Ebern
Gewerbeansiedlung

Bettenlager folgt am Aldi-Standort in Ebern

Eine Filiale des Dänischen Bettenlagers kommt nach Ebern. Sie wird Nachmieter, wenn die Firma Aldi aufs ehemalige Mercedes-Gelände umzieht.
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Dort, wo aktuell noch Aldi Lebensmittel vertreibt, werden in Ebern bald Betten, Matratzen und Möbel zu haben sein.   Foto: Eckehard Kiesewetter
Dort, wo aktuell noch Aldi Lebensmittel vertreibt, werden in Ebern bald Betten, Matratzen und Möbel zu haben sein. Foto: Eckehard Kiesewetter
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Jahrelang und wild war spekuliert worden - kommt ein Teppichgeschäft, Takko, ein Billig-Baumarkt oder gar ein Erotikshop? Alles falsch! Als Nachfolger der Firma Aldi, die an einen anderen Standort im Gewerbegebiet Sandhof wechselt, wird das Dänische Bettenlager eine Filiale in Ebern eröffnen. Aldi zieht in einen Neubau auf dem ehemaligen Auto-Scholz-Gelände in der Carl-Benz-Straße. Der Mercedes-Händler hatte der Stadt im Frühjahr 2016 den Rücken gekehrt. Der Umzug wird laut Einschätzung von Fabien Busch, Leiter Filialentwicklung der Discounter-Kette im oberfränkischen Adelsdorf, nicht vor September/Oktober 2020 stattfinden. Dementsprechend werden die ersten Federbetten und Matratzen frühestens zum Jahresende 2020 über den Ladentisch gehen.

Unter den "Top 20"

Mit mehr als 2700 Filialen in 52 Ländern der Welt zählt das Unternehmen mit Stammsitz im dänischen Aarhus laut eigenen Angaben zu den "Top 20 Möbelhändlern weltweit." 1984 war der erste Fachmarkt des Dänischen Bettenlagers in Deutschland eröffnet worden, inzwischen sind es über 950 Fachgeschäfte in Deutschland.

Die nächsten Filialen des Anbieters für Betten, Matratzen, Einrichtungsgegenstände und Wohnaccessoires sind in Haßfurt, Hallstadt, Coburg und Lichtenfels zu finden. "Innerhalb von zehn Minuten Fahrtzeit mit dem Auto erreichen uns 76 Prozent aller deutschen Haushalte, in 20 Minuten sind es sogar 98 Prozent", heißt es auf der Homepage des Konzerns: "Und wir wachsen weiter". So passt Ebern zu einem ehrgeizigen Expansionskonzept.

Ein steiniger Weg

Eigentlich passt der Standort aber nicht zu den Vorgaben, wie sie der Landesentwicklungsplan für eine Kleinstadt bzw. ein Mittelzentrum wie Ebern vorsieht. Bei einem Pressegespräch am Freitagvormittag im Verwaltungsgebäude schilderte Bürgermeister Jürgen Hennemann ausführlich die behördlichen Auflagen und rechtlichen Schwierigkeiten, die in den vergangenen drei Jahren aus dem Weg geräumt werden mussten, seit Aldi seine Umzugspläne publik gemacht hatte.

Für Orte bestimmter Größe und bestimmter zentraler Bedeutung gibt es klar definierte Vorgaben, wie viel Verkaufsfläche in unterschiedlichen gewerblichen Segmenten zur Verfügung stehen darf.

Um das Vorhaben zu ermöglichen, musste die Stadt ein neues Einzelhandelsentwicklungs-Konzept erarbeiten, den Bebauungsplan ändern und Absprachen mit der Regierung treffen. Unter anderem galt es sicherzustellen, dass sich in der Liegenschaft in der alten Ziegelei nach einem möglichen Verkauf kein weiterer Lebensmittelhändler ansiedelt. Freie Kapazitäten, die in diesem Segment durchaus noch vorhanden sind (Hennemann wörtlich: "Darüber waren wir selbst überrascht") sollen bestehenden Einzelhandelsbetrieben Erweiterungsmöglichkeiten bieten.

Die entwicklungsräumlich trennende Wirkung der Carl-Benz-Straße musste geklärt werden. Weiter forderten die Behörden als Bedingung für die Aldi-Verlagerung die Anlage eines Radweges von der nächstgelegenen Siedlung (Heubach) ins Gewerbegebiet und eine Bushaltestelle. Beide Verfahren - Genehmigung des neuen Aldi-Standortes und Nachfolge für den bisherigen Markt - waren simultan zu regeln. Nun scheint alles in trockenen Tüchern, respektive Bettlaken zu sein.

"Wir freuen uns riesig, dass es mit der Verlagerung klappt", sagte der Bürgermeister. Er geht davon aus, dass das Einzelhandelsgebiet an der Alten Ziegelei (Norma, NKD, Kik, Getränke-, Schuh- und Hagebaumarkt) mit dem Dänischen Bettenlager nicht an Attraktivität verlieren wird. Im Bettenlager sieht er eine prima Ergänzung für das Warensortiment in der Stadt.

Aldi plant was Neues

Fabien Busch, der seit einem Jahr den Expansionskurs bei Aldi-Süd vertritt, zeigte sich im Gegenzug überzeugt davon, dass Aldi vom neuen Standort an der Bundesstraße und von der Nachbarschaft zum Rewe-Markt profitieren werde, eine "Symbiose", wie sie auch an anderen Standorten (Haßfurt, Breitengüßbach) besteht. So wird es auch einen gemeinsamen großflächigen Parkplatz geben.

Eigner des Grundstücks an der Carl-Benz-Straße bleibt der Mercedeskonzern, der auch den Gebäudeabriss und den Neubau übernimmt. Busch spricht von einer "neuen Filialkubatur" mit PV-Anlage auf dem Dach, offener Decke und veränderter Optik. "Die Möbel und die Präsentation sind dann auf dem neuesten Stand", versprach er, "offener, übersichtlicher und attraktiver". Es werde ein "neues Einkaufserlebnis" geben - "wir testen da sehr viel". Das bisherige Eberner Aldi-Personal (aktuell 17 Personen) soll den Angaben zufolge in den neuen Markt mitgenommen, womöglich noch aufgestockt werden.

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