Prölsdorf

Aussegnungssaal in Prölsdorf bestand Feuertaufe als Kulturbühne

Ein Erlebnis der besonderen Art bescherten die Volkshochschule Rauhenebrach und das Ensemble "tonArt" den Zuhörern in Prölsdorf.
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In besonderem Ambiente gestaltete das Ensemble "tonArt" aus Grettstadt ein ausgefallenes Konzert in Prölsdorf. Foto: Sabine Weinbeer
In besonderem Ambiente gestaltete das Ensemble "tonArt" aus Grettstadt ein ausgefallenes Konzert in Prölsdorf. Foto: Sabine Weinbeer
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Mit dem Konzertabend unter dem Titel "Walking on Strings" bestand der Aussegnungssaal des Bestattungsinstituts Schunder seine erste Bewährungsprobe als Rahmen für kulturelle Veranstaltungen. "Das ist eine echte Bereicherung für unsere Gemeinde", freute sich Bürgermeister Matthias Bäuerlein über die gelungene Premiere in dem Neubau.

Komplett ausverkauft war das Konzert, das Petra Friesl nach Rauhenbrach holte. Die Arbeitsstellenleiterin der Volkshochschule hörte "tonArt" im vergangenen Jahr und fragte sofort wegen eines Gastspiels in Rauhenebrach an.

Außergewöhnliche Besetzung

Die Musiker aus Grettstadt und Umgebung spielten bisher eher mainabwärts im Landkreis Haßberge, in Rauhenebrach waren sie zuvor noch nie gewesen. "Aber der Raum bietet ein tolles Ambiente, der Blick hinaus in die Natur ist einfach großartig", freuten sich die Leiterin des Ensembles, Katja Karch, und Geigerin Nicole Zink.

Das Ensemble ist mit seiner Besetzung schon etwas außergewöhnlich: Gitarren, Mandolinen, Violine, Oktavgitarre und Bass-Ukulele geben den Musikstücken eine besondere Prägung. Mal mittelalterlich, mal modern, Filmmusik von Forrest Gump bis Game of Thrones, aber auch Kompositionen einer Schweinfurter Musikerin standen auf dem Programm.

Zum Programm gehörte außerdem Karl-Heinz Gerhardt. Auf Wunsch von Katja Karch ergänzt er Konzerte von "tonArt" mit Texten. Für das Konzert in Prölsdorf hatte er sich Wolfgang Borcherts autobiografische Kurzgeschichte "Schischyphusch oder Der Kellner meines Onkels" ausgesucht - eines der wenigen humorvollen Werke Borcherts, aber durchaus mit einem dramatischen Hintergrund.

Stimme und Schauspieltalent

Karl-Heinz Gerhardt ist eigentlich Mediziner, "aber ich bin in Grettstadt Lektor und im Fasching aktiv, und da meinte Frau Karch, ich hätte die richtige Stimme für so etwas". Neben der Stimme zeigte er auch ein schauspielerisches Talent, das die Zuhörer ebenso in seinen Bann zog wie die Musikauswahl.

Abgerundet wurde das ganze Programm mit Naturfotografien von Klaus Sünkel, die zur Musik im Hintergrund liefen.

Ohne Zugabe durfte das Ensemble die Heimreise nicht antreten. Die Musiker nutzten anschließend auch gerne die Gelegenheit zum Gespräch mit ihrem Publikum. Man darf damit rechnen, dass sie wieder einmal ein Gastspiel im Steigerwald geben . Und auch der Saal im Hause Schunder wird sicherlich wieder für kulturelle Veranstaltungen genutzt.

Das Ensemble "tonArt" bilden Katja Karch, Nicole Zink, Hanna Karch, Chiara Metz, Sarah Böhner, Klaudia Dahm, Colin Chang und Sabine Rose. Für das Konzert in Rauhenbrach kam Elke Krahm dazu, eine Jugendfreundin von Katja Karch, die als Musikerin in Salzburg arbeitet.

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