Schönbach
Bürgerversammlung

Auch in Schönbach wird zu flott gefahren

Im Ebelsbacher Ortsteil sind die Bürger zufrieden. Dennoch wurden einige Probleme angesprochen, etwa mit dem Verkehr.
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Diese Anzeige hätten die Schönbacher bei der Einfahrt der Autofahrer in den Ort am liebsten. Günther Geiling
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Schönbach hat seinen Namen anscheinend nicht umsonst und die Bürger sind seit jeher bemüht, die Schönheit ihres Ortes zu pflegen. Dies wird deutlich am Dorfplatz, in der Kellergasse oder an der neuen Grünanlage mitten im Dorf, durch die sich nun "schön" der kleine "Bach" schlängelt. Diese Zufriedenheit zeigten die Bürger auch in der Bürgerversammlung, bei der sie aber selbstbewusst auf einige Wünsche oder Anregungen hinwiesen.

Kaum vorstellbar heute, dass der Ort noch vor rund 100 Jahren nur über unbefestigte Wege erreichbar war. Selbst der Verbindungsweg zwischen Schönbach und der Schönbachsmühle war noch 1894 eine Hohlgasse, die weder mit dem Fahrrad noch mit der Schubkarre zu befahren war. Ab 1905 begann man in Gemeinschaftsarbeit mit dem Straßenbau und später mit der Distriktstraße nach Dörflis (1926-29).

Heute ist der kleine Gemeindeteil von Ebelsbach mit seinen 213 Einwohnern sowohl zur Schönbachsmühle und dem Ebelsbachtal sowie in das Maintal bestens erschlossen und junge Familien tragen zu einer positiven Entwicklung bei. Die Dorfgemeinschaft und der Zusammenhalt unter den Vereinen wird großgeschrieben und so gab es auch keine großen Wünsche.
Ganz im Gegenteil: Von Bürgern wurde an die Gemeinde und den Bauhof sogar Lobesworte ausgesprochen, die man sonst in solchen Bürgerversammlungen eher selten hört.

Matthias Viernekäs stellte hierzu fest, "dass sämtliche Wasserläufe ausgeputzt und abgemulcht wurden. So was sieht man im ganzen Umkreis selten und deswegen möchte ich einmal ausdrücklich dem Bauhof ein Lob aussprechen. Hier sind Leute am Werk, die auch ein Auge dafür haben."


Mauer bröckelt

Ewald Kleinhenz bedankte sich namens der Kirchengemeinde für den Zuschuss zur Sanierung der Kirche, bevor er aber trotzdem ein kleines Problem mit einer Mauer zur Abgrenzung des Kirchengrundstückes ansprach. "Diese Trockenmauer, die Hunderte von Jahren alt ist, macht Schwierigkeiten, weil Steine ausbrechen und auf das benachbarte Grundstück fallen." So fragte er nach der Zuständigkeit, die wahrscheinlich die Kirchengemeinde besitze. Auf jeden Fall sollte hier eine Sanierung erfolgen, bevor noch größere Schäden einträten.

Hilde Greul, die den Küsterdienst in der Filialkirche ausübt, goss im Hinblick auf das Kirchengrundstück noch etwas Wasser in den Wein und fand das Umfeld der Leichenhalle nicht immer in einem schönen Zustand. Hier sollte abgeklärt werden, wer für die Sauberkeit zuständig sei.

Im Zusammenhang mit den weiteren Planungen in der Gemeinde Ebelsbach, kam Bürgermeister Walter Ziegler natürlich auch auf die Bautätigkeit zu sprechen und die Problematik, dass man in Ebelsbach 117 freie Bauplätze habe, die aber im Privatbesitz seien und nicht verkauft würden. Das seien mehr Bauplätze als man mit dem neuen Baugebiet "am Herrenwald" erschließen könnte. Martin Viernekäs interessierte die Zufahrt, ob alles über das Nadelöhr Gleisenau oder über eine Abfahrt Richtung Steinbach erfolgen soll. Der Bürgermeister stellte dazu klar, dass man für die große Lösung in Richtung Steinbach am Landratsamt auch aus naturschutzrechtlichen Gründen eine Abfuhr erhalten habe. Außerdem käme diese Verbindungstrasse auf eine Investitionssumme von circa 2,5 Millionen Euro, die nicht zu stemmen wäre, und auch eine Erdverkabelung der Stromtrasse käme etwa auf die gleiche Summe.


