Haßfurt
Aktionstag

BRK Haßberge zeigt, wie es geht: Jeder kann Leben retten

Anlässlich des Welt-Erste-Hilfe-Tages ermutigte der Kreisverband Haßberge des Roten Kreuzes im Erste-Hilfe-Parcours auf dem Haßfurter Marktplatz zum Helfen.
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Alois Kreml (rechts) bringt BRK-Mitarbeiterin Simone Gilley in die stabile Seitenlage. Rettungsassistent Harald Krumpholz erklärt die dazu notwendigen Handgriffe. Foto: Michael Will/BRK
Alois Kreml (rechts) bringt BRK-Mitarbeiterin Simone Gilley in die stabile Seitenlage. Rettungsassistent Harald Krumpholz erklärt die dazu notwendigen Handgriffe. Foto: Michael Will/BRK

Diese Minuten wird Alois Kreml sein Leben lang nicht vergessen: Aus dem Nichts heraus wird seine Ehefrau Erika an einem Nachmittag im Frühjahr bewusstlos. Sie sackt in sich zusammen, liegt regungslos auf dem Küchenboden. Sie atmet zwar, ist aber weder durch Rütteln oder Ansprechen wach zu bekommen. "Ich war total schockiert", erinnert sich der 62-Jährige, "da weißt du nicht mehr, was du tun sollst."

Situationen wie diese sind es, in denen Erste Hilfe Leben retten kann. Um die Bevölkerung für Erste Hilfe zu sensibilisieren, hat sich das Bayerische Rote Kreuz Haßberge am Samstag am internationalen Tag der Ersten Hilfe beteiligt. Ein Parcours auf dem Marktplatz Haßfurt regte zum Mitmachen an.

Alois Kreml wählte sofort den Notruf 112, dann brachte er seine Frau in die stabile Seitenlage und redete auf sie ein. Knapp zehn Minuten später standen Rettungsdienst und Notarzt vor der Tür, um der Seniorin zu helfen, die zu diesem Zeitpunkt das Bewusstsein wiedererlangt hatte. Wie sich bei der medizinischen Untersuchung herausstellte, war ein entgleister Blutzuckerspiegel der Grund für die kurzzeitige Bewusstlosigkeit. "Zum Glück war der Rettungsdienst schnell zur Stelle und hat meiner Frau geholfen", erinnert sich der 62-Jährige. "Das ist alles noch mal gut ausgegangen."

Notsituation kann immer kommen

Erste Hilfe ist wichtig, sagt der Oberpfälzer, der mit seiner Gattin ein paar Tage Urlaub in den Haßbergen macht und sich für den Parcours des Roten Kreuzes interessiert. Er rät jedem dazu, seine Kenntnisse in Erster Hilfe aufzufrischen. Schließlich könne man jederzeit in die Situation kommen, jemandem helfen zu müssen, sei es in der Familie oder als Ersthelfer bei einem Verkehrsunfall. In seinen Appell, einen Erste-Hilfe-Kurs beim BRK zu besuchen, schließt sich der Senior selbst ein. Rund 15 Jahre ist sein letzter Kurs her: "Da wird es mal wieder Zeit."

Dafür, dass sein letzter Erste-Hilfe-Kurs schon eineinhalb Jahrzehnte zurückliegt, kennt sich Alois Kreml erstaunlich gut aus. Er weiß, wann man jemanden in eine stabile Seitenlage bringen muss (bei Bewusstlosigkeit, aber gleichzeitig vorhandener Atmung) und dass man bei einem bewusstlosen Motorradfahrer nach einem Verkehrsunfall den Helm abnimmt. Das verhindert, dass ein Bewusstloser womöglich erstickt.

Dass sie beispielsweise bei einem Verkehrsunfall Hilfe leisten mussten, in diese Situation sind Gertrud Schnitzer und Monika Henneberger (beide aus Haßfurt) noch nie gekommen. Berührungsängste hätten sie aber nicht, versichern die beiden im Gespräch mit den BRK-Mitarbeitern im Erste-Hilfe-Parcours. Und schon gar nicht würden sie einfach weiterfahren.

"Anhalten und schauen, was passiert ist, und einen Notruf absetzen", kommt Monika Henneberger spontan in den Sinn. "Und die Unfallstelle mit einem Warndreieck absichern und eine Warnweste anziehen."

Gertrud Schnitzer würde sich um die Verletzten kümmern, das sei für sie keine Frage. "Auf jeden Fall mit den Leuten sprechen und sie betreuen, bis der Rettungsdienst da ist", sagt sie. "Und wenn jemand bewusstlos ist, würde ich ihn aus dem Auto holen und am Boden in die stabile Seitenlage bringen." Stärkere Blutungen würde sie mit einem Druckverband zu stoppen versuchen. Als ehemalige Krankenschwester weiß die Haßfurterin also bestens, was im Fall der Fälle zu tun wäre.

Letzter Kurs liegt oft weit zurück

Das ist aber längst nicht bei allen Passanten so, die sich an den acht Stationen des Erste-Hilfe-Parcours auf dem Haßfurter Marktplatz mit Fragen rund um die Erste Hilfe beschäftigten. Bei vielen Autofahrern ist ihr letzter Erste-Hilfe-Kurs so alt wie ihr Führerschein. Unsicherheit macht sich deshalb breit, wenn es ums Helfen geht.

Interessiert schauen einige zu, als Rettungsassistent Harald Krumpholz zeigt, wie einfach es ist, einen Bewusstlosen mit ein paar Handgriffen in die stabile Seitenlage zu bringen oder wenn Erste-Hilfe-Ausbilderin Simone Gilley gemeinsam mit ihrer Kollegin Ingrid Böllner die Wiederbelebung an einer Übungspuppe demonstriert.

"Man kann bei Erster Hilfe nichts falsch machen", versichert Gilley den Besuchern immer wieder. Nichts zu tun, das sei falsch. Jeder könne beispielsweise einen Notruf unter 112 absetzen, damit schnellstmöglich professionelle Hilfe durch den Rettungsdienst naht.

Und wer sich unsicher ist oder sein Wissen auffrischen will, der kann sich jederzeit zu einem Erste-Hilfe-Kurs beim BRK-Kreisverband Haßberge, Telefonnummer 09521/95500, anmelden. red



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