Ebern

Bemühen um Lebensqualität bis zur letzen Stunde

Menschen in der schwierigsten Lage ihres Lebens zu begleiten, ist die Aufgabe der Palliativ-Station an der Haßbergklinik in Ebern. Den Sterbenden sollen die letzten Tage so lebenswert wie möglich gestaltet werden. Die Palliativ-Care-Schwester Anneliese Müller führte eine Gruppe der Frauenunion Haßberge durch die Einrichtung.
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Care-Schwester Anneliese Müller (rechts) informierte die Besuchergruppe über die Ziele und Aufgaben des "Palliativmedizinischen Dienstes".
Care-Schwester Anneliese Müller (rechts) informierte die Besuchergruppe über die Ziele und Aufgaben des "Palliativmedizinischen Dienstes".
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"Es geht bei uns nicht darum, dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern den Jahren mehr Leben." Mit diesem philosophischen Satz stellte Anneliese Müller das Anliegen der Mitarbeiter in der Palliativ-Station der Haßberg-Kliniken, Haus Ebern vor. Anneliese Müller ist Palliativ-Care-Schwester und arbeitet für den "Palliativmedizinischen Dienst" der Haßbergkliniken.

Deren Aufgabe ist es, Patienten beim Sterben zu begleiten und ihnen bestmögliche Hilfe zuteil werden zu lassen. "Wenn unser Patient keine Schmerzen hat, haben die zusätzlichen Tage mehr Qualität", erklärte Müller den Besuchern, einer Gruppe von Mitgliedern der Frauen-Union Haßberge.

Anneliese Müller betonte, dass es sich bei diesem Dienst um schöne und traurige Erfahrungen gehe, denn es handle sich um Patienten mit unheilbaren und lebensbedrohlichen Krankheiten.
Palliativpflege umfasse die ganzheitliche Pflege unter Berücksichtigung der Wünsche des Patienten.

Einschnitte im Leben

Immer, wenn eine Krankheit nicht mehr heilbar sei, ändere das die Lebenssituation des Patienten ganz entscheidend und er sei gezwungen, einen neuen Lebensweg einzuschlagen. Nun sei die bestmögliche Pflege nötig, das Loslassen und das Abschied nehmen und das Bestreben, die letzten Tage, Wochen oder Monate so lebenswert und angenehm wie möglich zu machen.

Ein Versorgungsteam aus Pflegekräften, Ärzten, Therapeuten, Sozialdienst, Seelsorge sowie ehrenamtlichen Hospizhelfern arbeite dabei Hand in Hand und lasse den Schwerstkranken und deren Angehörigen eine an ihren persönlichen Bedürfnissen orientierte Begleitung zukommen.

Dies Begleitung findet, laut Müllers Schilderung, "auf allen Ebenen des Menschlichen Seins statt", angefangen von der Schmerztherapie, über medizinische Betreuung bei allen schwierigen Symptomen, therapeutischen Zusatzangeboten bis hin zu seelsorgerischen Begleitung. Aber auch die soziale Beratung und die Vermittlung nachsorgender Angebote für zu Hause, in Kurzzeitpflege oder in Hospizeinrichtungen zähle zum Angebot.

Spende übergeben

"Für alle Probleme gibt es explizit einen Ansprechpartner und hierzu treffen wir uns einmal die Woche zu einer Teamsitzung, zumal Tod und Sterben nicht nach Plan verlaufen", meinte Schwester Anneliese. Sie nahm eine Spende der Frauenunion, die Kreisvorsitzende Ute Ulbrich für die Einrichtung überreichte, dankbar entgegen.
Der Vorstand der Haßbergkliniken, Stephan Kolck, unterstrich die Bedeutung dieses Dienstes für das Haus Ebern und den Landkreis. " Der palliativmedizinische Dienst liegt mir sehr am Herzen, weil hier die alten Werte der Patientenbetreuung wieder in den Mittelpunkt gestellt werden", sagte er. Viele Patienten wollten ja möglichst lange zu Hause bleiben, aber wenn es kritisch wird, müssten sie ins Krankenhaus, "und hier ist der Mensch mit seinen Ängsten nicht allein."

Die Besuchergruppe besichtigte dann die Zimmer mit einer wohnlichen Atmosphäre, wobei es auch Übernachtungsmöglichkeiten im Patienten- oder Angehörigenzimmer gibt. Sowohl CSU-Landratskandidat Wilhelm Schneider aus Maroldsweisach als auch Barbara Baumbach, Kandidatin für das Bürgermeisteramt in Ebern, waren voll des Lobes über die neue Abteilung, die es seit April 2012 gibt: "Das Haus Ebern ist in einem hervorragenden Zustand und ein wichtiger Pfeiler für die medizinische Versorgung von rund 25 000 Einwohnern der Region. Ebern ist ein Haus mit Zukunft."

Andere Besucherinnen, auch aus dem Bereich des südlichen Landkreises bezeichneten das Palliativ-Angebot als einen "Gewinn für das Haus, aber auch für den Landkreis. Wir konnten uns davon überzeugen, dass hier im Haus Ebern alles getan wird, um den Patienten Sicherheit und Geborgenheit zu geben und den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten."
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