Haßfurt
Konzert

Zwischen den musikalischen Welten

Das Giorgio-Conte-Trio begeisterte bei seinem Auftritt in der Haßfurter Rathaushalle. Trotz der Sprachbarriere fanden die Künstler schnell den Kontakt zum Publikum. Den Zuhörern gefielen die Leichtigkeit und die Art der Aufführung.
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Das Giorgio-Conte-Trio war in der Reihe "abend.licht" des Kulturamtes in Haßfurt zu Gast. Bati Bertoli, Giorgio Conte und Alberto Parone (von links) machten die Musik.  Foto: Ulrike Langer
Das Giorgio-Conte-Trio war in der Reihe "abend.licht" des Kulturamtes in Haßfurt zu Gast. Bati Bertoli, Giorgio Conte und Alberto Parone (von links) machten die Musik. Foto: Ulrike Langer
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Am Abend vor dem offiziellen Sommeranfang war in Haßfurt von sommerlichen Temperaturen wenig zu spüren. Sonst wäre das Konzert mit dem italienischen Cantautore Giorgio Conte in der Reihe "abend.licht" des Kulturamts Haßfurt im kunstvoll illuminierten Innenhof des Rathauses über die Bühne gegangen. So aber fand der Auftritt des Giorgio-Conte-Trios in der ebenfalls schön beleuchteten Rathaushalle statt und vermittelte italienisches Flair zumindest in musikalischer Hinsicht.

Giorgio Conte, der jüngere Bruder von Paolo Conte, fühlte sich auf der Bühne, so direkt im Blickkontakt mit den Zuhörern, sichtlich wohl. Zusammen mit seinen kongenialen Begleitmusikern Bati Bertoli (Akkordeon, Piano, Vibrandoneon) und Alberto Parone (Schlagzeug, Gesang) betrat er ohne große Worte die Bühne und begann, seine Lieder zu singen und sich dabei selbst an der Gitarre zu begleiten.
Da Giorgio Conte nur italienisch spricht, war die Moderation auf ein Minimum beschränkt, doch es gelang ihm, mit ein paar wenigen verständlichen Begriffen, einem verschmitzten Lächeln oder einer Geste die Zuhörer anzusprechen.

Zwischen den Welten

Seine Lieder bewegen sich wie selbstverständlich zwischen den musikalischen Welten von Swing, französischem Chanson, "canzone d'autore" oder Jazz der 50er Jahre. Seine Kennzeichen sind neben der Poesie seiner Texte seine leise, raue Stimme, die oft mehr spricht als singt, seine leicht undeutliche Aussprache und sein Humor, der immer wieder aus seinen Augen und in seinen Worten aufblitzt.

Der Hut des Meisters

Die Musiker zu seiner Seite nehmen diesen Schalk hin und wieder auf: So schraubte Alberto Parone ein Becken von seinem Schlagzeug und hielt es über Contes Haupt, als dieser ein Lied über einen "Capello" (Hut) sang. Auch zögerten Parone und Bertoli nicht, musikalische Faxen mit Conte zu machen oder mal den musikalischen "Faden" an sich zu reißen und Melodien nach Herzenslaune zu intonieren. Je später der Abend, desto öfter animierte Giorgio Conte seine Zuhörer, Refrains mitzusingen, mitzupfeifen oder mitzuklatschen. Gerne kamen die Besucher des Konzerts der sanften Aufforderung nach, waren sie doch begeistert von dem bescheiden auftretenden Künstler und seinen sehnsuchtsvollen, melancholischen, traurigen oder mitreißenden Melodien, die Bertoli und Parone an ihren verschiedenen Instrumenten so herrlich ausgestalteten.

"Mir gefällt dieses Konzert, denn ich mag die Art von Giorgio Conte, der ein Charmeur ist", erzählte Jeanette Ruck aus Haßfurt. Dass sowohl Giorgio Conte als auch seine Kollegen voll in der Musik aufgingen, hatte sie tief beeindruckt.

Heike Scheuring aus Sand fand die Noblesse und die Leichtigkeit, mit der Giorgio Conte sang und spielte, wunderbar. "Es ist faszinierend, wie er Menschen mit seiner Musik verbinden kann. Er hat Charme, er ist ein Menschenfänger, und von der ersten Sekunde an war sein Konzert fesselnd", schwärmte sie. Weil alle Zuhörer so begeistert waren und mit Beifall nicht sparten, wurden sie am Ende noch mit drei Zugaben belohnt.

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