Augsfeld
Abfallbeseitigung

Bürgerinitiative strebt Bürgerbegehren für Einführung der Gelben Tonne an

Die Gelbe Tonne koste die Bürger keinen zusätzlichen Cent, war eine Aussage bei der Gründung der Bürgerinitiative "Gelbe Tonne für den Landkreis Haßberge".
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Holger Baunacher, Alexander Ambros, Thomas Wagenhäuser und Isabell Zimmer von der Jungen Liste (von links) informierten umfangreich über eine mögliche Einführung der Gelben Tonne.Christian Licha
Holger Baunacher, Alexander Ambros, Thomas Wagenhäuser und Isabell Zimmer von der Jungen Liste (von links) informierten umfangreich über eine mögliche Einführung der Gelben Tonne.Christian Licha
Von den Initiatoren der Jungen Liste Haßberge (JL) informierten am Mittwochabend im Hotel Goger in Augsfeld die Kreisräte Holger Baunacher, Alexander Ambros, Isabell Zimmer und Thomas Wagenhäuser die rund 30 Interessierten. Seit etlichen Jahren beschäftige man sich damit, das Thema "Gelbe Tonne" den Kreistagskollegen näherzubringen, berichtete Holger Baunacher. Leider gebe es viele Kreisräte, die von Haus aus gegen eine "Revolutionierung" des 1992 eingeführten Bringsystems sind. Deshalb habe man sich entschlossen, eine BI zu gründen und die Sache gemeinsam mit den Einwohnern des Landkreises voranzutreiben. Großen Zuspruch finde auch die Facebook-Gruppe "Gelbe Tonne für den Landkreis Haßberge!?!", die schon über 4600 Mitglieder habe.
In einer ausführlichen Präsentation zeigte Alexander Ambros die Fakten auf, die für eine Einführung der Gelben Tonne sprechen. Die Entsorgung der Verkaufsverpackungen habe der Bürger bei seinem Einkauf bereits bezahlt. Das Duale System entsorge diesen Verpackungsmüll dann kostenfrei für die Kommunen. Momentan bekomme der Landkreis vom Dualen System jährlich rund 320 000 Euro überwiesen, und zwar für die Miete der Container-Standplätze in den Wertstoffhöfen. Die Behältnisse, in die der Bürger seine Verpackungen säuberlich getrennt einwirft, stelle und entleere eine durch das Duale System beauftragte Firma.


"Restmüllaufkommen geringer"

Diese Miete fiele freilich dann weg, wenn die Gelbe Tonne eingeführt würde. Aber der Betrag ließe sich ohne Weiteres kompensieren, ohne den Bürger zusätzlich mit einer Erhöhung der Müllgebühren zu belasten.
Nach Aussage von Holger Baunacher ging im Landkreis Haßberge im Jahr 2017 die Entsorgung von Leichtverpackungen um 0,60 auf 14,90 Kilogramm je Einwohner zurück. Gleichzeitig stieg das Restmüllaufkommen im Vergleich zum Vorjahr um 0,80 Kilo je Einwohner. Damit sei man Schlusslicht in Unterfranken, was die Quote der Leichtverpackungen angeht. Die Spitzenreiter der Landkreise und kreisfreien Städte entsorgten mehr als doppelt soviel über das Duale System. Deshalb sei anzunehmen, dass mit der Gelben Tonne das Restmüllaufkommen sinken wird, da es für die Bürger wesentlich bequemer sei, zu Hause direkt in die Tonne zu trennen. Dadurch würden auch die Gesamtmüllkosten sinken, denn es wäre weniger Müll im Heizkraftwerk Schweinfurt zu verbrennen.
Außerdem könne man bei den Personalkosten in den Wertstoffhöfen sparen, ergänzte Alexander Ambros. In anderen Landkreisen seien Mitarbeiter, von denen man sich trennen musste, mit Abfindungen bedacht worden. Dies könne sich auch der Landkreis Haßberge leisten, denn für den Ausbau des Wertstoffhofes in Hofheim, der mit der Gelben Tonne nicht mehr nötig wäre, sei eine sehr hohe Summe zurückgelegt worden.
Aber selbst wenn das Personal in gleicher Stärke wie jetzt erhalten bliebe, würde das eine zusätzliche Belastung von nur rund 60 Cent je Monat und Einwohner bedeuten. Aber hier müsse man auch den persönlichen Aufwand eines jeden dagegenrechnen. Denn heute werde noch viel Zeit für das Sortieren benötigt und Fahrtkosten zu den Wertstoffhöfen fielen an. Das könnte sich der Bürger dann sparen.
Einstimmig beschloss die Versammlung, ein Bürgerbegehren zu starten. Voraussichtlich in den nächsten vier Wochen werden die Unterschriftslisten dafür bereitliegen. Die Zeit drängt aber, denn Anfang 2019 steht eine Vertragsverlängerung mit dem Dualen System für drei Jahre an. "Wir wünschen uns, dass die Gelbe Tonne zum 1. Januar 2020 eingeführt wird, denn einen Tag zuvor läuft der derzeit bestehende Vertrag aus", sagte Holger Baunacher.


Über 4100 Bürger nötig

Sechs Prozent der Wahlberechtigten müssen auf den Unterschriftslisten ihren Willen kundtun, für die Gelbe Tonne zu sein. Das sind rund 4100 Bürger. Wenn diese Hürde genommen ist, müsste innerhalb von drei Monaten ein Bürgerentscheid stattfinden. Dabei muss dann die Mehrheit, aber mindestens 15 Prozent der Wahlberechtigten, für die Gelbe Tonne stimmen.


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