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Ebern
Kochduell

Abgeordneter kocht in Ebern eigenes Süppchen

Der CSU-Landtagsabgeordnete Steffen Vogel holte sich die Ehefrau des Landrats an die Seite, um ein Menü zu kredenzen. Beide kamen dabei ins Schwitzen und der Politiker auch ins Straucheln. Den Sieg trugen zwei FT-Leserinnen davon.
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Schulterschluss: Was brauchen wir noch?Foto: Barbara Herbst
Schulterschluss: Was brauchen wir noch?Foto: Barbara Herbst
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In die Pfanne hauen, eigenes Süppchen kochen, Senf dazu geben - Tätigkeiten, die besonders vollmundigen Politikern nicht völlig fremd sind. Einer dieser Gilde münzte sie nun aber um: Landtagsabgeordneter Steffen Vogel (CSU) schnürte die Schürze um und trat zum FT-Kochduell an. Dazu holte er sich kompetente Unterstützung: Larissa Schneider, die Ehefrau von Landrat Wilhelm Schneider.
Diese Maroldsweisach-Connection, sie alle stammen aus dem Haßgau-Ort, traf mit dem FT-Leserteam auf scharfe Konkurrenz aus Bischwind: Kerstin Schmitt und ihre Patin Christine Ebert aus Ebern erwiesen sich als Meister(innen) ihres Fachs und Profis. Kerstin (23) lernte als Köchin im Haßfurter Krankenhaus und arbeitet nun im Schlossberg-Restaurant hoch über Königsberg. Beim Duell im Partyservice Streit qualmten die Köpfe, glühten die Herdplatten, wirbelten die Schneebesen.

Marathon am Herd

Zweieinhalb Stunden hatten die Koch-Rivalen Zeit aus vorgegebenen, heimischen Zutaten, die von unserer Zeitung bereitgestellt wurden, ein Drei-Gänge-Menü zu zaubern, das einer vierköpfigen, kritischen Jury kredenzt wurde. Die musste auf einem Bogen neun verschiedene Kriterien bewerten - von der Vorbereitung, der Zubereitung, der Optik bis zum Geschmack. "Wenn der Spaßfaktor eine Rolle gespielt hätten, hätten beide Teams eine glatte Eins bekommen", urteilte Herbert Stang als Sprecher der Juroren.

Schlagfertiges Mundwerk

Es war in der Tat für alle Beteiligten eine Mordsgaudi, als sich der Abordnete die Franken-Schürze umband und von seiner Adjutantin die Ärmel hochkrempeln ließ.
Larissa Schneider führte das Regiment und schwang den Kochlöffel. "Ich nähere mich erst dem Thema", umschrieb Vogel seine Zurückhaltung am Herd, während sein Mundwerk zur Hochform auflief. Larissa schnippelte, Steffen schnatterte (und schnabulierte).
Als ihm das erste Karottenstück zu Boden fiel, kommentierte er das mit: "Schnell aufheben, bevor der Landrat mit seinen Lebensmittelüberwachern kommt." Später zerdepperte der CSU-Kreisvorsitzende noch ein Glas mit der Nachspeise, und sein Handy landete in dem Teig, in dem die Zucchini für das Frittieren getaucht wurden. Kontrolliertes Chaos also, worüber sich Thomas Streit und Elfi Will, die alle Werkzeuge zur Verfügung stellten, ebenso köstlich amüsierten wie die Mitglieder der Jury.
Wesentlich ruhiger ging es bei den Herausforderinnen zu, deren Teamarbeit der Jury besonders auffiel. "Die beiden haben schon oft zusammen gearbeitet", erkannte Herbert Stang fachmännisch.
Steffen Vogel dagegen bettelte um Pluspunkte, als die Landrats-Gattin den ersten Topf spülte. Mit der Hand. Just als Vogel nach dem Verbandskasten fragte, schnitt sich die 50-jährige Krankenschwester Christine Ebert in den Finger, ward aber schnell versorgt. "Es läuft wie beim Schuhbeck", stellte Steffen Vogel Bezüge nach München her. Ein Platz in der Landtagskantine oder im Landtags-Restaurant ist ihm sicher, befanden alle Beteiligten, auch wenn er und seine Partnerin auf Platz 2 landeten: Note 1,74. Das Gewinner-Duo kam auf 1,22 und darf nun einen Kochabend mit Steffen Henssler in der Brose-Arena in Bamberg besuchen. Michaela Jakob, selbst lange Köchin, urteilte: "Es schmeckte alles sehr gut, und es war wirklich knapp."

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