Ebern
Fasching

Bunter Abend in Ebern: Mit Volldampf für Stimmung gesorgt

Rund 125 Akteure begeisterten das Publikum beim Bunten Abend in Ebern und sorgten mit Volldampf für heitere Stimmung, Lachsalven und jede Menge Spaß.
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"40 Jahre. Ebern - mit Volldampf voraus" , lautete das Motto der bunten Abende des Kulturrings. Mit Volldampf fuhren die Züge in die Aula des Gymnasiums, die sich für zwei Abende in einen alten, aber sehr belebten Bahnhof verwandelt hatte. Während es sich die Gäste im Speisewagen bequem machen konnten und sogar von Bahn-Kellnern mit Süßigkeiten verwöhnt wurden, hielt Conférencier Eberhard Wohl (Vorsitzender des Kulturrings Ebern) einen Zug nach dem anderen an, aus denen lustige und unterhaltsame Gruppen ausstiegen. Diese nahmen kein Blatt vor den Mund, vor allem die bevorstehenden Kommunalwahlen waren ein großes Thema.

Die Bürgermeister- und Stadtratskandidaten wurden immer wieder auf die Schippe genommen, wie auch das neue Verkehrskonzept oder der Hallenbadbau. Dominierendes Thema war auch die Wiedereinführung des EBN-Kennzeichens. So war gleich bei mehreren Sketchen ein EBN-Kennzeichen als Requisite oder auf Kostümen zu sehen.

Prinzenpaar aus Seßlach zu Besuch
Auch über adlige Gäste konnte sich der Eberner Bahnhof am Freitag freuen. Das Prinzenpaar aus Seßlach, Prinzessin Julia II. und Prinz Oliver I beehrten die Stadt.

Ein Augenschmaus war die Schowtanzgarde Heubach, unter der Leitung von Petra Elflein. Die jungen Damen legten einen eindrucksvollen Gardetanz zu Musik von Michael Jackson aufs Parkett. Später glänzten sie nochmals im Fußball-Fan-Gewand und tanzten ihren Showtanz "WM-Fieber".

Auch die Mädels der Jugendgarde unter der Leitung von Christin Lerche wirbelten über die Bühne und ernteten reichlich Applaus. Die Heubacher können über mangelnden Nachwuchs nicht klagen. Eine große Gruppe der jüngsten Tänzerinnen entzückte das Publikum mit ihrem Eisenbahn-Tanz. Trainiert wird die Rasselbande von Sophia Sorg.

Und die etwas Größeren versetzten die Zuschauer ins Discofieber mit fetzigen Rhythmen und einer schmissigen Choreografie, die Alexandra Holly mit den Kindern einstudiert hat. Eine Augenweide war auch die Prinzengarde aus Seßlach, mit Trainerin Doreen Rottmann, die einen flotten Gardetanz am Bahnhof zeigte.

Für weitere Tanzeinlagen sorgte auch die Tanzgruppe des TV Ebern unter der Leitung von Nadine Elle. Eine besondere Augenweide für die weibliche Zuschauerschar war das Männerballett. Johanna Staudinger und Indra George studierten den nicht ganz einfachen Tanz mit der kleinen Gruppe ein, bei dem die vier "Blaumänner" schließlich nur noch knapp bekleidet auf der Bühne standen.

Als erster Büttenredner des Abends berichtete der Türmer alias Armin Dominka von den Geschehnissen der Stadt, die er bei seinen Stadtrundgängen so beobachten konnte. Der abgerissene Bahndamm, der bei den Wohnmobil-Touristen für Unbehagen sorgt, oder die neue Rechts-vor-Links-Regelung in der Altstadt wurden kritisch beäugt.

Für Lachsalven sorgte der Sketch der Gipfelstürmer um Moritz Bauer und Thomas Müller. Der 75. Geburtstag von Franz Geuß war das Thema. FT-Redakteur Ralf Kestel (gedoubelt von Christian Giebfried), der bei dem Geburtstag auf viel Prominenz hofft, um eine gute Story daraus zu machen, wurde nicht enttäuscht.

Unter den Gratulanten war beispielsweise "Bademeister Philip Ulrich", der durch den "ÖDS" - den öffentlichen Dienst-Schlaf - einen kräftigen Sonnenbrand davon trug. "Bischof Friedhelm" schenkte statt dem "Paradies" nur ein "paar Radieschen" und "Brunhilde Giegold" brachte gleich mehrere Geschenke mit einer klaren Botschaft: Rotkäppchen Sekt, rote Bete und roter Pressack - alles vom Rother, wie sie bekräftigte. Ein besonderer Gast des Geburtstages war "Franz-Josef Strauß" (köstlich imitiert von Martin Ankenbrand), der auch etwas zur Eberner Verkehrsregelung beizutragen wusste: "Es war leichter in Russland ein Flugzeug zu landen, als in Ebern ein Fahrzeug zu manövrieren".

