Eltmann
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Bittere Armut in Eltmann: Tafelladen hat einen großen Wunsch - So können Sie helfen

In Eltmann helfen viele Menschen mit, dass ärmere Mitmenschen etwas zu essen haben und sich im Leben leichter tun. Doch die Tafel-Betreiber haben einen Herzenswunsch.
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Der Eltmanner Tafelladen ist sehr eng und vieles ist hier alt. Er hat aber einen ganz großen Vorteil: Die Wartenden stehen im Hof trocken und geschützt. Eduard und MarianneSchmittlutz  wünschen sich dringend eine neue Eistruhe. Fotos: Brigitte Krause
Der Eltmanner Tafelladen ist sehr eng und vieles ist hier alt. Er hat aber einen ganz großen Vorteil: Die Wartenden stehen im Hof trocken und geschützt. Eduard und MarianneSchmittlutz wünschen sich dringend eine neue Eistruhe. Fotos: Brigitte Krause
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Wenn Marianne Schmittlutz die Nachricht bekommt, muss es manchmal schnell gehen. Vor allem braucht es den richtigen Lagerplatz. Denn bei Herstellern von Tiefkühl-Fertigessen kann es manchmal vorkommen, dass eine Charge nicht genauso perfekt aussieht, wie sie sollte - dann wird diese ausrangiert und landet zu einem Teil als Palettenware im Tafelladen Eltmann.

Deutschlandweites ehrenamtliches Liefersystem

Die deutschen Tafelvereine haben inzwischen ein ausgetüfteltes günstiges Logistiksystem aufgebaut, um solche Ware noch gut und ordentlich an den Mann zu bringen. So kann es sein, dass eine Palette Tiefkühlpizzen in Eltmann ankommt und gleich fachgerecht gelagert werden muss. Dem Fertigessen fehlt nichts, vielleicht wurde einfach nur die Wurst nicht richtig verteilt oder es wurde falsch deklariert oder es handelt sich um Auslaufware.

Wertvolle Helfer, damit nichts verdirbt

Zwei Gefrierschränke und zwei große Tiefkühltruhen nehmen den Schatz auf, doch jetzt muss unbedingt die eine große Präsentationstruhe ausrangiert werden - zu groß ist der Stromverbrauch dieses "Trums". 2005 hatten die Eltmanner Tafel-Aktiven die Truhe geschenkt bekommen, weil sie ein Lebensmittelmarkt nicht mehr brauchte, seither hat sie brav ihren Dienst verrichtet und war ungemein praktisch, weil sich die Deckel oben übereinander schieben ließen. Ein Kernstück des Tafelladens im früheren Benefizium neben der Eltmanner Stadtpfarrkirche.

Hier im Untergeschoss hat Marianne Schmittlutz, die Zweite Vorsitzende im Verein der Haßfurter Tafel, zu der die Eltmanner gehören, sehr alte, wenn auch ideale Räume gefunden, um den Tafelladen einzurichten: Es ist kühl genug zur Lagerung der Lebensmittel und es ist ein schöner großer Hof vorhanden, in dem die Kunden, geschützt vor Regen, darauf warten können, bis sie dran kommen.

Es fällt nicht leicht...

Weil der Hof nicht einsehbar ist, ist mancher froh, vor Blicken geschützt zu sein. Erst vor Kurzem hat Marianne Schmittlutz dort ein neues Gesicht erspäht und den Mann begrüßt. Es sei ihm schon sehr schwer gefallen, hierher zu kommen, vertraute der Mann der 66-Jährigen an.

Sie kennt diese Gefühle. Sehr oft schon hat sie von Rentnern, vor allem älteren Frauen vom Dorf, diese Worte gehört. "Sie schämen sich, hierher zu kommen", sagt die stellvertretende Tafel-Vorsitzende.

Auf der einen Seite der Gesellschaft steht der Überfluss - erst recht jetzt zu Weihnachten -, auf der anderen Seite die Menschen, denen das Leben manchen Streich gespielt hat. Es war nicht so gut zu ihnen, das Leben oder war es einfach zu schwer für sie?

Jetzt haben ihre Kunden jedenfalls die Haßberg-Card, anerkannte Bedürftigkeit, und dürfen sich hier für zwei Euro Lebensmittel und Gegenstände des täglichen Bedarfs abholen. Eine gute Möglichkeit, um mit der Grundsicherung besser auszukommen.

Helfen ist Herzenssache

Es tut Marianne Schmittlutz sehr leid, dass sich mancher ihrer Kunden so schämt. Denn für sie und ihr Team ist die Hilfe, die sie hier geben kann, eine Herzenssache, sie hilft aus voller Seele. Das trifft auch für ihren Mann Eduard zu. Immer dabei, wenn es gilt, sich ins Auto oder den Transporter zu setzen und irgendwo überzählige Ware abzuholen. "Ab und zu sind wir auch zuhause" kommentiert er schmunzelnd das ehrenamtliche Engagement.

Gut 36 weitere Helfer reißt Marianne Schmittlutz in ihrer Begeisterung mit, regelmäßig helfen sie in unterschiedlichen Besetzungen beim Einräumen, Aufräumen, Austeilen und Saubermachen. Eine eingeschworene Gemeinschaft, die eines eint: Denen helfen zu wollen, die es im Leben nicht so gut getroffen haben.

Hier können Sie mithelfen:

Hilfsaktion Die Mediengruppe Oberfranken erreicht über ihre Zeitungen sowie ihr Internetangebot jeden Tag unzählige Menschen. Das nutzt die mgo, um Hilfsbedürftigen in ganz Franken zu helfen. Seit 2009 gibt es daher den Spendenverein "Franken HELFEN Franken". Alle Spenden gehen zu 100 Prozent an gemeinnützige Organisationen und in Not geratene Menschen in der Region. Die Verwaltungskosten übernimmt die Mediengruppe Oberfranken.

Spendenkonto

Mediengruppe Oberfranken - Franken HELFEN Franken e.V.

Sparkasse Bamberg

IBAN DE 62 7705 0000 0302 1945 01

BIC BYLADEM1SKB

Verwendungszweck: Eltmanner Eistruhe

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