen".

Anschließend entschloss sich das Gremium dazu, für den Bauhof einen Mini-Bagger anzuschaffen, für den sich die Bruttokosten auf circa 30 000 Euro belaufen. Bauhofmitarbeiter Holger Herbold erläuterte dabei die Notwendigkeit und die Ausrüstung mit drei Schaufeln.

Ein Angebot für ein elektrisches Läutwerk will man sich für das Feuerwehr- und Gemeindehaus Pettstadt einholen, da Veronika Muckelbauer aufgrund ihres Alters den Läutdienst nicht mehr ausüben kann.

Ausschreibung ohne Ergebnis

Zum aktuellen Stand des Bauvorhabens "Obere Wirtschaft" teilte Bürgermeister Kandler mit, dass man die Arbeiten ausgeschrieben, aber kein einziges Angebot erhalten habe. So müsse man die Arbeiten erneut ausschreiben.

Gemeinderat Michael Tischner fragte nach den freien Plätzen in der Kinderkrippe Kirchlauter. Nach Aussage der Leiterin Alexandra Geuß ist die Krippe mit zehn Kindern belegt. Es wechselten aber immer wieder Kinder in die Regelgruppe, so dass für alle Kinder ein Platz angeboten werden könne.

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