Burgpreppach
Dorferneuerung

Burgpreppach schaut nach vorn: Vorfreude auf Bürgerhaus

Die Gemeinde Burgpreppach wird ihr Rathaus in ein Bürgerhaus umwandeln und muss dafür selbst "nur" 430 000 Euro aufbringen.
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Mithilfe erheblicher Fördermittel soll das Noch-Rathaus in Burgpreppach generalsaniert werden. Klemens Albert
Mithilfe erheblicher Fördermittel soll das Noch-Rathaus in Burgpreppach generalsaniert werden. Klemens Albert

Zur letzten Sitzung des Jahres traf sich der Rat der Marktgemeinde Burgpreppach im "Noch-Rathaus". Mit einem hohen Förderbetrag des Amts für ländliche Entwicklung (ALE) soll das Gebäude grundlegend saniert und zu einem Bürgerhaus umgewidmet werden. Diese neue Nutzung soll die Dorfgemeinschaft stärken. Der Bauausschuss hat sich mit dem Planungsbüros Pollach vor Ort umgesehen.

Voraussichtlich wird das ALE von den Gesamtkosten in Höhe von 1,577 Millionen Euro wegen der teilweise kommunalen Nutzung des Gebäudes 15 Prozent abziehen. Für die verbleibenden 1,269 Millionen Euro förderfähige Kosten wird es 90 Prozent (1,142 Millionen Euro) Kostenersatz geben. Somit würden auf die Gemeinde Kosten in Höhe von etwa 430 000 Euro zukommen, das entspricht etwa 25 Prozent der Gesamtkosten.

Die Gemeinde wird zwar, wie Bürgermeister Niediek ausführte, als Bauherr auftreten, den Zuschuss aber nur über die Teilnehmergemeinschaft Burgpreppach 5 bekommen. Mit ihr muss eine Kostenvereinbarung abgeschlossen werden.

Auf Nachfrage von Helmut Schwappach konnte VG-Geschäftsführer Andreas Dellert beruhigen, dass die hier eingesetzten Fördermittel nicht zu Lasten der Dorferneuerung gehen. Ferner äußerte er Bedenken, ob angesichts der Verschuldung der Gemeinde eine solche "Luxussanierung" nötig sei. Bürgermeister Niediek hielt dagegen, dass das eine einmalige Chance sei, das Rathausgebäude so kostengünstig wieder herzurichten: "Wenn wir das jetzt sausen lassen, ist das weg."

Das Wasser wird billiger. Andreas Dellert stellte zunächst die Kalkulation für die Jahre 2011 bis 2017 vor. Seit April .2011 liegt der Preis für einen Kubikmeter Wasser bei einem Euro, die Grundgebühr bei 90 Euro. In den sieben Jahren sei, so Dellert, ein Gesamtüberschuss von 42 000 Euro angefallen.

Für die Neukalkulation wurden Unterhaltskosten, Kosten für Verwaltung, kalkulatorische Abschreibung und Zinsen sowie Erlöse aus dem Wasserverkauf an Hofheim und Pfarrweisach verrechnet. Am Ende einigte sich die VG auf den Vorschlag, ab 1. Januar 2019 die 90 Euro Grundgebühr zu belassen und den Kubikmeterpreis auf 85 Cent zu senken. Mit acht zu drei Stimmen wurde das beschlossen.

Beiträge oder Gebühren

Keine endgültige Aussage wurde gemacht, ob Investitionskosten über Beiträge oder Gebühren aufgefangen werden sollen. Es soll ein Aushang erfolgen mit dem Hinweis, dass auch für die Abwasserkosten für den Jahresbeginn eine neue Kalkulation mit eventueller Gebührenanpassung erarbeitet werden soll.

500 Euro Zuschuss erhält die Pfarreiengemeinschaft Hofheim für die ökumenische Seniorenbetreuung 2018. Der gleiche Betrag geht auch an den Verein "Freunde des Mittelalters zu Burgpreppach" für die Gestaltung des Mittelaltermarkts in Burgpreppach 2018. Hierdurch erfahre, wie Bürgermeister Niediek feststellte, die Burgpreppacher Kirchweih nach außen eine ungemeine Aufwertung.

Das Jahr aus Sicht des Bürgermeisters

Bürgermeister Hermann Niediek gab einen Rückblick auf das Jahr 2018, das er als "ein großartiges und positives Jahr mit vielen Aktivitäten und Entscheidungen" bezeichnete. So sei die Dorferneuerung für Burgpreppach, Ibind und Hohnhausen angestoßen worden. In Hohnhausen wurde der Spatenstich für die Ortsdurchfahrt ausgeführt, für die Wasserversorgung neue Elektronik installiert und für den Ausbau der Straße nach Fitzendorf sei der Vorbescheid eingetroffen.

Die Neugestaltung des Rathausvorplatzes wurde beschlossen, so der Bürgermeister weiter, und ganz aktuell der Umbau des Rathauses zum Bürgerhaus - mit einem "wahnsinnigen Zuschuss durch ALE". Straßen seien ausgebessert und repariert worden, ebenso Spielplätze, eine Internetverbesserung in der Grundschule geschaffen worden und die Feuerwehren Gemeinfeld und Hohnhausen hätten neue Pumpen bekommen.

Durch den Verkauf von Wasser nach Hofheim habe sich der Wasserpreis trotz negativer Kommentare nicht erhöht, sondern gar verringert.

Das alles, so fasste Niediek zusammen, zeige, "dass wir auf dem richtigen Weg sind." Die Pro-Kopf-Verschuldung sei im letzten Jahr entgegen mancher Prognosen von 1358 Euro auf 1102 Euro gesunken. Er rechtfertigte die Aufnahme von Darlehen damit, dass es mit der Gemeinde weiter aufwärts gehen und diese nicht ins Abseits geraten solle. Für 2019 wolle er das "Jahr der positiven Gedanken" ausrufen, um diese Entwicklung "mal ins richtige Licht zu rücken."

Lob vom Stellvertreter

Auch Niedieks Stellvertreter Günther Stottele ergriff noch das Wort und bestätigte dessen Einschätzungen. Viele notwendige Maßnahmen und Projekte seien umgesetzt worden. Natürlich werde dadurch der Gemeindehaushalt auch belastet, doch es werde etwas geschaffen, um das Leben in der Gemeinde möglichst positiv zu gestalten. Er lobte des Bürgermeisters Fleiß und seine Verbindungen zu Behörden und wichtigen Entscheidungsträgern und sprach ihm den Dank des Gemeinderats und der Gemeinde aus.



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