Knetzgau

Blutiger Start ins neue Jahr: Streit in Silvesternacht vor Gericht

Das Amtsgericht in Haßfurt verhandelte einen handfesten Streit nach einer Silvesterparty in Knetzgau. Für den Angeklagten steht viel auf dem Spiel.
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Die Silvesternacht 2018 auf 2019 endete für zwei Streithähne am frühen Neujahrsmorgen im Krankenhaus. Am Mittwoch musste sich einer der beiden in einem Strafprozess am Amtsgericht in Haßfurt wegen Körperverletzung verantworten, weil er seinem Kontrahenten mit der Faust aufs Auge geschlagen haben soll. Dabei platzte die Augenbraue seines Opfers und musste im Krankenhaus in Haßfurt genäht werden. Das Opfer saß im Gerichtssaal als Nebenkläger seinem mutmaßlichen Peiniger gegenüber.

In Streit waren die beiden nach Angabe des Geschädigten geraten, als er mit Bekannten gegen 3 Uhr morgens in Knetzgau nach einer Silvesterparty auf einem Bürgersteig auf ein Taxi wartete, das sie heimfahren sollte. In diesem Moment sei der Angeklagte (27) mit seiner Verlobten auf dem Beifahrersitz mit seinem Golf mit überhöhter Geschwindigkeit auf sie zugekommen. Um den Angeklagten zum bremsen zu bringen, habe er mit später ermittelten 2,2 Promille Alkohol in der Blutbahn einen Schritt auf die Straße gemacht. Der Fahrer habe daraufhin abgebremst und habe durch die geöffnete Scheibe der Beifahrertür gefragt: "Was soll das?"

Der erboste Fahrer sei dann ausgestiegen und es habe sich eine Diskussion entwickelt. "Wir haben keine Nettigkeiten ausgetauscht", gab der Geschädigte weiter zu Protokoll. Die Situation sei eskaliert. Er habe den Wagen des 27-jährigen Fahrers berührt und einen Faustschlag aufs Auge erhalten. Er habe daraufhin stark geblutet und sei von einem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht worden. Selbst zugeschlagen habe er nicht.

Doch dies widerspricht der Aussage, die der Angeklagte über seinen Verteidiger Alexander Wessel gemacht hatte. Danach habe der Geschädigte auf die Beifahrerseite seines Autos getreten und den Angeklagten zuerst geschlagen, bevor dieser zurückschlug. Beide seien später im Krankenhaus behandelt worden.

Noch drastischer schilderte die Verlobte des Angeklagten den Vorfall. Der Geschädigte sei "wie aus dem Nichts" auf die Straße gesprungen und habe gegen das Auto getreten. Zwei der dort Stehenden hätten ihren Verlobten gehalten und der Geschädigte habe dem Angeklagten einen Schlag ins Gesicht verpasst. Ihr Verlobter habe vor Schmerzen geschrien. Laut ärztlichem Attest erlitt er Schwellungen im Gesicht und hatte Blut im Mund. Beim Losreißen habe der Angeklagte zugeschlagen und den Geschädigten getroffen, so die Zeugin weiter.

Dieser Schilderung der Beifahrerin wiederum widersprach eine weitere Zeugin, die aussagte, dass der Angeklagte gezielt zugeschlagen habe. Er habe sich außerdem geweigert, seinen Verbandskasten aus dem Auto zur Verfügung zu stellen, um damit den blutenden Geschädigten zu versorgen, und sei aggressiv gewesen, sagte eine andere Zeugin.

Ein Unbekannter ist der 27-jährige Angeklagte vor Gericht nicht. Acht Eintragungen zieren seinen Bundeszentralregisterauszug. Fünfmal wurde er bereits wegen Körperverletzungen verurteilt. Auch Diebstahl, Sachbeschädigung, Urkundenfälschung und Schwarzfahren stehen in seiner Liste.

Im Jahr 2017 wurde er wegen eines einschlägigen Delikts zu einer neunmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Bei einer neuerlichen Verurteilung droht dem Angeklagten, dass er die Strafe absitzen muss und er obendrein noch einen "Zuschlag" erhält. Das Gericht unterbrach daher die Hauptverhandlung, um noch weitere Zeugen zu hören. Die Verhandlung wird am 3. März um 13.30 Uhr fortgesetzt.

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