Burgpreppach
Würdigung

"Danke, Burgpreppach!"

Die Grundschule in der Marktgemeinde verabschiedete ihren Rektor Alois Brandl. 32 Jahre war der Sylbacher dort Lehrer.
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Bürgermeister Hermann Niediek (rechts) hatte eine Ruhebank für den scheidenden Rektor Alois Brandl dabei.  Simon Albrecht
Bürgermeister Hermann Niediek (rechts) hatte eine Ruhebank für den scheidenden Rektor Alois Brandl dabei. Simon Albrecht
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Am Schluss kamen doch ein paar Tränen: "Danke, Burgpreppach!", sagte der scheidende Rektor der Grundschule Burgpreppach, Alois Brandl, sichtlich ergriffen zum Ende seiner Abschiedsrede. Am Dienstag ist in der Aula der Grundschule dem 65-jährigen Lehrer ein großer Bahnhof von Schülern, dem Lehrerkollegium, dem Schulamt, benachbarten Schulen und Gästen aus Politik, Kirche und Vereinen beschert worden.

32 Jahre lang unterrichtete Brandl in der Grundschule, davon war er die vergangenen fünf Jahre Rektor. Seine Nachfolgerin ist Silke Feulner, die am 1. August in seine Fußstapfen tritt. Einen unverwüstlichen Humor, einen gesunden Menschenverstand und einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn attestierten die Redner dem scheidenden Rektor. So Schulrätin Susanne Vodde, nach deren Worten Brandl "mehr als ein guter Lehrer und Rektor war". Sie durchstreifte seine Vita in kurzen Stationen: Gymnasiumsbesuch in Haßfurt, Wehrdienst, erste Lehramtsprüfung, Besuch mehrerer Schulen und zweite Lehramtsprüfung. Seit 1987 unterrichte er in Burgpreppach an der Grundschule, ist 2008 Konrektor geworden und 2014 Rektor.

Der Bürgermeister der Marktgemeinde Burgpreppach, Hermann Niediek, hob hervor, unter Brandl sei die digitale Technik in der Schule eingeführt worden. Sonderapplaus erhielt er, als er an Brandl eine Ruhebank überreichte. Die Bauhofmitarbeiter, so der Bürgermeister, lieferten die Bank gern nach Sylbach, dem Wohnort von Brandl. "Aber die ham auch einen guten Durst", meinte der Bürgermeister augenzwinkernd.

Matthias Weinberger vom Personalrat des Staatlichen Schulamtes ließ wissen, dass die Grundschule Burgpreppach "ein weißes Blatt ist". Will heißen: Es gebe keine Konflikte oder Probleme, die bis nach Haßfurt durchgedrungen seien. Für so ein kleines Team sei das eine gute Leistung, lobte er.

Als Ortspfarrer und für zwei weitere Seelsorger-Kollegen, die an der Schule unterrichten, dankte Pfarrer Michael Thiedmann. Brandl, so der Geistliche, habe das Lebensgefühl schon längst gefunden und es weitergegeben an die Kollegen und an die Schüler. Namens des TSV Burgprepppach dankte Vorsitzender Michael Busch dem scheidenden Rektor und bescheinigte ihm eine "stets partnerschaftliche und faire Zusammenarbeit". Katja Merkle vom Elternbeirat der Schule betrachtete das Wirken von Brandl von der philosophischen Seite: "Lehrer zu sein ist kein Beruf, sondern eine Berufung". Sieben Lehrerinnen (Brandls Team) gingen in einer "Über-Rede" auf die Vorzüge des Lehrerseins und des Ruhestands ein. Ihr Resumee: "Tja, Alois, wenn du bleibst, hast du Ferien". Ein "Erste-Hilfe-Koffer" für Notlagen war ihr Geschenk. Vier ehemalige Schüler (Nele Rützel, Lukas Pohley, Leonie Pohley und Leon Busch) durchlebten nochmals ihre Schulzeit mit Brandl im Zeitraffer.

In humorvoller Weise karikierte der Scheidende zum Schluss sein Lehrer-Leben. Ernst wurde er bei den zwei Stationen der Lehramtsanwärterzeit. "Das waren die schlechtesten Zeiten in meinem Leben". Als er vor 32 Jahren nach Burgpreppach kam, habe es "vier Schulen, vier Lehrer und ein Telefon gegeben - das war in Gemeinfeld", witzelte er.

Zu Beginn der Abschiedsfeier von Rektor Alois Brandl am Dienstagmittag hatte sich die Feiergemeinde auf dem Schulsportgelände eingefunden. Dort rockten die Kinder zu dem Hit "Tage wie diese", das das Lieblingslied von Brandl sei, klärte Kollegin Silke Feulner auf. Alle 56 Kinder ließen anschließend ihren Luftballon, angehängt mit einem Wunsch für den scheidenden Rektor, in den blauen Himmel steigen.

In der Aula umrahmten die Kinder die Feier musikalisch. So der dritte und vierte Jahrgang mit einem afrikanischen Begrüßungslied, die Kindertagesstätte Burgpreppach mit dem Lied "Alles hat seine Zeit". Sie überreichten an Brandl einen Wecker. Die Flöten-AG wirkte ebenso mit wie der erste und zweite Jahrgang mit einem Abschiedslied. Mit einfühlsamen Klassikern begeisterte das junge Quartett "Back to April" um Sänger Leon Busch. Mit dabei Philipp Langenberg, Jonas Poller und Daniel Palacios Rausch.

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