Haßfurt
Jeder gegen Jeden

Braucht's einen Nationalpark?

Vor der Bundestagswahl haben wir die Kandidaten zum verbalen Schlagabtausch geladen. Heute: Nicolas Thoma (FDP) fordert Manuela Rottmann (Grüne) heraus.
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Die Regeln unserer Serie "Jeder gegen jeden" zur Bundestagswahl sind denkbar einfach: Jeder Kandidat darf jedem anderen Kandidaten eine Frage stellen. Nach der Antwort des Befragten hat der Fragesteller noch die Möglichkeit, darauf zu reagieren. Im zweiten Teil unserer Serie befragt der FDP-Kandidat Nicolas Thoma die Grünen-Kandidaten Manuela Rottmann zum Thema Nationalpark. (Dazu ein Hinweis: Frau Rottmann hat ihre Antwort bereits vor einiger Zeit formuliert und deshalb sind die letzten aktuellen Entwicklungen zu dem Thema nicht berücksichtigt.)

Nicolas Thoma: Wie stehen Sie zu dem Thema "Dritter Nationalpark" in Bayern?

Manuela Rottmann:  Ich bin für einen dritten Nationalpark. Wir haben eine Verantwortung dafür, die Artenvielfalt unserer Buchenwälder für kommende Generationen zu erhalten. Ein Nationalpark wäre unser Geschenk an unsere Kinder und Enkel.
Ich bin auch dafür, dass der nächste Nationalpark bei uns in Unterfranken entsteht. Spessart, Steigerwald und Rhön sind gute Kandidaten. Die Auswahl zwischen den drei Gebieten kann aber erst nach sorgfältiger Ermittlung der Vor- und Nachteile der jeweiligen Standorte und breiter Information der Kommunalpolitik und der Bevölkerung erfolgen. Deswegen sollten die offenen Fragen für alle drei Gebiete geklärt und dann fair, sachlich und gemeinsam über den besten Standort diskutiert werden. Gelungene Bürgerdialoge über Nationalparkprojekte brauchen zwei Jahre Zeit. Die sollten wir uns auch nehmen.
Im Steigerwald gibt es eine lange Debatte um den Nationalpark, auf der man aufbauen kann. Der Schutzstatus muss dort ohnehin dringend verbessert werden, damit nicht die letzten alten Buchen fallen. Dort wäre ein zusammenhängendes großes Schutzgebiet ein echter Fortschritt für den Naturschutz und die Region. Auch der Spessart hat viele Argumente auf seiner Seite. Bei der Rhön sind nach jetzigem Stand noch die meisten Fragen offen. Finden wir dort ein zusammenhängendes Gebiet von vergleichbar hoher Qualität wie in Spessart und Steigerwald? Nationalpark und Biosphärenreservat - wie geht das gut zusammen? Und vor allem: Gewinnt die Staatsregierung das Vertrauen zurück, das sie in dem chaotischen Diskussionsprozess über den Nationalpark in der Rhön verspielt hat? Auch in der Rhön kann uns ein offener Dialog über einen Nationalpark nur weiter bringen. Wir brauchen keine Angst zu haben.

Nicolas Thoma: Aufgrund der bestehenden Faktenlage ist kein Mehrwert für einen dritten Nationalpark in Bayern, insbesondere bei uns in der Rhön, erkennbar. Wir verfügen mit dem Biosphärenreservat Rhön bereits über eine Schutzzone, die bestimmte Gebiete in der Hochrhön länderübergreifend unter Naturschutz stellt und somit Flora und Fauna schützt und sogar den Tourismus fördert. Der von der CSU-Regierung forcierte Nationalpark im Norden Bayerns scheint mir ein Prestige-Objekt zu werden, das aus taktischen und nicht aus idealistischen Gründen forciert wird.

Hinweis der Redaktion: Argumente und Thesen stammen von den Kandidaten und sind redaktionell nicht gegenrecherchiert und auch nicht irgendwie bearbeitet.
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