Haßfurt
Zeugnisübergabe

Abiturienten verlassen die Schule

Am Regiomontanus-Gymnasium in Haßfurt erhielten die Abiturienten ihre Zeugnisse. Gleich dreien gelang die Traumnote von 1,0. Nun beginnt für sie ein neuer Lebensabschnitt.
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Am Freitag erhielten 141 Abiturienten des Regiomontanus-Gymnasiums Haßfurt im Ganztagsgebäude "Silberfisch" ihre Reifezeugnisse aus den Händen von Oberstudiendirektor Max Bauer (rechts) und wurden damit offiziell aus ihrer Schulzeit entlassen. Sie haben jetzt die allgemeine Hochschulreife in der Tasche und starten ins Berufsleben. Foto: Harald Leisentritt
Am Freitag erhielten 141 Abiturienten des Regiomontanus-Gymnasiums Haßfurt im Ganztagsgebäude "Silberfisch" ihre Reifezeugnisse aus den Händen von Oberstudiendirektor Max Bauer (rechts) und wurden damit offiziell aus ihrer Schulzeit entlassen. Sie haben jetzt die allgemeine Hochschulreife in der Tasche und starten ins Berufsleben. Foto: Harald Leisentritt
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"Den Tag genießen und sich feiern lassen", so lautet das Motto von 141 Abiturienten des Regiomontanus-Gymnasiums Haßfurt. Am Freitagnachmittag standen 73 Frauen und 68 Männer während einer großen Abschiedsfeier im Ganztagsgebäude "Silberfisch" im Rampenlicht. Im Beisein zahlreicher Gäste, darunter Familienangehörige und Freunde, überreichte Oberstudiendirektor Max Bauer die Zeugnisse mit dem Abschluss der Allgemeinen Hochschulreife, verbunden mit der offiziellen Entlassung nach zwölf Jahren Schulzeit.

"Ich habe es noch gar nicht realisiert, dass alles vorbei ist", sagte Sebastian Börner (Haßfurt). Der junge Mann sowie Jonas Beck und Mareike Hendrich (beide ebenfalls Haßfurt) legten die Abiturprüfungen als Traumergebnis mit einem Notendurchschnitt von 1,0 ab. In einem kurzen Statement blickten Sebastian Börner (17) und Jonas Beck (18) auf die Schulzeit zurück und erzählten, welche Pläne sie nach dem Abitur schmieden. Die Anfangszeit am Gymnasium bezeichneten beide als eine entspannte Zeit.

Im Vergleich zur Realschule habe das Schulsystem des G8 dann aus ihrer Sicht ab der zehnten Klasse enorm angezogen. Vor allem die elfte Klasse bezeichneten die Freunde, die sich seit der ersten Klasse am Gymnasium kennen, als sehr anspruchsvoll und stressig. "Wenn die elfte Klasse bestanden ist, hat man das Abitur mehr oder weniger in der Tasche", kommentierte Jonas Beck. Sebastian Börner bemerkte, dass die Abi-Phase, die von außen als schwer herangetragen wurde, sich in der Prüfungsphase selbst gar nicht als so schwer erwiesen habe, denn in dieser Phase ging es seiner Meinung nach "Schlag auf Schlag". Angst müsse laut Meinung der beiden Abiturienten keiner vor dem Abitur haben. Jetzt ist erst mal der Stress abgefallen, aber wird es jetzt ruhiger? "Ich habe gedacht, dass nach dem Abi mehr Zeit ist", sagte Sebastian Börner. Denn zu organisieren gibt es jetzt anscheinend doch einiges, sei es fürs Studium oder für eine Auszeit. Die will sich Sebastian Börner ein Jahr lang in Spanien und England nehmen. Danach wird sich für den jungen Mann ein Studium anschließen, der Studiengang ist noch offen. Da hat Jonas Beck schon konkretere Pläne in der Tasche. Er beginnt ab dem Wintersemester an der Uni Würzburg ein Physikstudium. Doch jetzt wird erst ausgiebig gefeiert, wozu am Freitagnachmittag auch reichlich Zeit war.

Bevor bei der Abschiedsfeier als Höhepunkt die Zeugnisse durch Schulleiter Max Bauer verteilt wurden, griff dieser in seiner Ansprache das Thema Weggang und Aufbruch auf. "Wer sich auf den Weg macht, wer aufbricht, geht nicht einfach von irgendwo fort, wie die wörtliche Übersetzung von "Abitur" lautet, sondern hat Ziele vor Augen, die ihn anziehen, auf die er zustreben will", sagte Bauer. In diesem Sinne sei das Abitur nicht nur ein Weggang und Abschied, sondern vielmehr ein Aufbruch zu etwas Neuem, Unbekannten, auf das sich die jungen Frauen und Männer nun einlassen würden. Weggang und Aufbruch unterscheiden sich laut Schulleiter dadurch, dass Letzterer die Menschen oft im Innern berühre und eine regelrechte Aufbruchsstimmung erzeuge. Es sei aber auch von jedem einzelnen verlangt, sich zu rüsten für den bevorstehenden Weg, um sich nicht ziellos im Kreis zu bewegen. Jeder einzelne müsse nun "Segel setzen, wenn der Wind des Wandels weht". In diesem Sinne gratulierte er den jungen Leuten zum bestandenen Abitur.

