Maroldsweisach
Marktgemeinderat

Dankurkunde bleibt in der Familie

Maroldsweisachs ehemaliger Bürgermeister Werner Thein erhielt die kommunale Verdiensturkunde des Freistaats. Die Laudatio sprach sein Sohn Wolfram Thein.
Artikel drucken Artikel einbetten
Händedruck und Urkunde vom Sohn: Werner Thein, ehemaliger Bürgermeister in Maroldsweisach (links), erhält von seinem Sohn Wolfram, Bürgermeister der Marktgemeinde, die Dankurkunde des Freistaates Bayern.  Helmut Will
Händedruck und Urkunde vom Sohn: Werner Thein, ehemaliger Bürgermeister in Maroldsweisach (links), erhält von seinem Sohn Wolfram, Bürgermeister der Marktgemeinde, die Dankurkunde des Freistaates Bayern. Helmut Will

Es kommt sicher nicht allzu oft vor, dass ein Sohn seinen Vater für besondere Verdienste in der kommunalen Selbstverwaltung ehren darf. Werner Thein konnte aus der Hand seines Sohnes Wolfram Thein (SPD), Bürgermeister der Marktgemeinde, die kommunale Verdiensturkunde des Freistaates Bayern für seine Verdienste als ehemaliger Bürgermeister von Maroldsweisach entgegen nehmen.

Diese Würdigung erhielt Werner Thein am Montagabend im Rahmen der Gemeinderatsitzung. "Diese Dankesurkunde soll Dank und Anerkennung für dein langjähriges, verdienstvolles Wirken in der kommunalen Selbstverwaltung widerspiegeln", sagte Wolfram Thein, als er die Urkunde an seinen Vater übergab.

In seiner Laudatio führte er aus, dass Werner Thein am 1. Juli 1973 bei der Marktgemeinde in der Verwaltung eingestellt wurde. Im Jahr 1996 wurde er dann zum 1. Bürgermeister gewählt und sei von der Verwaltungsarbeit zur politischen Arbeit im Rathaus gewandert.

Vieles auf den Weg gebracht

Wolfram Thein skizzierte einige Projekte, die sein Vater auf den Weg gebracht hatte. Unter seiner "Regentschaft" im Rathaus wurde die Umgehungsstraße im Gewerbegebiet Altenstein gebaut, die Wasserversorgung in Maroldsweisach erneuert, die Gewerbegebiete in Altenstein und Maroldsweisach voran gebracht, das Baugebiet "Am Wolfsgrund" und an den "Schwarzwiesen" erschlossen, der Wertstoffhof eingeweiht, das Gemeindehaus in Dippach saniert, die Dorferneuerung Maroldsweisach und Dorfplatz Altenstein durchgeführt und Feuerwehrfahrzeuge beschafft.

"Während deiner Zeit als Erster Bürgermeister warst du auch von 2009 bis 2014 im Kreistag des Landkreises Haßberge", sagte Thein. Von 2014 bis zu seinem Rücktritt aus dem Gemeinderat habe er dort im Rechnungsprüfungsausschuss, im Finanz- und Forstausschuss der Gemeinde gearbeitet, sei im Bau- und Umweltausschuss Stellvertreter gewesen.

Neuer Informationssicherheitsbeauftragter

Die Gemeinde hat einen neuen Informationssicherheitsbeauftragten (ISB). Diese Aufgabe hat seit 7. Januar dieses Jahres der 35-jährige Christian Wendland inne, der sich seit 2003 mit Aufgaben der Informationssicherheit beschäftigt. Er wurde von Bürgermeister Wolfram Thein (SPD) in der Sitzung des Marktgemeinderates am Montagabend im Rathaus vorgestellt.

Umfangreich sind die Aufgaben von Christian Wendland, wie Bürgermeister Wolfram Thein erläuterte. "Er wird als ISB zuständig sein für alle Belange der Informationssicherheit in der Verwaltung und er wird ein Informationssicherheitskonzept erstellen", sagte der Bürgermeister. Auch habe er dafür Sorge zu tragen, dass alle in der Verwaltung angemessen und schnell über geänderte rechtliche und technische Bedingungen im Bereich er IT-Sicherheit informiert werden.

"Vor mir liegt ein ganz schöner Brocken Arbeit", sagte Christian Wendland" und er zeigte sich überzeugt, dass man alles auf die Reihe bekommen werde. Wie Verwaltungsleiter Renè Schäd hierzu erläuterte, wird Wendland in der Woche dreizehn Stunden für die Marktgemeinde arbeiten. "Unser Sicherheitskonzept muss bis zum 31. Dezember 2019 erstellt sein", sagte Schäd weiter. Das Projekt wird auch vom Freistaat für zwei Jahre gefördert. Der Gemeinderat beschloss einstimmig die Bestellung von Christian Wendland.

Waschanlage darf rund um die Uhr laufen

Weiter beschloss das Gremium eine allgemeine Verordnung über den Betrieb von Autowaschanlagen an Sonn- und Feiertagen für den Gemeindebereich, wobei an einigen Feiertagen die Anlagen nicht betrieben werden dürfen. Zudem wurde beschlossen, im kommenden Gewerbegebiet "Bleichäcker" einer Automatenwaschanlage den 24-Stundenbetrieb an sieben Wochentagen zu ermöglichen und damit dem Antrag des potentiellen Betreibers der Tankstelle entgegen zu kommen.

