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Sailershausen
Energie

Bürgerinitiative sieht Unwirtschaftlichkeit der Windräder bestätigt

Das ist Wind auf den Segeln der Windkraftgegner: Die zehn Windräder im Sailershäuser Wald haben 2016 nicht die erwartete Strommenge produziert.
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Hier geht's rund: ein Windrad im Sailershäuser Wald (Detailansicht an den Rotoren)  Foto: Archiv/fs
Hier geht's rund: ein Windrad im Sailershäuser Wald (Detailansicht an den Rotoren) Foto: Archiv/fs
Die Bürgerinitiative "Gegen WK 88" sieht sich damit in ihrem Vorwurf bestätigt, dass das dortige Waldareal kein geeigneter Standort für Windkraftanlagen ist. Sie spricht von einem "Schwachwindgebiet".

Die Betreiber sehen die Ausbeute noch in einem normalen Rahmen. Sie rechnen für 2017 mit einem besseren Ergebnis.

Für rund 45 Millionen Euro sind im Sailershäuser Wald zehn Windräder gebaut worden. Die Sailershäuser Windpark GmbH und Co.KG ist der Betreiber. Die Idee dazu hatte die GUT, die Gesellschaft zur Umsetzung erneuerbarer Energien, hinter der vor allem der Landkreis steht. Mit der GUT soll die Energiewende im Landkreis realisiert werden.

In der Umgebung der geplanten Windrad-Standorte gab es heftigen Protest. Vor allem aus dem kleinen Riedbacher Gemeindeteil Kleinmünster kam Widerstand. Dieses Dorf liegt auch nahe an den Anlagen. Es bildete sich die Bürgerinitiative "Gegen WK 88". Es wurde geklagt, aber die Winderäder wurden gebaut, und die Rotoren drehen sich.

Laut Geschäftsbericht der Betreiber - das sind vor allem das Stadtwerk Haßfurt und Greenpeace Energy - wurden 2016 genau 46 089 643 kWh (Kilowattstunden) Strom produziert. Damit liegt der Energieertrag weit unter dem erwarteten Ergebnis von 55 000 000 Kilowattstunden. Für die Bürgerinitiative wird damit deutlich, wie aus einer Mitteilung der Windkraftgegner ersichtlich wird, dass damit die Unwirtschaftlichkeit belegt werde. Sie kritisiert die ökologischen Nachteile der Windräder und die Auswirkungen auf Mensch und Natur und betont: Die zehn Windräder seien energiewirtschaftlich ein unverantwortliches und "sinnloses Projekt". Sprecher Reinhold Scheuring erklärt: "Der Wind ist nicht ausreichend."

Das sehen die Betreiber, die die Zahlen des Geschäftsberichts bestätigen, anders. Grundsätzlich müsse man sagen, dass 2016 in ganz Deutschland ein Jahr mit geringeren Winderträgen war, wovon die gesamte Windenergiebranche hierzulande betroffen sei, erklärt Christoph Rasch von Greenpeace Energy. Der Standort Sailershäuser Wald sei davon nicht ausgenommen, was hier zu einer Windausbeute von 85 Prozent gegenüber einem durchschnittlichen Windjahr geführt habe. Diese Abweichung von der ursprünglichen Ertragsprognose liege gemessen an der langfristigen Betrachtung innerhalb der normalen Spanne. "Für das laufende Jahr sehen wir den Windpark aber bei deutlich positiveren Erträgen: So hat der Windpark im Zeitraum von Jahresbeginn bis heute rund 31 Millionen Kilowattstunden produziert und liegt damit praktisch im Plan, wobei die windstarken Herbstmonate noch vor uns liegen. Der Windpark produziert also nicht zu wenig Strom und ist daher auch nicht unwirtschaftlich", erklärt Christoph Rasch.

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