Diesen Wünschen schloss sich auch Landrat Wilhelm Schneider an, der in seinen Grußworten sagte: "Eine bestandene Abiturprüfung ist eine großartige Leistung, hinter der Höhen und Tiefen, schwere und schöne Zeiten und vor allem reichlich Durchhaltevermögen stehen". Schneider bemerkte, dass sich mit dem Tag der Zeugnisübergabe für die Schulabgänger eine wichtige Phase ihres Lebens abschließe und neue Türen öffnen, um einen aufregenden neuen Lebensabschnitt zu führen. Schlüsselqualifikationen wie kritisches Denken, Kreativität, Kommunikation und Kooperation brauche es laut Schneider genauso wie fachliche Kompetenzen, um erfolgreich durchs Leben zu gehen. Eigene Charaktereigenschaften wie Neugierde, Initiative, Ausdauer, Mut, Anpassungsfähigkeit, Führungskompetenzen sowie soziales und kulturelles Bewusstsein gelte es zu entwickeln und weiter auszubauen, um erworbene Grundfertigkeiten zur Entfaltung zu bringen. Hermann Hesses Ausspruch: "Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen", gab der Landrat den jungen Leuten mit auf den Weg.

Sonderpreise

Traumnote 1,0: Gleich drei Absolventen legten am Regiomontanus-Gymnasium ihre Abiturprüfungen mit der Traumnote 1,0 ab. Dies sind Jonas Beck, Sebastian Börner und Mareike Hendrich aus Haßfurt. Eva Linder, ebenfalls aus Haßfurt, lag mit einem Gesamtnotendurchschnitt von 1,1 knapp dahinter. Alle vier Abiturienten wurden für ihre hervorragenden Leistungen mit Sonderpreisen bedacht.

Im Rahmen der Abiturfeier am Regiomontanus-Gymnasium wurden zudem Sonderpreise für außergewöhnliche Leistungen verliehen. Die Preisträger des Abiturjahrgangs 2019 sind:

Jonas Beck (Haßfurt): Preis des Elternbeirats für die beste Gesamtleistung, Theodora-Hirt-Preis für die beste Gesamtleistung, Regiomontanus-Preis für die beste Prüfungsarbeit in Mathematik, Preis der Sparkasse Schweinfurt-Haßberge für die beste Arbeit in Wirtschaft.

Sebastian Börner (Haßfurt): Preis des Elternbeirats für die beste Gesamtleistung, Theodora-Hirt-Preis für die beste Gesamtleistung, Regiomontanus-Preis für die beste Prüfungsarbeit in Mathematik, Preis des Herrenhofbundes für die beste Leistung im Fach Deutsch, Flavius-Josephus-Preis (gestiftet von Dr. Antje Deusel) für die beste Leistung im Fach Latein.

Mareike Hendrich (Haßfurt): Preis des Elternbeirats für die beste Gesamtleistung, Theodora-Hirt-Preis für die beste Gesamtleistung.

Eva Linder (Haßfurt): Preis des Elternbeirats für die beste Gesamtleistung, Theodora-Hirt-Preis für die beste Gesamtleistung.

Marek Eisenacher (Ebelsbach): Regiomontanus-Preis für die beste Prüfungsarbeit in Mathematik.

Moritz Nikolaus (Zeil): Regiomontanus-Preis für die beste Prüfungsarbeit in Mathematik.

Christian Schwappacher (Knetzgau-Eschenau): Regiomontanus-Preis für die beste Prüfungsarbeit in Mathematik.

Luisa Dukorn (Knetzgau-Westheim): Preis der Sparkasse Schweinfurt-Haßberge für die beste Arbeit in Wirtschaft.

Paula Spieß (Haßfurt): Preis des Herrenhofbundes für die beste Leistung im Fach moderne Fremdsprachen.

Nils Dünninger (Haßfurt): Preis des Herrenhofbundes für die beste Leistung in den Naturwissenschaften, Preis der Apotheke Am Rathaus Burgebrach für die beste Leistung im Fach Chemie.

Felix Hußlein (Obertheres): Preis des Herrenhofbundes für besondere Verdienste um die Schulgemeinschaft.

Janik-Lars Gebauer (Königsberg): "Sur-Preis" gestiftet von der Gemeinschaftspraxis für Kinderheilkunde Dr. Behdjati-Lindner/Rein für das Ablegen der Abiturprüfung unter besonderen Bedingungen.

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