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Breitbrunn
Südafrika-Reise

Breitbrunner "in einer anderen Welt" am Südzipfel Afrikas

Eine Reise voller Abenteuer und widersprüchlicher Eindrücke hat die Reisegruppe "Mit der Union durch Europa" nach Südafrika geführt.
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Zwei Frauen beim Bierbrauen im Township. Foto: Günther Geiling
Zwei Frauen beim Bierbrauen im Township. Foto: Günther Geiling
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Im Krüger-Nationalpark Giraffen und Elefanten erleben, auf einer Fluss-Safari auf du und du mit Flusspferden und Krokodilen, vom imposanten Tafelberg die pulsierende Metropole Kapstadt bewundern oder am Blyde River Canyon die Macht der Natur und ein Panorama der Superlative vor Augen zu haben, aber auch mit Menschen in den Townships und Kindern in einer Auffangstation in Kontakt zu kommen. Dies alles und noch vieles mehr erwartete die 43 Reiseteilnehmer der Fahrtengruppe "mit der Union durch Europa" bei ihrer 15-tägigen Rundreise, bei der sie Südafrika als eines der eindrucksvollsten Reiseziele der Welt erlebten, in dem anscheinend wirklich die "ganze Welt in einem einzigen Land" vereint ist.


Von Wolken umhüllt

In einem angenehmen Nachtflug brachte man die 9500 Kilometer lange Strecke in mehr als elf Stunden hinter sich, um anschließend gleich die "Mother City" mit der alten Festung, das Malaienviertel mit seinen pastellfarbenen Häusern, Moscheen oder der Governeurs Avenue bei einer Stadtrundfahrt kennenzulernen. Immer wieder ging der Blick aber auf das Wahrzeichen der Stadt, den Tafelberg, der sich gerne mit einer Wolkendecke verhüllt und wo man dann keine Sekunde zögern sollte, wenn er sich einmal in seiner vollen Pracht zeigt. Dazu kam es dann auch plötzlich und man meinte, ganz Kapstadt wolle sich mit der Seilbahn auf den Weg nach oben machen. Zum Glück gelang dies dann doch den "Haßberglern", die dann auf dem Plateau eine schöne Wanderung unternahmen und aus rund 1000m einen unvergesslichen Blick über die Stadt und den Hafen hatten. Der einsetzende Sonnenuntergang und die ins Abendlicht eintauchende Stadt boten den Fotografen einzigartige Motive.


Am "Kap der guten Hoffnung"

Am nächsten Tag ging es dann zum "Kap der Guten Hoffnung" mit einer Bootstour zur Seal Island, wo man die Robben in großen Mengen aus nächster Nähe beobachten konnte. Atemberaubend dann die Fahrt entlang der schönsten Route, dem Chapman`s Peak Drive mit seiner spektakulären Aussicht über Hout Bay und die Kapspitze. Im äußersten Süden von Afrika durfte das obligatorische Foto nicht fehlen, bevor man sich am Boulder Beach am Getümmel der Brillenpinguine-Kolonie kaum satt sehen konnte. Erst im Botanischen Garten von Kirstenbosch, der weltweit mit seinen 6000 Pflanzenarten zu den schönsten zählt, kehrte wieder Ruhe ein bei einem Spaziergang durch eine tolle Blütenwelt. Im "schönsten Garten Afrikas" staunte man deswegen auch über die südafrikanische Pflanzenvielfalt und Flora der Kapregion.


Die dunkle Seite Südafrikas

Ganz anders dann der Besuch in den Townships von Kapstadt, in denen man auch mit der "dunklen Seite" von Kapstadt und der Apartheid konfrontiert wurde. Im "Baphumelele educare Centre" vor den Toren Kapstadts traf man mit Kindern zusammen, die von Mama Rosie Mashale in ihre Einrichtung aufgenommen wurden, weil sie auf Müllkippen ausgesetzt wurden oder sonst irgendwo auf der Straße zu Hause waren. In einem Kinderheim und einer kleinen Krankenstation werden sie betreut und wird ihnen wieder ein besseres Leben ermöglicht. Nachhaltige Eindrücke oder noch mehr erschütternde Anblicke hinterließ der Rundgang durch das Township, das man eher als Slum mit spielenden Kindern zwischen den Müllhaufen bezeichnen könnte. Wasser holen die Kinder in Schubkarren von den Brunnen und Frauen stehen an Gemeinschaftstoiletten an. Kein Wunder, dass es hier immer wieder zu Unruhen kommt und unsere Gruppe deswegen auch von Securities begleitet wurde. Aber am Rande fast jeder Stadt findet man solche "Wellblechviertel" oder "Hütten-Siedlungen" vor.


Wirtschaft und Politik

Die örtliche Reiseleiterin Walli Louw informierte natürlich auch über die politische und wirtschaftliche Situation. Südafrika habe 52,6 Billionen Rand Auslandsschulden und eine Arbeitslosenquote von 27 Prozent Dabei sein man eigentlich ein sehr reiches Land mit vielen Bodenschätzen, aber die Korruption sei enorm. Staatschef Zuma sei sehr in der Kritik, seine Politik werde massiv von einem indischen Clan bestimmt und auch ein deutscher Software-Konzern soll in den Skandal verwickelt sein.


Weingut von unglaublichen Ausmaßen

Die Fahrt in das nahe gelegene Kap-Weinanbaugebiet in den sonnigen Tälern um Stellenbosch sah aber dann wieder ganz anders aus. Ein Weingut mit einer Größe von 2400 Hektar und einer Wein-Anbaufläche von über 600 Hektar ließ die Teilnehmer aus dem "Abt-Degen-Weintal" nur noch staunen und in den schönen alten Herrenhäusern gab es natürlich ein leckeres Essen mit Weinverkostung.

