Ebern
Straßenschäden

Ab Juni geht erst mal nichts mehr am Hambach

Das Gutachten über die Schäden an der Staatsstraße zwischen Ebern und Untermerzbach liegt vor. Der Neubau wird Wochen dauern.
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Wie nach einem Erdbeben: die Abbruchstelle der Fahrbahn am Hambach.Eckehard Kiesewetter
Wie nach einem Erdbeben: die Abbruchstelle der Fahrbahn am Hambach.Eckehard Kiesewetter
Die Ursache ist gefunden, doch das Problem längst nicht gelöst. Die Staatsstraße 2278 zwischen Ebern und Untermerzbach, am stark abschüssigen Hambach, muss voraussichtlich im Juni für aufwendige Bauarbeiten komplett gesperrt werden. Seinen ehrgeizigen Zeitplan gab Bauoberrat Manfred Rott dieser Zeitung am Dienstag auf Anfrage bekannt, nachdem ihm seit Montagabend das vorläufige Gutachten über den Hangrutsch an der Staatsstraße vorliegt.


Ehrgeiziger Zeitplan

Wenn alles so klappt, wie es sich der für den Landkreis Haßberge zuständige Mann bei der Schweinfurter Behörde vorstellt, dann soll die Ausschreibung noch im Mai herausgehen, damit Ende des Monats ein Bauunternehmen mit den Arbeiten betraut werden kann. Rott hofft, dass es tatsächlich schnell geht und sich eine Firma findet, obwohl die Branche zurzeit ausgelastet ist.

"Das gibt ein ganz schönes Loch", sagt Rott, "wir müssen ein ganz schönes Stück runter" und rund 30 Meter Straßenlänge sind betroffen. Eine wochenlange Vollsperrung der Straße, die wegen ihrer Serpentinen bekannt ist, wird unerlässlich sein. Das Ausmaß habe ihn dennoch nicht negativ überrascht, erklärt Manfred Rott: "Das war im Grunde zu erwarten."


Wasserlauf in sieben Meter Tiefe

In rund sieben Metern Tiefe unter der Straße haben Geologen des Bamberger Instituts Gartiser und Partner die Ursache für den Abbruch der Fahrbahn lokalisiert. So tief müssen auch die Sanierungsarbeiten ansetzen, mindestens. Und man muss hoffen, dass es durch den Eingriff nicht zu weiteren Erdbewegungen kommt.

Unter relativ lockeren tektonischen Schichten habe man einen Wasserlauf entdeckt, der sich seinen Weg auf einer Schicht mit sogenannten Feuerletten-Tonen bahne. Diese Tone an sich seien stabil, ja sogar hart, doch beim Kontakt mit Wasser entwickeln sie sich zu einer schlüpfrigen Masse, erklärt Bauingenieur Rott. Auf dieser Schicht, so die Überzeugung der Fachleute, sei der Hang in Bewegung geraten. Ob es tiefer unten weitere solcher Feuerletten-Schichten gibt, ist nicht bekannt, ebenso wenig wurde geklärt, warum der Hang gerade jetzt so massiv in Bewegung geraten ist.


Schon drei Mal saniert

Man werde in nächster Zeit an weiteren Stellen und gegebenenfalls in größerer Tiefe Bohrungen setzen, um auszuschließen, dass es entlang der Straße im waldigen Bereich zwischen Ebern und Untermerzbach noch mehr derartige Problemzonen gibt, heißt es weiter.

Rott zufolge haben die Gutachter auch ermittelt, dass die Fahrbahn an der betroffenen Stelle, also in der oberen der scharfen Kurven, im Lauf des vergangenen Jahrhunderts bereits drei Mal saniert und asphaltiert worden ist. Der Bereich hat also wohl schon früher Probleme gemacht. Man werde daher auch untersuchen, ob es am Hambach in der Vergangenheit an anderen Stellen ähnliche Abbrüche gab. Laut Manfred Rott wird es am Donnerstag nochmals konkrete Absprachen mit dem Gutachter geben, wie die Sanierung genau ablaufen soll.


Ein umfangreicher Eingriff

"Sieben Meter tief runter, das ist schon was", sagt der Straßenbau-Fachmann. Man müsse das Terrain komplett auskoffern, ein paar Tausend Kubikmeter Füllmaterial austauschen und beim Neuaufbau für eine Filterschicht sorgen, um das Wasser nicht einzusperren. Dies würde womöglich neue Schäden provozieren. Rott: "Günstig wäre es, wenn es während der Arbeiten nicht regnen würde."

Jedenfalls müsse man schnell vorankommen, damit die andere, zurzeit unproblematische Seite des Hangs ihre Stabilität nicht verliert. Dann wird der ursprüngliche Böschungswinkel rekonstruiert und die Straße wieder geschlossen, so dass nichts mehr von dem unterirdischen Eingriff zu sehen sein soll.


Mittel sind vorhanden

Für die Arbeiten an den Straßen stehen dem Staatlichen Bauamt laut Manfred Rott Millionensummen aus Töpfen des Freistaats zur Verfügung: "Ich muss das Geld halt woanders abzweigen."
Was die Maßnahme am Hambach ungefähr kosten wird, habe er bereits im Kopf: "Aber da sage ich jetzt lieber nichts, sonst wissen die Firmen vorher schon, was sie verlangen können."


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