Auch der zweite Sketch der Gipfelstürmer beinhaltete so manchen Kalauer und brachte das Publikum begeistert zum Lachen. Der siegessichere Bürgermeisterkandidat Jürgen Hennemann (Moritz Bauer) sang ein Lied darüber, dass die CSU ihm nichts anhaben kann. Gekontert wird aber gleich von Barbara Baumbach (Martin Ankenbrand), die für sich gesanglich warb. Für Thomas Limpert (Isabell Kuhn) ist eine neue Liste wie ein neues Leben und auch die anderen Listenanführer wurden aufs Korn genommen.

Die Gruppe "Das Original" um David Pfeufer stellte Senioren dar, die sich "Rentner forscht" auf die Fahne geschrieben haben und mit ihren Erfindungen prahlten. Dazu zählte zum Beispiel "Silvano Stefanie", der lieber Bratwurst isst als Eis und somit "Zwei in der Waffel mit Senf und einer Kugel Erdbeere" kreierte, oder "Gottfried Opa Thomas", der einen Hebel zum Reparieren von Rasenmähern erfand. Die anschließende Explosion, die durch einen Spezialeffekt ausgelöst wurde, erzeugte allerdings so viel Rauch, dass wenig später die Rauchmelder der Schule Alarm schlugen.

"Ich sag's, wie ich's denk!" war die Devise von Stadtpatron Laurentius (Fabian Weber), der kein Blatt vor den Mund nahm, als er seine Sicht der Eberner Geschehnisse darstellte. Auch er drosch auf die Verkehrsregelung der Stadt ein.


Politisch wurde es wieder mit den Faschingsfreunden und ihrem Sketch "Kindergarten". Stadtrats- und Bürgermeisterkandidaten im Kleinkindalter, spielen in der "Ebergruppe" gemeinsam. Nur mit "Thomas Limpert" will niemand spielen: "Der ist nämlich a BLW - a beleidigte Leberwurst", bis er sich bis auf die Unterwäsche frei macht. "Hast du etwa frei gewählt?", fragt daraufhin die "kleine Barbara" neugierig.

Humor ist die Würze des Lebens
"Humor ist die Würze des Lebens", so kündet Wohl die nächsten Akteure an. Heidi Hümmer und Martina Kraus als die "Ratschen" Frieda und Jacqueline. Allerhand Neuigkeiten aus der Stadt und Umkreis haben sie unverblümt ausgesprochen - etwa zu den Ebern-Mützen, die die Damen des Bürgervereins gehäkelt haben: "Die schönste Mütze ist zu nichts nütze, befindet sich darunter keine Grütze". Ob da der gehäkelte Ebern-Tanga besser ankommt, den Frieda dabei hatte? Durch ihre frechen Witze und flotten Sprüche wurden die Lachmuskeln der Zuschauer arg strapaziert.

Für ausgelassene Stimmung und viel Spaß sorgten die "Stadtstreicher". Auch bei ihnen stand die Kommunalwahl ganz oben im Programm: "Ich hab noch einen Koffer in Berlin, wenn ich verloren hab, dann fahr ich wieder hin", wissen sie über Barbara Baumbach. "Der Jürgen geht betrübt nach Haus, denkt sich einen neuen Schlachtplan aus", vermuten Sie, wenn die "Burgls Bärbl" erfolgreich sein würde.

Als Bischöfe singen die drei davon, was sich Ebern alles leisten könnte, wenn der Limburger Bischof ein Eberner wär: "Das alles und noch viel mehr, könnt mer machen, wenn er Kämmerer von Ebern wär". "Da wär‘ ein neues Hallenbad kein Problem". Und zur Melodie von ACDCs Hurricane singen sie schließlich noch "EBN - wir lieben unser EBN!" Die Stadtstreicher (Stefan Wolfschmitt, Thomas Heim und Hannes Rennebohm), sind seit 2001 immer wieder mit dabei, ließen aber schon Abschiedsworte für diese Formation durchklingen.

Als der Zug einen Tunnel erreicht, sorgen die drei Jungs von "Green Generation" Max Streng, Marcel Ebert und Franz Kafka für Licht. Mit Lichteffekten und Trommelklängen heizen sie im Saal nochmal richtig ein.

Zur Gala-Veranstaltung durften auch ein paar Akteure aus früheren Zeiten nicht fehlen. Karlheinz Hirsch kam als Reisender auf den Bahnhof und auch er wusste Kritisches über die Verkehrsregelung zu berichten. Die Rivalität von Ebern und Haßfurt war das Motto von Karl-Heinz Krebs, das er humorvoll umsetzte: "Der Streit um den Radweg nach Haßfurt ist sonderbar, es will doch keiner mit dem Fahrrad nach Haßfurt fahr‘".

"Alte Hasen", die 23 Jahre beim bunten Abend aufgetreten sind, waren auch die Eyrichshofer Hofsänger, die ebenfalls als besondere Gäste die Jubiläumsschau bereicherten.

Musikalisch wurde der Abend, wie schon seit mehreren Jahren, von den "Florinos" umrahmt. Insgesamt standen etwa 125 Akteure an diesem bunten Abend auf der Bühne und sorgten mit Volldampf für heitere Stimmung, Lachsalven und jede Menge Spaß.
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