Haßfurt
Strafprozess

Betrunken und mit geklautem BMW Unfall verursacht

Das Amtsgericht Haßfurt verhängte eine Bewährungsstrafe gegen einen 37-Jährigen, der einen schweren Verkehrsunfall verursacht und zwei Personen verletzt hatte.
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Die Heimfahrt nach einem Restaurantbesuch in Haßfurt am Abend des 1. Juli vergangenen Jahres, einem Sonntag, endete für ein Ehepaar aus dem Stadtgebiet Eltmann im Krankenhaus. Gegen 19.30 Uhr wurden sie auf der ehemaligen B 26 in Höhe Steinbach in ihrem elektrischen Leichtkraftfahrzeug von hinten von einem BMW mit hoher Geschwindigkeit gerammt. Dabei erlitten der 59-jährige Fahrer des auf 45 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit beschränkten Fahrzeugs und seine Frau teils erhebliche schmerzhafte Prellungen und Hämatome am Rücken und mussten in eine Bamberger Klinik eingeliefert werden. Am Fahrzeug entstand Totalschaden in Höhe von über 17 000 Euro.

Der Fahrer des BMW war ein damals 37-jähriger Hartz-IV-Empfänger, der mit später festgestellten 2,5 Promille Alkohol im Blut, ohne Führerschein und dazu noch in einem als gestohlen gemeldeten Fahrzeug unterwegs war. Nach dem Aufprall suchte er zusammen mit seinen beiden - ebenfalls betrunkenen - Mitfahrern das Weite, wurde aber wenig später von Beamten der Verkehrspolizei Werneck auf einem Spielplatz in Eltmann festgenommen. Am Freitag musste sich der Promille-Fahrer aus dem Maintal am Amtsgericht in Haßfurt verantworten, das ihn zu einer siebenmonatigen Freiheitsstrafe verurteilte, das das Gericht für drei Jahre zur Bewährung aussetzte. Als Auflage muss er 80 Stunden gemeinnützige Arbeit verrichten und sechs Termine bei der Suchtberatung wahrnehmen. Seine Fahrerlaubnis ist er für weitere eineinhalb Jahre los.

Auf der Anklagebank ließ der Angeklagte über seinen Verteidiger Alexander Wessel verlauten, dass ihm die Tat leid tue. Er sei damals mit der Situation überfordert gewesen und habe deshalb Unfallflucht begangen.

Der geschädigte 59-Jährige sagte vor Gericht, dass der Aufprall so heftig war, dass das Hinterrad des Carbon-Fahrzeugs bis unter die Fahrertür geschoben wurde. Seiner Frau, die auf dem Beifahrersitz saß, sei die Heckklappe in den Rücken gerammt worden. Sie sei schwerer verletzt worden als er und habe noch lange Zeit unter dem Unfall gelitten.

Die Polizisten, die durch einen anderen Fahrer, der vor Ort erste Hilfe leistete, informiert worden waren, fanden am Unfallort ein Fahrzeugkennzeichen. Später stellte sich heraus, dass der am Unfall beteiligte BMW als gestohlen gemeldet war. Die Beamten fanden ihn im Gewerbegebiet in Ebelsbach. Der Angeklagte hatte ihn hinter einer Hecke geparkt, um ihn zu verstecken. Einer hinzugerufenen Streife der Verkehrspolizei Werneck fielen bei der Fahndung drei verdächtige Männer auf, die auf einer Parkbank auf einem Spielplatz in Eltmann saßen. Zwei von ihnen gaben an, mit dem Unfall nichts zu tun zu haben, und belasteten den Angeklagten später als Unfallfahrer.

Einer der beiden Mitfahrer wurde als Zeuge in Fußfesseln aus der Justizvollzugsanstalt Bayreuth vorgeführt. Er gab an, er habe zusammen mit seinen zwei Trinkkumpanen in Zeil getrunken. Als der Alkohol ausging, habe man zusammen nach Ebelsbach fahren wollen, um dort Alkohol nachzukaufen.

Ein Unbekannter ist der Angeklagte vor Gericht nicht. Vier Einträge zieren seinen Bundeszentralregistereintrag, darunter zwei einschlägige Verkehrsdelikte. Sogar zehnmal erscheint sein Name im Verkehrsregisterauszug. Demnach hat er seinen Führerschein schon mehrmals abgeben müssen.

Der Staatsanwalt forderte acht Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung, der Verteidiger sechs. Richterin Ilona Conver blieb in der Mitte. Sie hielt dem Angeklagten zugute, dass er keine Nachtrunk-Behauptung aufgestellt habe und Reue zeigte. Für den Angeklagten ist es die erste Freiheitsstrafe. Wenn er sich an die Bewährungsauflagen hält und keine weiteren Straftaten begeht, muss er sie nicht absitzen. Das Urteil ist rechtskräftig.

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