Weiter ging es auf der schönen Route 62 in Richtung Oudtshoorn und Klein Karoo auf der mit 500 km längsten Weinstraße der Welt. In den "Cango Caves", dem größten Tropfsteinhöhlensystem im südlichen Afrika, sah man große Stalaktiten und tolle Räume bis zu einer Länge von 107Metern und einer Höhe von 17 Meter darinnen Tropfsteingebilde wie eine Orgel. Unweit davon fühlte man sich auf einer Straußenfarm fast etwas wie im Wilden Westen und hörte viel Wissenswertes über den größten Laufvogel der Welt. Von den Straußenspezialitäten beim gemeinsamen Barbeque-Abendessen waren alle sichtlich begeistert.

Über den Wilderness Nationalpark und Knysna erreichte man den Tsitsikamma-Nationalpark und Port Elizabeth, von wo man aus den Zwischenflug in die Multikulti-Stadt Durban antrat. Dass man dort am Flughafen nicht alle Koffer in Empfang nehmen konnte und diese erst einmal nach Johannesburg durchgecheckt waren, beruhigte man mit dem Kommentar "ihr seid ja hier in Afrika". Zum Glück stand am nächsten Morgen das Gepäck wieder vor der Hoteltür.


In der Metropole Durban und in einem Zulu-Dorf

Durban zeigte sich als imposante Metropole, aber auch als Schmelztiegel der Kulturen und Nasen und Augen hatten Hochkonjunktur bei den Pyramiden von duftenden Gewürzen und Teemischungen oder den Sari-Stoffen auf dem "indischen Markt". "Ab jetzt wird es so richtig afrikanisch" kündigte Reiseleiter Günther Geiling dann den weiteren Verlauf der Rundreise und die Einfahrt in das Zuludorf und den Kraal "Shakaland" an, der eigens als Kulisse für den Film "Shaka-Zulu" gebaut worden war. Einheimische machten mit den Geschichten, den Sitten und Gebräuchen des einst so kämpferischen Zuluvolkes vertraut und nach einem traditionellen Abendessen mit Gesang, Musik und Trommelwirbel erlebte man eine stilechte Übernachtung in Rondavels, "Bienenkörben" oder Rundhütten mit Strohdach. Die Fluss-Safari auf dem See bei St. Lucia ließ dann erstes Jagdfieber aufkommen und schon bald sah man Familien von Flusspferden direkt neben dem Boot, Krokodile faul am Ufer liegen oder Weißkopfadler auf den Bäumen spähen.

Weiter ging dann die Fahrt durch Afrikas letzte absolute Monarchie ins Swaziland, wo noch alle Macht vom König ausgeht. Von der Landschaft begeistert, musste man aber auch erfahren, dass das Königreich zu den ärmsten Nationen zählt und die meisten Einwohner mit weniger als einem Dollar pro Tag auskommen müssen. Der König ist für seinen verschwenderischen Lebensstil mit 15 Ehefrauen bekannt, lässt aber auf der anderen Seite sein Land ausbluten.


Wilde Tiere im Nationalpark

Von hier aus ging es dann in Richtung des weltbekannten Kruger-Nationalparks. Was man hier schon vom Bus aus sah, war kaum zu fassen. Giraffen und Zebras sowie Impalas-Antilopen auf Schritt und Tritt, vereinzelt Elefanten direkt an der Straße oder Nashörner etwas abseits und vieles andere mehr. Die Kameras surrten und klickten nur so. In den frühesten Morgen setzte man dann tags darauf noch die Pirschfahrt in offenen Safari-Fahrzeugen fort und hier. Über Schotterpisten kam man dann weiteren Tieren näher wie der großen Büffelherde mit 50 Tieren, Elefanten und Giraffen an Wasserstellen und über dem Fluss erspähte man auch einen männlichen Löwen und in etwas Abstand die Löwin mit ihrem Nachwuchs. Zebras, Kudubullen, ja sogar Giraffen und Elefanten überquerten in aller Ruhe die Piste und ließen sich auch von den Kamerajägern kaum stören. Nur der Leopard fehlte noch zu den BIG FIVE, dafür sah man aber auch viele andere Tiere wie Hyänen, Warzenschweine, Gnus, viele Affen und eine große Zahl von seltenen Vögeln. Nach dieser erfolgreichen Pirsch konnte man am Nachmittag am Pool die Seele baumeln lassen.

Die Erlebnisreise war damit noch längst nicht abgeschlossen, denn am nächsten Tag gab es "Landschaft pur" mit dem spektakulärsten Abschnitt des Blyde River Canyon, dem Ausblick von God's Window, den Three Rondavels und den Burke's Luck Potholes, bizarren Gesteinsformationen.
Die Hauptstadt Pretoria, welche durch die zu Ende gehende Jacarandablüte wirklich noch blau schimmerte, zeigte dann noch einmal schöne Gebäude mit dem großen Regierungspalast, die große Nelson Mandela-Statue und das Paul-Kruger-Haus des einstigen Präsidenten, bevor es zum Rückflug nach Johannesburg ging.


Neue Reispläne

Die vielen Eindrücke gilt es nun erst einmal zu verarbeiten, aber es wurden schon die Reispläne für das Jahr 2018 geschmiedet, wo es zu einer fünftägigen Fahrt an den Comer See mit Mailand geht und auch eine Flugreise in den Osten der USA mit den Schwerpunkten New York und Washington in Planung ist. Informationen hierzu bei Günther Geiling, Breitbrunn, Telefonnummer 09536/255.