Ebern
Festakt

Auszeichnung für Eberner Wander- und Menschenfreund

Der Eberner Stadtrat hat dem früheren Mitglied Willibald Laubender die Bürgermedaille verliehen. Er stammt aus Gleisenau, gilt aber längst als Eberner Original. Er ist in vielen Vereinen und auf noch mehr Wanderwegen im Einsatz.
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Thomas Bäuerlein, Brunhilde Giegold und Bürgermeister Robert Herrmann (von links) flankierten Willibald Laubender beim Eintrag ins goldene Buch der Stadt am Freitagabend. Fotos: Ralf Kestel
Thomas Bäuerlein, Brunhilde Giegold und Bürgermeister Robert Herrmann (von links) flankierten Willibald Laubender beim Eintrag ins goldene Buch der Stadt am Freitagabend. Fotos: Ralf Kestel
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Vor 20 Jahren ging er in Pension, Ruhestand ist ihm aber ein Fremdwort: Willibald Laubender, einer der beliebtesten Polizisten, der je im Altlandkreis Ebern auf Streife ging, erhielt am Freitagabend - einige Wochen vor seinem 80. Geburtstag - die Bürgermedaille. Im Rahmen der Festsitzung des Stadtrates am Vorabend zur Kirchweih wurde noch ein viel jüngerer Kollege Laubenders geehrt: Auch Thomas Bäuerlein, Beamter bei der Polizei in Haßfurt, der im Mannlehen wohnt, trug sich ins goldene Buch ein, da er bei einem Einsatz im Juli 2012 am Altmain bei Sand einem Menschen das Leben rettete.

Im Mittelpunkt stand aber der nimmermüde "Willibald", wie ihn die meisten Eberner kurz nennen. Bussi-Weltmeister (als Elferrat bei den bunten Abenden oder den fränkischen Musikantentreffen), Dauerläufer, Stadtführer, Posaunist sind weitere Schlagworte, die das Wirken des gebürtigen Gleisenauers ebenso kurz wie treffend umschreiben.


"Der Mann ist super, einfach spitze. Der hat so viel geplaudert, dass er schon Schaum vor dem Mund hatte. Der ist ja ein wandelndes Lexikon", urteilte jüngst eine Kulmbacherin über den Wanderwart, als er sie mit einer Gruppe bis nach Lichtenstein und zurück führte - und dann noch schnell eine Stadtführung anhängte. Ohne Bezahlung versteht sich.

Engagierter Freier Wähler

Alle diese ehrenamtlichen Tätigkeiten des "reingeschmeckten Luthrischen" (Laubender über sich selbst), der 1962 als Polizist nach Ebern kam und 31 Jahre Dienst verrichtete, listete Bürgermeister Robert Herrmann (CSU) in seiner Laudatio auf. Den Schwerpunkt legte er aber auf das kommunalpolitische Wirken des Familienvaters.

Von 1978 bis 2002 gehörte er für die Freien Wähler dem Stadtrat an, wobei er mit 24 Jahren Mitgliedschaft als erfahrenster Kommunalpolitiker galt. Herrmann: "Sie waren in meinen Augen ein engagierter Vertreter der Eberner Interessen, ohne dabei den Blick für das gesamte Stadtgebiet zu verlieren."

Und er war ein umgänglicher Stadtvater, auch wenn er bei Entscheidungen, die ihm missfielen, deutliche Worte fand. Selbst bei Mitgliedern der eigenen Fraktion vertrat er stets seine eigene Überzeugungen. Nicht ohne Stolz zeigt er noch heute bei Stadtführungen einen besonderen Stuhl am Ratstisch, auf den er sich aufgrund von Meinungsverschiedenheiten zurückgezogen hatte. Das war aber kein Schmollwinkel, Laubenders Meinung war gefragt. Und mit vielen seiner Kollegen von damals, Altbürgermeister Rolf Feulner, Paul Wagner, Helmut Schumacher und Friedrich Streng trifft er sich noch heute überparteilich zum wöchentlichen Schafkopf im Café Wagner.

Geselligkeit ist Trumpf

Dass er ein geselliger Mensch ist, lässt sich an den Vereinsaktivitäten ablesen, die Bürgermeister Herrmann auflistete: Seit 1977 Mitglied beim Bürgerverein, 1979 Gründungsmitglied der Wandergruppe, 2004 wurde ihm die Ehrenmitgliedschaft verliehen, 20 Jahre Wegewart, der sich um rund 90 Kilometer Wanderwege rund um Ebern kümmert, Mitbegründer des Posaunenchores anno 1962, über 34 Jahre davon Chorleiter, Lektor und Prädikant, Mitglied des Kirchenvorstandes, Elferrat im Kulturring, wo er zeitweise auch als Zweiter Vorsitzender fungierte.

Einsatz trägt Früchte

Bei so vielen Pöstchen fragte sich der Bürgermeister: "Ich kann mir vorstellen, ein engagierter Mann wie Sie fragt sich manchmal, warum tue ich mir das alles an? Aber glauben Sie mir, Ihr Einsatz wird wahrgenommen, er trägt auch Früchte. Und wir alle wissen, wie wichtig es gerade heute ist, positive Vorbilder zu haben."

Eine Urkunde des Innenminister händigte der Bürgermeister an Brunhilde Giegold (SPD) aus, die seit 1990 am Ratstisch vertreten ist. Zunächst sechs Jahre als Ortssprecherin und seither als Stadträtin.
Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde von den "Crazy Ladies (Karin Meyer-Jungclaussen, Eva König, Erika Stockbridge und Ingrid Zöller-Utz)
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