Untermerzbach
Gemeinderat

Altes Gebälk und neue Impulse

Das Gremium in Untermerzbach vergab Aufträge für den Ausbau der Bürgerwerkstatt und für das didaktische Konzeptfür die einstige Synagoge Gleusdorf.
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Den Blick nach oben gerichtet, auch wenn die Arbeiten in der Bürgerwerkstatt derzeit eher zögerlich vorangehen: Mitglieder des Gemeinderates bei einem Rundgang durch das Gebäude.  Fotos: Helmut Will
Den Blick nach oben gerichtet, auch wenn die Arbeiten in der Bürgerwerkstatt derzeit eher zögerlich vorangehen: Mitglieder des Gemeinderates bei einem Rundgang durch das Gebäude. Fotos: Helmut Will
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Auch nach mehr als zehn Jahren muss noch eine Baugenehmigung eingeholt werden. In Wüstenwelsberg entstand nach den Worten von Bürgermeister Helmut Dietz (SPD) im Jahr 2006 der Bebauungsplan "Sondergebiet Campingplatz Wüstenwelsberg." Im Lauf der Jahre entstanden dort auch kleinere Holzhäuser, für die keine Baugenehmigung vorliegt. Das Thema beschäftigte den Gemeinderat von Untermerzbach bei dessen Sitzung am Montagabend.

"Mit Inkrafttreten des Bebauungsplans haben es die Sondergebietnutzer versäumt, für Ihre Wochenendferienhäuser die Baugenehmigungen zu beantragen. Mittlerweile wurden alle Ferienhausbesitzer vom Landratsamt Haßberge aufgefordert, die Baugenehmigungen für ihre Ferienwohnanlagen auf dem Campingplatz Wüstenwelsberg zu beantragen", sagte Bürgermeister Dietz. Drei Bauherren, die am Campingplatz am oberen Wirtschaftsweg Holzhäuser errichtet haben, müssen deshalb einen Plan nachreichen, der vom Landratsamt geprüft wird.

Der Gemeinderat jedenfalls, personell "stark geschwächt", da die Landwirte fehlten und ihre Ernte einbrachten, erteilte bei seiner Sitzung im Rathaus schon mal sein Einvernehmen.


Löcher im Kanal

"Unser Abwassernetz in Untermerzbach im Finkenweg, Erkelring, Schulstraße und im Gartenweg ist das schlechteste im Gemeindegebiet, es sind erhebliche Schäden vorhanden. Es ist unbedingt zu sanieren, Eile ist geboten", sagte der Bürgermeister. Deshalb wurde die Maßnahme bereits durch das Ingenieurbüro Kittner & Weber ausgeschrieben. Dafür hatte die Gemeinde den Betrag von 80 000 Euro vorgesehen. "Das Submissionsergebnis hat für uns ein erfreuliches Ergebnis gebracht", so Dietz. Sieben Firmen wurden für diese Maßnahme angeschrieben und alle hätten ein Angebot vorgelegt. Das günstigste Angebot lag bei 65 400 Euro. "Das ist deutlich unter der von uns geplanten Summe", freute sich der Bürgermeister. Das Gremium stimmte diesem Angebot einstimmig zu.


Fliesen und Parkett

Zum Auftakt der Sitzung befasste sich der Gemeinderat mit der "Bemusterung" von Fliesen für die Bürgerwerkstatt, Marktplatz 7. Auszusuchen waren Fliesen für die WC-Anlage in dem Gebäude. Man entschied sich für helle Bodenfliesen und für grau-marmorierte für die Wände, die bis zu 1,5 Meter hoch gefliest werden. Auch für einen Parkettboden und Innentüren fiel die Entscheidung. Das Parkett kommt auf 14 100 Euro und die Innentüren auf 6500 Euro.
Bürgermeister Helmut Dietz merkte bei einem Rundgang durch die Baustelle für die Bürgerwerkstatt an, dass nicht alles so schnell vorangehe, wie man es sich gewünscht hätte. "Die Firmen haben mehrere Baustellen", sagte er.


Gewerke vergeben

Da der Bauausschuss sich schon mal der Vergabe verschiedener Gewerke angenommen hatte, teilte der Bürgermeister mit, dass er diese inform von dringlichen Anordnungen vergeben habe. So Trockenbauarbeiten mit einer Summe von 57 300 Euro und für Außenputz mit 54 100 Euro; die Fassadengestaltung schlägt mit 20 100 Euro zu Buche, die Stahlbauarbeiten mi 21 500 Euro. Steinmetzarbeiten kommen auf 9550 Euro, Estricharbeiten auf 6100 Euro, Fliesenarbeiten auf 14 900 Euro. Das Gremium "segnete" diese Ausgaben ab.


