Ebelsbach
Dankbarkeit

Ascheritus zu Pfarrer Gregoris Abschied in der Kirchengemeinde Schönbach

Der evangelische Pfarrer Volkmar Gregori wurde von der Kirchengemeinde in Schönbach in den Ruhestand verabschiedet.
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Im Zeichen der Ökumene zeichneten die beiden Pfarrer sich gegenseitig das Aschekreuz auf die Stirn, links Pfarrer Mathias Rusin und rechts Pfarrer Volkmar Gregori. Foto: Günther Geiling
Im Zeichen der Ökumene zeichneten die beiden Pfarrer sich gegenseitig das Aschekreuz auf die Stirn, links Pfarrer Mathias Rusin und rechts Pfarrer Volkmar Gregori. Foto: Günther Geiling

"Seit ich Pfarrer dieser Kirchengemeinde bin, war ich immer gerne in Schönbach bei ganz verschiedenen Anlässen dabei. Mir hat es von Anfang an gefallen, wie die Schönbacher ihre Dorfgemeinschaft pflegen. Das wollte ich, so oft es mir möglich war, unterstützen." Dies betonte Pfarrer Volkmar Gregori bei einem besonderen ökumenischen Gottesdienst, bei dem zwei Anlässe im Mittelpunkt standen: der Aschenritus zu Beginn der Fastenzeit sowie der Dank an den scheidenden evangelischen Pfarrer Gregori durch die Schönbacher.

Pfarrer Volkmar Gregori gestand ein, dass er über die Anfrage von Pfarrer Mathias Rusin, einen gemeinsamen Gottesdienst in der St.-Jakobuskirche in Schönbach zu feiern, wirklich überrascht gewesen sei und den Grund wissen wollte. Die Antwort habe gelautet: "Die Schönbacher wünschen sich das!" Dieser Grund habe ihm eingeleuchtet und ihn überzeugt.

"Immer vor Ort gewesen"

Die Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Schönbach, Ingrid Markert, betonte, dass die Ökumene in Schönbach und in Gleisenau auch kein Fremdwort sei. Es sei nun die Zeit gekommen, dass Pfarrer Volkmar Gregori aus Altersgründen seine Pfarrstelle aufgeben müsse. Deswegen wolle man ihm dafür danken, dass er sich immer auch für die Schönbacher aufgeschlossen gezeigt habe und bei den Seniorentagen oder sonstigen Anlässen immer vor Ort gewesen sei.

Pfarrer Mathias Rusin erinnerte insbesondere an das Luther-Jahr und die vielen Veranstaltungen oder auch an den Weltgebetstag vor Kurzem. "Heute treffen wir uns in der altehrwürdigen und renovierten Kirche von Schönbach, die eine der ältesten Kirchen im Landkreis darstellt. Das älteste Fundament stammt nämlich aus dem 13. Jahrhundert."

"Noch immer gespaltene Kirche"

Die vier Liturgen Marianne Markert, Ewald Kleinhenz, Susanne Viernekäs und Christa Viernekäs unterstrichen in den "Kyrie-Rufen" die Bedeutung des ökumenischen Gottesdienstes. "Wir sind heute zusammengekommen in einer noch immer gespaltenen Kirche und in einer friedlosen Welt, auf der viele dunkle Schatten lasten. Wir wissen auch, dass wir selbst durch unsere Schuld dazu beitragen. Jesus Christus, du hast uns den Auftrag gegeben, eins zu sein, wie du mit dem Vater eins bist. Verbinde uns durch das Band des Glaubens und der Liebe!"

Pfarrer Volkmar Gregori gestand ein, dass es in den Jahren seiner Tätigkeit immer eine Verbindung mit Schönbach gegeben habe. "Zusammen mit meiner Frau mache ich abends oder auch nachts gerne einen Spaziergang vom Pfarrhaus in Gleisenau hinauf zum Hünenhügel oberhalb Schönbachs, um der Mutter Gottes eine gute Nacht zu wünschen und den weiten, nächtlichen Blick in die Heiligen Länder und die Ruhe unter dem Sternenhimmel aufzunehmen."

Der baldige Abschied aus dem Berufsleben nach 40 Jahren Dienst als Pfarrer und Dekan treibe ihn natürlich um, und wenn er lese, "Schönbach will ihm danken", tue das auch der eigenen Seele gut. Umso mehr habe ihn aber gefreut, dass dieser Abendgottesgottesdienst auch noch mit dem Ascheritus verbunden ist. "Asche auf mein Haupt", sage man halb im Ernst, wenn man etwas bereut. "Asche aufs Haupt" sei aber auch ein alter Brauch und sehr ernst. So hätten die Menschen zu biblischer Zeit getrauert, so ihre Reue gezeigt, ihre Kleidung zerrissen und sich Asche aufs Haupt gestreut. Mit dem Aschermittwoch habe aber auch die Fastenzeit und Zeit der Buße begonnen und es habe sich eingebürgert, dabei ein Kreuz aus Asche auf die Stirn zu zeichnen.

Ökumenische Offenheit

"Seit dem zwölften Jahrhundert wird dafür Asche aus den Palmzweigen des vergangenen Jahres verwendet. In den letzten Jahrzehnten haben diesen Ritus verschiedene Kirchen der weltweiten Ökumene übernommen und auch die lutherischen Kirchen in Deutschland vermehrt einen Gottesdienst am Aschermittwoch eingeführt. Über Ihre ökumenische Offenheit, Pfarrer Rusin, habe ich mich sehr gefreut und nehme sie gerne an," betonte Pfarrer Volkmar Gregori.

"Das Aschekreuz auf unserer Stirn erinnert uns daran, dass wir von Gott aus dem Staub der Erde geschaffen worden sind und wieder zu Staub werden. In uns ist das Bewusstsein, dass wir allen Grund dazu haben, Asche auf unser Haupt zu streuen." Das Aschenkreuz wolle also hinweisen auf das Kreuz Jesu, und wenn man die Botschaft des Kreuzes ernstnimmt, könne man sich seiner Schuld stellen. "Der Blick auf mich mit dem Blick auf den liebenden Jesu ist die Chance der Fastenzeit."

Persönlich verabschiedet

Als Zeichen der Ökumene zeichneten sich der katholische Pfarrer Mathias Rusin und der evangelische Pfarrer Volkmar Gregori das Aschenkreuz gegenseitig auf die Stirn, bevor sich die Kirchenbesucher diesem Brauch anschlossen. Anschließend lud die Kirchengemeinde zu einem Stehempfang ein, bei dem Gelegenheit war, sich von Pfarrer Volkmar Gregori persönlich zu verabschieden.

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