Sein Einvernehmen erteilte der Gemeinderat auch dem Bauvorhaben eines Nahversorgers - wie dem Plan zu entnehmen war handelt es sich dabei um einen "Netto-Markt"-, im Gewerbegebiet "Bleichäcker" einen "Backshop" mit Cafe zu errichten.

Länger diskutiert wurde, ob man dem TSV Pfaffendorf antragsgemäß einen Zuschuss für einen Anbau gewähren will. Dieser Antrag war bereits am 20. Oktober 2018 vom Bauausschuss der Gemeinde abgelehnt worden. Parallel dazu lag ein weiterer Antrag des TSV Pfaffendorf auf Bezuschussung für die Erstellung eines Fangzaunes zwischen Sport- und Spielplatz vor. Dafür sollten, so der Bauausschuss, die Kosten vollständig übernommen werden.

Zuschuss für TSV Pfaffendorf

Gemeinderat Günter Reß aus Pfaffendorf plädierte dafür, die Entscheidung nochmals zu überdenken. Er beantragte, dem TSV Pfaffendorf für den Anbau einen Zuschuss in Höhe von 2000 bis 3000 Euro zu gewähren. Dafür würde sich der TSV Pfaffendorf auch bereit erklären, den Rasen am künftigen Spielplatz zu mähen. Bemängelt wurde von Mitgliedern des Gremiums, dass keine Zahlen über Kosten der Maßnahmen vorlägen.

Schließlich einigte sich der Gemeinderat darauf, dem TSV Pfaffendorf für einen Anbau einen Zuschuss von 2500 Euro zu gewähren und den Fangzaun zu bezahlen. Laut Verwaltungsleiter Schäd dürfte dieser um die 1000 Euro kosten. Der TSV Pfaffendorf wird im Gegenzug für mindestens zehn Jahre den Rasen am Spielplatz mähen und somit den Gemeindebauhof entlasten.

Weiter befasste sich das Gremium mit Zuschussmöglichkeiten zum öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) im Gemeindegebiet und der Einrichtung eines ehrenamtlichen Fahrdienstes für Einkaufsfahrten nach Ebern. Entgegen vieler Meinungen gebe es bereits Angebote des ÖPNV, sagte Bürgermeister Wolfram Thein. Er stellte sechs verschiedene Buslinien vor, mit denen es möglich ist, Ebern, Haßfurt oder Hofheim zu erreichen. Mit dem Busunternehmen Hümmer aus Kirchlauter sei vereinbart, dass der Linienbus zusätzlich an Einkaufsmärkten in Ebern hält. "Die einfache Fahrt kostet fünf Euro, also Hin- und Rückfahrt zehn Euro", erklärte der Bürgermeister. Die Idee sei nun, dass der Markt Maroldsweisach 50 Prozent der nachgewiesenen Fahrtkosten übernimmt, erläuterte Verwaltungsleiter Renè Schäd.

"City-Bus" fährt einmal pro Woche

Weiter hatte Gemeinderätin Heidi Müller-Gärtner ins Gespräch gebracht, ob nicht zusätzlich zum Linienverkehr ein "City-Bus" durch die Marktgemeinde für Einkaufsfahrten mit ehrenamtlichen Fahrern geprüft werden sollte, der einmal wöchentlich nach Ebern fährt. Dafür sollten zwei Euro verlangt werden, um die Betriebskosten des Citybusses zu decken. "Wenn es nicht funktioniert, kann man das ja ohne weiteres wieder einstellen", sagte Müller-Gärtner.

Bürgermeister Wolfram Thein stellte klar, das das keine Konkurrenz zum ÖPNV sei. "Das ist ein zusätzliches Angebot, was ich meine, den Bürgern, die nicht mobil sind, schuldig zu sein, nachdem es gegenwärtig keinen Nahversorger bei uns gibt", sagte er. Wenn der Nahversorger, der am Gewerbegebiet "Bleichäcker", wie Thein hofft, Mitte des Jahres da ist, könne der Citybus wegfallen.

Für den Citybus müsse man sich bei der Gemeinde anmelden. "Wenn drei Personen fahren wollen, können wir den Bus fahren lassen", sagte der Bürgermeister. Mit einigen Rentnern als ehrenamtlichen Fahrern, sei man in Kontakt. Schließlich wurde beschlossen, für die öffentliche Buslinie der Firma Hümmer nach Ebern 50 Prozent der Fahrtkosten zu übernehmen und den Citybus einmal in der Woche nach Ebern bei einer Kostenbeteiligung von zwei Euro fahren zu lassen.

Mitgeteilt wurde dem Gemeinderat, dass die alte Trafostation am Wertstoffhof rückgebaut und in unmittelbarer Nähe eine kompakte Trafostation errichtet wird. Bestätigt wurden vom Gremium die neuen Feuerwehrkommandanten von Dippach, Thorsten Käferlein und Thomas Steigmeier.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren