Ebern
Natur

Afrikanische Schweinepest jagt Bauern und Jägern mächtig Angst ein

Die Waidmänner in der Jäger-Kreisgruppe Ebern trafen sich, um Bilanz zu ziehen. In den Berichten zur aktuellen Lage beim Wild und im Wald gab es ein Wort, das Sorgen auslöst: Afrikanische Schweinepest.
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Die Jagdhornbläsergruppe eröffnete und beendete die Jahresversammlung und Hegeschau der Kreisgruppe Ebern des Landesjagdverbandes.
Die Jagdhornbläsergruppe eröffnete und beendete die Jahresversammlung und Hegeschau der Kreisgruppe Ebern des Landesjagdverbandes.
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Es waren zwar viele Gehörne von erlegten Rehböcken zu beschauen, aber der wesentlichere Blick richtete sich bei der Hegeschau des Bayerischen Jagdverbandes Kreisgruppe Ebern auf Themen, die derzeit die Jäger bewegen. In den Gemeinschaftsräumen der Firma Rösler in Memmelsdorf hatten sie sich zu ihrer Jahresversammlung getroffen.
Die Jagdhornbläsergruppe eröffnete und beschloss die Veranstaltung musikalisch. Zu einem Jäger und Schweinehalter besonders bewegenden Thema, der Afrikanischen Schweinepest, gab der Amtstierarzt Werner Hornung vom Landratsamt Haßberge ausführliche Informationen. Es handle sich dabei um ein sehr ansteckendes und dazu noch sehr widerstandsfähiges Virus, das Wild- ebenso wie Hausschweine bedrohe, für den Menschen selbst aber keine Gefahr darstelle.


Man kann vorbeugen

Im Osten von Polen, in den baltischen Staaten, aber auch bereits in Tschechien trete, so Hornung, die Seuche auf. Verbreitet werde sie durch Wildschweine, aber auch durch menschliches Verhalten wie Jagdtourismus, Einfuhr von kontaminiertem Fleisch und unsachgemäße Entsorgung von Speiseabfällen.
Der Tiermediziner zeigte auch eine Vielzahl von Maßnahmen auf, durch die eine Verbreitung eingedämmt werden könnte. Dazu zählen seinen Worten nach Informationen über Infektionswege, eine Reduktion des Wildscheinbestandes und penible Einhaltung von Hygiene bei der Schweinehaltung.


Schützen und nützen

Jürgen Hahn vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schweinfurt informierte über den bayerischen Weg beim Waldnaturschutz. Dieser sehe vor, Wald zu nutzen und zu schützen, die Biodiversität zu fördern, keine pauschalen Stilllegungen zu verordnen und auf Freiwilligkeit zu setzen.
In der Praxis bedeute dies für die Waldbewirtschaftung in der Region Begründung und Pflege von naturnahen Mischwäldern, gezielte Anreicherung von Totholz und Biotopbäumen, Naturwaldreservate, ja auch Rücksichtnahme während der Brutzeit bestimmter Vogelarten. Er, Hahn, sei deshalb ein starker Förderer des "Vertragsnaturschutzprogramms Wald", das finanzielle Zuwendungen für kommunale und private Waldbesitzer bereithält.


Trockenheit droht

Stark betroffen sei, so der Waldfachmann, das Ökosystem Wald von der Klimaerhitzung mit ihrem erhöhten Trockenheitsrisiko. Denn dies habe Einfluss auf die Baum- wie auch Schädlingsentwicklung. Auf die Jagd bezogen resümierte Hahn: "Beim Waldnaturschutz braucht der Wald die Jagd, wie umgekehrt auch die Jagd den Wald."
Hans Stark, Jagdberater beim Landratsamt Haßberge, stellte die einzelnen Wildstrecken 2017/18 im Altlandkreis Ebern vor. Mit insgesamt 1216 Rehwild-Abschüssen sei exakt das Soll erfüllt worden. 528 Stück Schwarzwild seien erlegt worden, ferner 348 Füchse, 211 Hasen, 325 Enten, ein Huhn - und keine einzige Gans. Aktuell sei kein Luchs mehr festgestellt worden, doch es müsse damit gerechnet werden, dass auch mal der Wolf zumindest bei der Durchwanderung auftaucht.


Vogel mit Jagdschwein

Der Landtagsabgeordnete Steffen Vogel, seit kurzem auch Jagdscheininhaber, betonte in seinem Grußwort, dass die Jagd per Gesetz vom Staat als Kulturgut geschützt sei. Maßnahmen hinsichtlich der drohenden afrikanischen Schweinepest seien deshalb Sache des Staates, nicht der Jäger. Er appellierte, dass Land- und Forstwirtschaft eng mit der Jägerschaft zusammenwirken müsse.


Wenn der Wolf kommt ...

Zum Thema Wolf meinte der Landespolitiker, dass man in dem doch dicht besiedelten Freistaat Bayern durchaus über eine Bestandsregulierung nachdenken müsse, wenn von dem Tier Gefahr ausgeht.
Bei der Prämierung der eingereichten Jagdtrophäen wurden vier Goldmedaillen verliehen; acht Mal gab es Silber und zwölf Mal Bronze.
Für lange Mitgliedschaft erhielten Ehrungen für 25 Jahre Albin Grönert, Reinhold Meyer, Thomas Heim, Uwe Morgen und Uwe Köhler. Seit 40 Jahren dabei sind Rüdiger Kuhn, Roland Langgut, Georg Dirauf und Claude Taissant. Für 50 Jahre Mitgliedschaft erhielt Karl Rössner Urkunde und Anstecknadel. Eine Ehrung für zehn Jahre Aktivität in der Jagdhornbläsergruppe erhielten Rita Hacker und Stefan Zettelmeier.
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