Haßfurt
Gesundheitsgefahr

Blaualgen im Kleidersee bei Augsfeld: Baden verboten

Das Landratsamt Haßberge hat ein Badeverbot für den Kleidersee bei Augsfeld erlassen. Auch 2017 hatte es dort bereits Blaualgen gegeben.
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Im vergangenen Jahr hat es in dem Haßfurter Stadtteil Augsfeld am Kleidersee bereits ein Badeverbot gegeben.Archiv/Lösch
Im vergangenen Jahr hat es in dem Haßfurter Stadtteil Augsfeld am Kleidersee bereits ein Badeverbot gegeben.Archiv/Lösch
Wenn sie nicht überhandnehmen, bilden sie kein Problem. Wenn aber die Temperaturen über einen längeren Zeitraum hoch und viele Nährstoffe im Wasser sind, können sie sich explosionsartig ausbreiten: Wie das staatliche Gesundheitsamt im Landratsamt Haßberge in Haßfurt mittelt, werden die Badegewässer im Landkreis Haßberge im Rahmen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes regelmäßig auf ihre hygienische Situation und auf das Vorkommen von Blaualgen überprüft.

Jetzt wurden im Kleidersee Augsfeld Blaualgen festgestellt. Aus diesem Grund hat das Gesundheitsamt am Freitag ein Badeverbot ausgesprochen. Die Stadt Haßfurt hat am selben Tag bereits vor Ort Hinweisschilder aufgestellt, die über das Badeverbot informieren.


Algenteppiche auf dem Wasser

Blaualgen gab es auch schon Ende Juli2017. Wegen der heuer früh einsetzenden und lange haltenden warmen Witterung, ist offensichtlich das Blaualgenwachstum in dem Badesee des Haßfurter Stadtteils schneller in Gang gekommen.

Zu erkennen sind Blaualgen an grünlichen Schlieren und Algenteppichen an der Wasseroberfläche. Blaualgen sind große Ansammlungen an Cyanobakterien, von denen einige giftige Wirkstoffe bilden können. Die Algen entstehen im Sommer bei hohen Wassertemperaturen in Seen und Teichen und kommen vor allem in nährstoffreichen Gewässernvor. Durch das Algenwachstum wird die Sichttiefe des Badegewässers deutlich verringert, was zu Gefährdungen für Badende führt. Die Sichttiefe im Kleidersee betrug laut Pressemitteilung des Landratsamtes bei der Feststellung der Blaualgen zwischen 50 und 60 Zentimeter.

Bei Kontakt mit Blaualgen können Reizungen der Haut, der Schleimhaut und der Augen auftreten. Auch zu Ohrenschmerzen kann es kommen. Das Verschlucken des Wassers kann zu Übelkeit, Durchfall sowie Erbrechen führen. Bei Auftreten dieser Symptome wird geraten, einen Arzt aufzusuchen.


Untersuchungen beim Landesamt für Lebensmittelsicherheit


Durch das Gesundheitsamt werden Proben entnommen und zur weiteren Untersuchung an das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit übersandt. Sofern die Untersuchungen keine Grenzwertüberschreitungen ergeben und das Algenwachstum beendet sein wird, beziehungsweise die Sichttiefe deutlich über einen Meter beträgt, kann das Badeverbot wieder aufgehoben werden.

An allen anderen Badegewässern im Landkreis kann bis auf weiteres ohne Gefahr gebadet werden. Beispielsweise hat der Sander Baggersee einen Zugang zum Main, so dass hier immer größerer Wasseraustausch gegeben ist.
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