Erst einmal 30 Parzellen

Aus diesem Grunde wolle man erst einmal einen ersten Bauabschnitt mit 30 Parzellen erschließen. In diesem Jahr wolle man noch den "Ahornweg" erschließen, auf den ein großer Run stattfand und wo alle Bauplätze verkauft seien. Auch hierfür hatte Martin Viernekäs eine Erklärung: "Die wollen alle näher an Schönbach sein".

Da interessierte Manfred Hemmerich natürlich, wie es denn mit Bauplätzen in Schönbach aussehe, wo nur noch ein Baugrundstück vorhanden und auch schon reserviert sei. Er brachte dazu sogar den "alten Sportplatz" ins Gespräch. "Darüber kann man nachdenken und im Moment wäre dies leicht möglich durch ein vereinfachtes Bauverfahren für kleinere Baugebiete", meinte auch der Bürgermeister. Aber dies müsse man erst beschließen.


Autofahrer geben zu früh Gas

Als besonderes Problem stellte sich bei den zahlreichen Wortmeldungen die Verkehrssituation und die Reduzierung der Geschwindigkeit der Autofahrer heraus, die schon mit einer Geschwindigkeitsanzeige von Steinbach her in Angriff genommen wurde. Manfred Hemmerich hatte jedoch festgestellt, dass sich dadurch die Situation ortseinwärts schon verbessert habe, "aber aus dem Ort hinaus fahren sie nun schneller als herein".

Robert Kleinhenz forderte, dass man hier einfach das Ortsschild viel weiter nach außen versetzen müsste. Bürgermeister Walter Ziegler und der Bauhofleiter Martin Horn sahen hierfür wenig Chancen, weil eine geschlossen Ortschaft meist durch die Bebauung angezeigt werde. Robert Kleinhenz ließ aber nicht locker und vertrat die Meinung "wenn die Gemeinde dahinter steht, müsste dies möglich sein." Dabei verwies er auf die Versetzung des Ortsschildes bei Eltmann noch vor der Brücke über den Main.


Sperrschilder entfernt

Ortssprecherin Kutzner sah sogar Probleme innerorts. "Da schießen auch Fahrzeuge die Winterleite hoch, obwohl es dort viele Kinder gibt". Ähnliches gelte für die Stückgasse, wo es inzwischen mehr Verkehr aus Richtung Gleisenau gebe. An der Engstelle wurde dazu erneut eine "Ausweichstelle" angemahnt. Erich Lutz stellte fest, dass für die Straße von Gleisenau nach Schönbach die Sperrschilder entfernt wurden. Dies wäre zwar für die Zeit der Baustellen an der Staatsstraße 2274 und der Umleitung des Verkehrs akzeptabel gewesen, müsste nun aber wieder in den alten Zustand eines Flurbereinigungsweges versetzt werden, denn schließlich hätten die Grundstücksbesitzer dafür auch Flächen abgetreten.

Bürgermeister Ziegler stellte dazu fest, dass man vor 25 Jahren anscheinend hier Sperrschilder angebracht habe, ohne eine rechtliche Grundlage. Die Straße von Gleisenau nach Schönbach sei nämlich als Ortsstraße gewidmet und mit Steuermitteln ausgebaut worden. Kritisiert wurde auch von Bürgern, dass direkt an der Straße von der Schönbachsmühle nach Schönbach ein Schäfer das Gemeindegrundstück eingezäunt habe und damit kein Grashalm und keine Hecke mehr bleibe. Dies dürfe doch so nicht hingenommen werden.

Helmut Markert stellte die Frage, ob es nicht sinnvoll wäre, einen Defibrillator (Defi) anzuschaffen und dies zu bezuschussen. Eine Zuschusszusage gab es nicht, vielmehr wurde angeregt, unter den Vereinen einmal zu diskutieren, ob dies sinnvoll und machbar wäre.

Zum Abschluss dieser regen Diskussion fragte Robert Kleinhenz nach der Möglichkeit, von dieser Bürgerversammlung ein Protokoll in den Gemeindekasten zu hängen zur Einsichtnahme für die Bürger. Andere Bürger meinten, die Bürger sollten doch die Bürgerversammlung besuchen oder den Bericht dazu in der Zeitung zu lesen. Damit gab sich Robert Kleinhenz nicht zufrieden. Ihm bliebe aber noch die Möglichkeit, das Protokoll in der Verwaltung einzusehen.
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