Haßfurt
"Tag der Ersten Hilfe"

BRK-Lern-Parcours in Haßfurt: Ersthelfer können Leben retten

Das Rote Kreuz veranstaltet am Samstag, 8. September, auf dem Marktplatz in Haßfurt zum internationalen "Tag der Ersten Hilfe" einen Lern-Parcours.
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Jeder kann ein Lebensretter sein. Beim "Internationalen Tag der Ersten Hilfe" am Haßfurter Marktplatz werden Tipps zur Ersten Hilfe gegeben und wichtige Handgriffe demonstriert. Hier führen Rettungsdiensthelfer Hannes Jankowski, Notfallsanitäter Ralph Schönfelder und Notfallsanitäter-Azubi Moritz Miederhoff (von links) einer Übungspuppe eine Reanimation durch. Foto: Michael Will / BRK
Jeder kann ein Lebensretter sein. Beim "Internationalen Tag der Ersten Hilfe" am Haßfurter Marktplatz werden Tipps zur Ersten Hilfe gegeben und wichtige Handgriffe demonstriert. Hier führen Rettungsdiensthelfer Hannes Jankowski, Notfallsanitäter Ralph Schönfelder und Notfallsanitäter-Azubi Moritz Miederhoff (von links) einer Übungspuppe eine Reanimation durch. Foto: Michael Will / BRK

Was tun, wenn jemand zusammenbricht, bewusstlos ist und das Herz aufhört zu schlagen? In solchen Fällen kommt es ganz entscheidend auf Ersthelfer an, von ihrer Bereitschaft zur Ersten Hilfe hängt es mit davon ab, ob der Patient eine Überlebenschance hat. Viele Menschen fragen sich: Was soll ich tun, wie war das noch mit der Wiederbelebung? Ein Erste-Hilfe-Kurs ist bei den meisten viele Jahre her. Um die Sensibilität für Erste Hilfe zu stärken, veranstaltet das Rote Kreuz am Samstag, 8. September, einen "Tag der Ersten Hilfe".

Der "Internationale Tag der Ersten Hilfe" findet jährlich statt. Ziel dieses weltweiten Aktionstages ist es, die Bedeutung der fachgerechten Nothilfe bei Unfällen und Katastrophen im öffentlichen Bewusstsein zu verankern, schreibt das BRK in einer Pressemitteilung.

Der BRK-Kreisverband Haßberge beteiligt sich an dem Aktionstag mit einem Erste-Hilfe-Parcours auf dem Marktplatz in Haßfurt. Von 9 bis 14 Uhr wird es viele interessante Informationen für Besucher geben, und vor allem steht das Mitmachen an erster Stelle, wie Bernadett Philipp, Sachbearbeiterin für Breitenausbildung beim BRK Haßberge, sagt: "Kommen Sie und testen sie Ihr Wissen um die Erste Hilfe - es ist kinderleicht!" An verschiedenen Stationen können wichtige Handgriffe des Helfens geübt und gelernt werden. Und mal Hand aufs Herz: Wer kann nicht wieder einmal eine kleine Auffrischung seines Wissens rund um Erste Hilfe brauchen?

"Helfen kann jeder", sagt Michael Will, Pressesprecher des BRK-Kreisverbandes, "man muss es einfach nur tun." Zwar leisten viele Menschen in Notsituationen bei Erkrankten oder Verletzten Erste Hilfe, allerdings erlebten die Mitarbeiter im BRK-Rettungsdienst immer wieder, dass aus Angst, etwas falsch machen zu können, nicht geholfen werde. Nicht immer gehe es dabei um Leben und Tod, schon mit Kleinigkeiten könne wirksam geholfen und weitere Schritte eingeleitet werden. "Schon das Absetzen eines Notrufs kann unter Umständen Leben retten", sagt Michael Will. Wer an einer Unfallstelle vorbeifährt und nicht anhalten könne oder sich das - beispielsweise als Frau - nachts außerorts nicht traue, könne immerhin einen Notruf unter 112 absetzen. Dann werde von der Integrierten Leitstelle (ILS) professionelle Hilfe geschickt.

Maßnahmen, um Leben zu retten, umfassen unter anderem das Absetzen eines Notrufs, die Absicherung einer Unfallstelle sowie die Betreuung von verletzten Personen bis zum Eintreffen professioneller Hilfe durch den Rettungsdienst oder eines Notarztes. Es gelte, drohende Gefahren abzuwenden oder zu mildern, sofern sich der Helfer nicht selbst in Gefahr begeben müsse oder die verletzte Person Hilfe verweigert.

Acht Stationen

Das Rote Kreuz Haßberge hat für den Erste-Hilfe-Parcours acht Stationen vorbereitet, informiert Bernadett Philipp. An Station 1 gibt es allgemeine Informationen zur Breitenausbildung der Bevölkerung sowie Unterlagen für ein Erste-Hilfe-Quiz. Die Rettungskette, deren Aufgabe und Funktionen wird an Station 2 erklärt, während an der dritten Station ein Sturz vom Fahrrad simuliert wird. Dabei wird der Ablauf einer Hilfeleistung erklärt und gezeigt, wie ein Verband angelegt wird.

Die stabile Seitenlage steht an Station 4 im Mittelpunkt. Es wird demonstriert, wie man handelt, wenn man eine verletzte und bewusstlose Person auffindet und welche ersten Maßnahmen dann durchgeführt werden. In eine stabile Seitenlage wird ein Patient immer dann gebracht, wenn er bewusstlos ist, aber eigenständig atmet. "Gerade die Handgriffe zur stabilen Seitenlage sind kinderleicht und können wirkungsvoll ein Menschenleben retten", verdeutlicht Philipp.

Was tun bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand? Diese Frage wird bei Station 5 beantwortet. Hier geht es um die Herz-Lungen-Wiederbelebung, auch Reanimation genannt. Von den Rotkreuz-Ausbildern wird gezeigt, wie eine Reanimation bei Säuglingen, Kindern und Erwachsenen funktioniert und welche Unterschiede es dabei gibt. Vorgeführt wird auch die Anwendung eines automatisierten externen Defibrillators (AED), einem Gerät, das selbstständig den Herzrhythmus bei einem Bewusstlosen auswertet und im Falle eines lebensbedrohlichen Herzkammerflimmerns einen Stromstoß auslösen lässt. Dazu muss ein Ersthelfer lediglich ein blinkendes Knöpfchen drücken.

Gerade bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand kommt es auf jede Minute an, informiert BRK-Pressesprecher Michael Will. Wenn Ersthelfer bei einem Bewusstlosen ohne eigenständige Atmung sofort mit der Reanimation beginnen, sind die Chancen höher, dass ein Betroffener das Ereignis überlebt und vielleicht sogar ohne gravierende Folgeschäden später wieder aus der Klinik entlassen werden kann. Bei den Stationen sechs bis acht gibt es ein Erste-Hilfe-Memory, es kann ein Rettungswagen besichtigt werden und es wird vorgeführt, wie Mimen von der BRK-Gruppe "Realistische Unfalldarstellung" (RUD) mit realistisch wirkenden Verletzungen geschminkt werden.

Das Team der Erste-Hilfe-Ausbilder umfasst im BRK-Kreisverband aktuell 40 Frauen und Männer - vorwiegend Ehrenamtliche. Im Jahr 2017 wurden 193 Kurse in Erster Hilfe, Erste-Hilfe-Training und speziellen Kursen für Kinder und betriebliche Ersthelfer abgehalten, 2941 Menschen haben daran teilgenommen. red



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