Westheim bei Haßfurt
Glaube

Dankbar für christliches Leben

Pfarrer Wolfgang Stettler feierte sein 65. Priesterjubiläum mit einer feierlichen Prozession und einem Gottesdienst.
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Mit einer feierlichen Prozession, angeführt von den Kirchenmusikern, begleitete die Kirchengemeinde den Jubilar zum Pfarrhaus, wo ein Empfang stattfand.  Foto: Christiane Reuther
Mit einer feierlichen Prozession, angeführt von den Kirchenmusikern, begleitete die Kirchengemeinde den Jubilar zum Pfarrhaus, wo ein Empfang stattfand. Foto: Christiane Reuther
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"Westheim ist der Mutterboden, aus dem ich komme", äußerte sich der Ruhestandspfarrer Wolfgang Stettler am Sonntag während eines festlichen Gottesdienstes in der St.-Michael-Kirche zu Westheim. Anlass war sein 65. Priesterjubiläum, das er mit seiner Heimatgemeinde, Gästen und Familienangehörigen feierte und das die Kirchenmusik Westheim musikalisch umrahmte. Den Gottesdienst zelebrierte der 89-jährige Jubilar gemeinsam mit seinem 85-jährigen Bruder Franz-Josef, Pfarrer Michael Weck (Knetzgau) und Diakon Arno Wehner (Gefäll/Rhön). In einer feierlichen Prozession, angeführt von den Kirchenmusikern, begleitete die Kirchengemeinde anschließend den Jubilar zum Pfarrhaus, wo ein Empfang stattfand.

Doch zunächst blickte Pfarrer Stettler in großer Dankbarkeit auf sein Priesterleben zurück. Die Eltern von Pfarrer Stettler hatten im Jahre 1926 in Westheim Fuß gefasst, wo der Vater als Landarzt praktizierte. Der Nährboden mit unterschiedlichen Faktoren habe ihn in seinem Heimatort mit seiner ländlichen Struktur getragen und geprägt. Mit acht Geschwistern aufgewachsen in einem Elternhaus, das christlich geprägt war, verinnerlichte er die Lernschule des Miteinanders, um füreinander einzutreten und aufeinander zuzugehen.

Immer Mensch

Für den Vater sei jeder Mensch Patient und jeder Patient gleichsam Mensch gewesen. Die Frage nach der Konfession und dem Bekenntnis habe sich im Elternhaus nie gestellt. Der Jubilar erinnerte an die drei Gotteshäuser, die beiden Kirchtürme und die damalige Synagoge mit ihrer jüdischen Gemeinde, die nicht nur das Ortsbild von Westheim, sondern auch die Kindheit des Jubilars prägten. Den Kindergarten und die Schule bezeichnete der Pfarrer als guten Humusboden mit Nährstoffen, die ihn neben der Familie bis zum heutigen Tag ausgerichtet auf Jesus Christus getragen habe.

Der Bruder des Jubilars spürte in seiner Ansprache die Worte des Evangelisten Johannes nach: "Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt. Ich habe euch dazu bestimmt, dass ihr euch auf den Weg macht und Frucht bringt - Frucht, die bleibt".

Mit einer Vielfalt an Früchten habe das Geschenk der persönlichen Zuneigung Gottes Gestalt im Leben des Jubilars angenommen. Als Kaplan in Lohr und Lehrer in der dortigen Berufsschule habe sich Wolfgang Stettler "warm gelaufen". Großes Einfühlungsvermögen legte der Jubilar als junger Priester an den Tag, baute Brücken zwischen den katholischen und evangelischen Christen und lebte so die Ökumene.

Danach wechselte Wolfgang Stettler an das Humboldt-Gymnasium Schweinfurt. Hier baute er in einer Zeit des Aufstandes und der Auflehnung gegen die kirchliche Moral Vertrauen auf und erhielt als Vorsitzender des Personalrats Wertschätzung bei seinen Kollegen. Innerkirchliche Ereignisse, wie das Zweite Vatikanische Konzil in den 1960er Jahren lebte der Jubilar und ließ die Früchte der Kirche als Volk Gottes zum Reifen bringen.

"Ein gedrucktes Papier"

Die Würzburger Synode bezeichnete Franz-Josef Stettler als "ein gedrucktes Papier", das so manches wieder rückläufig machte. "Zu viel Kirche und zu wenig Volk" - die damalige Situation passe laut dem Festredner auch in das heutige Erscheinungsbild der Kirche. Wolfgang Stettler war zudem Ausbilder für Gottesdienstleiter und Diakone. Arno Wehner war einer dieser Diakone, der den Ehrentag des Jubilars mit feierte.

Dankbar zeigte sich Franz-Josef Stettler, dass sowohl er als auch sein Bruder Wolfgang noch im hohen Alter das Wort Gottes verkündigen könne. In der Pfarreiengemeinschaft Theres hilft Wolfgang Stettler regelmäßig bei Gottesdiensten aus. Christine Kober gratulierte im Namen der Pfarrei dem Jubilar mit einem Präsent.

Und auch die jüngsten Gäste der Stettlers Familie überreichten während des Gottesdienstes greifbare Früchte, die den Altar schmückten.

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