Eltmann
Überlegungen

Allein schafft es Eltmann nicht

Das mögliche Kombibad stand im Mittelpunkt der Diskussionen im Stadtrat. Es gibt viel Klärungsbedarf.
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Eine Sanierung des Freibades beschäftigt den Eltmanner Stadtrat seit Jahren. Ob daraus ein Kombibad oder in der Nachbarschaft auch ein Hallenbad entstehen soll, steht nicht fest. In diese Diskussion will Bürgermeister Michael Ziegler erst einsteigen, wenn halbwegs belastbare Kostenschätzungen vorliegen. Tragen müsste eine solche Entscheidung nicht nur der Stadtrat Eltmann, sondern die gesamte ILE-Lebensregion-plus.  Sabine Weinbeer/Archiv
Eine Sanierung des Freibades beschäftigt den Eltmanner Stadtrat seit Jahren. Ob daraus ein Kombibad oder in der Nachbarschaft auch ein Hallenbad entstehen soll, steht nicht fest. In diese Diskussion will Bürgermeister Michael Ziegler erst einsteigen, wenn halbwegs belastbare Kostenschätzungen vorliegen. Tragen müsste eine solche Entscheidung nicht nur der Stadtrat Eltmann, sondern die gesamte ILE-Lebensregion-plus. Sabine Weinbeer/Archiv

Erst wenn halbwegs belastbare Kostenschätzungen vorliegen, will Bürgermeister Michael Ziegler (CSU) mit dem Eltmanner Stadtrat und den Gemeinderäten der gesamten "ILE-Lebensregion plus" in die Diskussion um ein künftiges Hallenbad oder ein Kombibad im Maintal einsteigen. Seinen Stadtratsmitgliedern händigte er in der Sitzung am Mittwochabend im Rathaus die Standortanalyse "Schwimmbad im südlichen Landkreis Haßberge" aus, um sich auf diese Diskussion fundiert vorbereiten zu können.

Was heißt "ILE-Lebensregion plus"? ILE bedeutet integrierte ländliche Entwicklung und meint, dass Kommunen zusammenarbeiten sollen. Die "Lebensregion plus" sind die zehn Städte und Gemeinden Eltmann, Zeil, Knetzgau, Sand, Oberaurach, Rauhenebrach, Ebelsbach, Stettfeld, Kirchlauter und Breitbrunn.

Natürlich machen sich die Gremiumsmitglieder in Eltmanner wie auch in den anderen Kommunen angesichts der öffentlichen Diskussion seit Schließung des Zeiler Hallenbades bereits seit geraumer Zeit Gedanken. Schließlich ist gerade Eltmann seit vielen Jahren in der Planung, wie das eigene Freibad saniert werden kann. "Positiv überrascht" zeigte sich Dritter Bürgermeister Peter Klein über die Tatsache, dass die Eltmanner Bevölkerung das Thema "Kombibad" mit Standort in Eltmann durchaus positiv aufgefasst habe.

Was ein solches Bad kosten würde, wie es finanziert werden kann, welche öffentlichen Gelder es geben wird, das alles sei aber grundlegend für eine Entscheidungsfindung in den Gremien, so Bürgermeister Michael Ziegler. Ob denn eine Kommune von übergeordneter Stelle zu irgendetwas verpflichtet werden könne, wollte Stadträtin Julia Müller wissen. Dazu erklärte der Bürgermeister, dass die Bäderfrage eine typische Aufgabe der kommunalen Selbstverwaltung sei.

Neben einer Kostenermittlung für ein "Kombibad" wünschte sich Wolfgang Brühl alternative Kostenermittlungen für die Einzelmaßnahmen Hallenbad und Sanierung Freibad. Das sagte Michael Ziegler zu. Er will mit anderen Kommunalpolitikern im November die weltweit größte Fachmesse für Bäder in Köln besuchen, um sich aktuell über die Möglichkeiten zu informieren.

Die Standortanalyse kommt zu dem Schluss, dass auf jeden Fall mindestens ein Hallenbad als Ersatz für Zeil nötig ist. Auch der Bedarf für Knetzgau sei gegeben (auch dort gibt es Schwierigkeiten technischer Natur). Vor allem die Schulen haben großen Bedarf, aber auch die verschiedenen Gruppen von der Rheumaliga bis zu Sportvereinen, vor allem die Wasserwacht, die Schwimmkurse anbiete sowie Rettungsschwimmer und Rettungstaucher ausbildet. Die Analyse stellt dem Standort Eltmann ein gutes Zeugnis aus, zumal sich hier ein großer Schulstandort befindet und eine hohe Identifikation mit dem bestehenden Freibad besteht.

Die Finanzlage Eltmanns ist nach wie vor entspannt, wie der Zwischenbericht zum dritten Quartal auswies, der in der gleichen Sitzung vorgelegt wurde. Dennoch kann Eltmann ohne Zuschüsse schon sein Freibad nicht grundlegend sanieren - ein Kombi- oder Hallenbad geht ohne staatliche Zuschüsse und die Beteiligung umliegender Kommunen und des Kreises schon gar nicht. Kämmerer Ernst Rippstein zeigte in seinem Bericht auf, dass die Gewerbesteuereinnahmen trotz einiger Rückzahlungen ebenso im Soll liegen wie die Einkommensteuerbeteiligung. Der im Haushalt vorgesehene Kreditrahmen werde wohl nicht in Anspruch genommen werden müssen, da vermutlich nicht einmal drei Viertel der geplanten Investitionsausgaben realisiert werden können, hieß es. Positiver Effekt: Die Schulden Eltmanns werden zum Jahresende weiter sinken.

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