Didaktisches Konzept

Für die Synagoge in Gleusdorf, die die Gemeinde samt eines Wohnhauses und einer Scheune gekauft hat, sollte ein "didaktisches Nutzungskonzept" erstellt werden, teilte der Bürgermeister mit.
Zwei von drei angeschriebenen Anbietern legten ein Angebot vor. "Zusammen mit Frau Iris Wild, der Vorsitzenden des Träger- und Fördervereins Synagoge Memmelsdorf, haben wir die Vorstellungen der beiden Anbieter angehört und bewertet", erläuterte Dietz. Beide Anbieter, die "Agentur für kulturhistorische Recherchen" und der Anbieter "Ausstellung, Gestaltung, Archäologie" (A.U.G.E) seien für kulturhistorische Angelegenheiten kompetent. Sie lagen mit ihren Angeboten nicht weit auseinander.
Die Entscheidung, das Entwicklungskonzept zu vergeben, fiel auf die "Agentur für kulturhistorische Recherchen" zum Angebotspreis von 11 900 Euro. Hier stehe eine kompetente Person dahinter, die mit dem Judentum in der Region bestens vertraut sei, befand das Gremium.
"Für den Kindergarten Memmelsdorf, der seit 1994 besteht, stehen im Gruppengebäude, das momentan als Krippe genutzt wird, einige Sanierungsmaßnahmen an, hauptsächlich die Fenster und auch energetische Maßnahmen. Deshalb stellt sich die Frage, ob wir uns diesbezüglich beraten lassen sollen", sagte der Bürgermeister. Die Beratung werde gegenwärtig noch von der BAFA (Wirtschaftsministerium) mit 80 Prozent gefördert. "Ja" befand der Gemeinderat, man sollte sich beraten lassen, damit man erkennen könne, was alles auf einen zukommt. Der Eigenanteil an den Beratungskosten beträgt für die Gemeine 3570 Euro.
Informationen zum Stand der Baunachallianz gab es vom Bürgermeister für den Gemeinderat. Er freue sich, dass Vertreter der Gemeinde bei allen "Werkstätten" in den Beratungen dabei waren, lobte Helmut Dietz. "Ich meine, es wurden gute Impulse herausgearbeitet", sagte Dietz, aber es gäbe noch einiges zu tun. Ein Projektmanager soll eingestellt und ein Verein gegründet werden.
Gebühren für den Verein sollen für Gemeinden, die schon in einer Allianz sind (Hofheimer Allianz oder Initiative Rodachtal) , niedriger ausfallen, als für Gemeinden, die noch in keiner solchen interkommunalen Verbindung aktiv sind. 1,40 Euro pro Einwohner sollen Gemeinden zahlen, die in einer Allianz sind. "Das wären 2378 Euro pro Jahr für Untermerzbach", rechnete der Bürgermeister vor. Für Gemeinden, die noch keiner Allianz angehören, fallen 2,30 Euro pro Einwohner an.


Rösler erweitert

Einvernehmen wurde dem Bauantrag der Firma Rösler erteilt, die auf dem vorhandenen Firmengelände in Memmelsdorf eine Produktions- und Lagerhalle errichten möchte. Auch ein privates Bauvorhaben in Untermerzbach wurde genehmigt.
Informatorisch teilte der Bürgermeister mit, dass das Ferienprogramm in der Gemeinde gestartet sei. Etwa 40 Kinder seien angemeldet, wie Gemeinderat Martin Mölter, der hierfür verantwortlich zeichnet, mitteilte.


Pumpen fallen aus

Eine Abwasserpumpe habe in Gleusdorf ihren Geist aufgegeben, die andere istebenfalls erneuerungsbedürftig. Hier fallen Kosten von 11 700 Euro an.
Die letzte Sitzung des Vorstands "Dorferneuerung Gleusdorf", wird am 14. September sein, dann ist diese aufgelöst.
In der Schlossstraße offenbarte der letzte starke Regen, dass mit dem Kanal etwas nicht in Ordnung war. Deshalb habe man für Abhilfe gesorgt und 2300 Euro hierfür investiert.
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